Torjubel bei Flensburgs Hampus Wanne © imago images / Beautiful Sports

SG Flensburg-Handewitt zittert sich zum Sieg bei GWD Minden

Stand: 07.03.2021 15:03 Uhr

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt hat sich am Sonntag nur mit Müh und Not mit 29:28 (16:11) beim TSV GWD Minden durchgesetzt. Die Norddeutschen sind nun mit 32:4 Punkten Spitzenreiter.

von Christian Görtzen

Die SG Flensburg-Handewitt zeigt derzeit zwei Gesichter. Während in der Champions League zuletzt Siege gegen Großkaliber wie Paris Saint-Germain und Kielce (Polen) gelangen, hat die Mannschaft von Trainer Maik Machulla in der Bundesliga große Probleme mit Teams aus dem unteren Mittelfeld der Tabelle. Nach dem 27:27 gegen den TBV Lemgo vor zwei Wochen musste am 20. Spieltag in der Kreissporthalle Lübbecke gegen Minden bis zum Schluss um den Gewinn der eingeplanten zwei Punkte gezittert werden.

Flensburg-Handewitt schnell mit drei Toren hinten

Drei Tage nach dem starken Auftritt in Kielce benötigten die Schleswig-Holsteiner etwas, um in Fahrt zu kommen. Oder anders ausgedrückt: Die vom Abstieg bedrohten Mindener begannen forsch, mutig - und damit einfach richtig gut.

Vor allem Torhüter Malte Semisch, der insgesamt sechs Jahre lang für die TSV Hannover-Burgdorf gespielt hat, war sofort "on fire". Er parierte gleich mal einen freien Wurf von Hampus Wanne und wehrte wenig später auch noch einen Siebenmeter des Schweden ab. So führte GWD nach acht Minuten mit 4:1.

Weitere Informationen
Tabelle der Handball-Bundesliga © picture-alliance / Sven Simon, NDR.de/Screenshot Foto: Anke Fleig / SVEN SIMON

Ergebnisse und Tabelle Handball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

SG-Spielmacher Gottfridsson beeindruckt

Machulla bewahrte die Ruhe und verzichtete darauf, eine Auszeit zu nehmen. Seine Spieler zahlten ihm das Vertrauen zurück. Die 6:0-Deckung präsentierte sich zunehmend geschlossener, sodass sich die Gastgeber immer öfters erfolglos an ihr abarbeiteten.

Und vorne zog der schwedische Spielmacher Jim Gottfridsson gekonnt die Fäden. Mit Leichtigkeit düpierte er immer wieder die TSV-Defensive - wie bei seinen herrlichen Anspielen auf Wanne und Johannes Golla, die diese zu Treffern nutzten. Da zudem auch Torhüter Benjamin Buric oft zur Stelle war, führte der Tabellenführer nach 18 Minuten mit 11:8. Zur Pause hieß es 16:11.

Flensburg-Handewitt mit besseren Nerven

Die ersten Minuten des zweiten Abschnitts gehörten einem gebürtigen Flensburger - der aber trug das grün-weiße Trikot. Nationalspieler Juri Knorr erzielte schnell zwei Tore, und so hieß es nur noch 13:16 (32.). Flensburg kam dadurch die Souveränität abhanden. Das nutzte GWD: Joscha Ritterbach glich nach einem starken Gegenstoß zum 20:20 aus (45.).

Der SG drohte nach dem Remis gegen Lemgo plötzlich der nächste Punktverlust gegen ein nordrhein-westfälisches Team. Erst recht, als Knorr Minden mit 26:25 (53.) in Führung brachte. Flensburg musste liefern - und tat dies auch. Wanne, mit neun Toren erfolgreichster Spieler, sorgte für das 28:27 (58.), Göran Sögard Johannesen erhöhte auf 29:27 (60.).

Minden verkürzte aber noch auf 28:29 und kam fünf Sekunden vor Schluss bei jenem Spielstand noch einmal in Ballbesitz. GWD-Profi Doruk Pehlivan agierte aber zu eigensinnig - und so durften die Gäste aufatmen und jubeln.

Weitere Informationen
Flensburgs Göran Johannessen beim Sprungwurf © imago/NEWSPIX Foto: Pawel Janczyk

Vorne und hinten hui: Flensburg feiert in Polen Gruppensieg

Die SG setzte sich im letzten und entscheidenden Champions-League-Gruppenspiel bei KS Vive Kielce durch und zog am Gegner vorbei. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 07.03.2021 | 19:30 Uhr

Mehr Sport-Meldungen

Kiels Fußballer Fin Porath sitzt enttäuscht auf dem Rasen. © IMAGO / Claus Bergmann

Kiel zwischen Quarantäne, Aufstiegstraum und Verletzungsgefahr

Die Schleswig-Holsteiner müssen nach dem Ende der Quarantäne neun Spiele binnen viereinhalb Wochen bestreiten. Ein Sportmediziner warnt. mehr