Torwurf von Magnus Rod (Flensburg) © picture alliance / Sven Simon Foto: Anke Waelischmiller/Sven Simon

SG Flensburg-Handewitt legt mit Sieg vor, THW Kiel zieht nach

Stand: 25.04.2021 17:40 Uhr

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt hat am Sonntag mit einem 32:30 (18:15) bei der MT Melsungen seine Spitzenposition gefestigt. Verfolger THW Kiel zog mit einem 31:27 (16:15) beim TuSEM Essen nach. Die HSG Nordhorn-Lingen unterlag der HSG Wetzlar mit 29:30 (12:17).

Flensburg-Handewitt geht als Spitzenreiter mit 46:4 Punkten in die letzte länderspielbedingte Pause vor der Titelentscheidung. Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla ist nun seit 28 Pflichtspielen ungeschlagen. Die jüngste Niederlage gab es am 18. Oktober 2020 beim Titelrivalen und Rekordmeister THW Kiel, der nach dem Sieg in Essen mit 45:5 Zählern auf Rang zwei folgt. "Ich bin sehr stolz", sagte Machulla. "Jetzt hoffe ich, dass alle gesund von den Länderspielen zurückkommen."

Vor leeren Rängen in Kassel starteten die Gastgeber zwar besser, ab Mitte der ersten Halbzeit kontrollierte dann aber Flensburg die Partie. Immer wenn die Nordhessen drauf und dran waren, den Anschluss herzustellen, zog die SG wieder davon. Überragender Spieler der Partie war Hampus Wanne, der Flensburger erzielte elf Tore, davon sechs per Siebenmeter. Für Melsungen trafen die Nationalspieler Kai Häfner und Timo Kastening jeweils achtmal.

THW Kiel siegt mit Mühe in Essen

Sven Ehrig (THW Kiel) beim Wurf. © IMAGO / foto2press Foto: foto2press
Sven Ehrig vom THW Kiel beim Sprungwurf.

Wer beim Gastspiel des Tabellenzweiten beim Vorletzten von einer klaren Angelegenheit ausgegangen war, wurde zügig eines Besseren belehrt. TuSEM trat gegen Kiel wie schon zuvor gegen die SG Flensburg-Handewitt mit breiter Brust auf, ganz nach dem Motto: Mit Essen spielt man nicht! Und so wurde es in der ersten Hälfte ein Duell auf Augenhöhe. Harald Reinkind sorgte zwar mit dem 10:7 (15.) für die erste Drei-Tore-Führung des THW, doch der Aufsteiger zeigte eine hervorragende Reaktion. Hinten war Torhüter Sebastian Bliss ein starker Rückhalt - unter anderem brachte Niclas Ekberg zwei Siebenmeter nicht im Tor unter. Und vorne agierten die Westdeutschen so ideenreich, dass man sich einen Abstieg dieses Teams kaum vorstellen kann. Nach 23 Minuten lagen die "Zebras" mit 12:13 zurück. Doch sie steigerten sich und kamen noch zu einer 16:15-Pausenführung.

Essen ließ sich auch im zweiten Abschnitt nicht abschütteln. Der Ex-Kieler Lucas Firnhaber überwand THW-Torhüter Niklas Landin mit einem frechen Dreher zum 22:23 (47.), wenig später schlossen die Gastgeber zum vierten Mal einen Kempa-Trick erfolgreich ab. Als Landin bei eigener 27:25-Führung den Wurf von Justin Müller hielt und Ekberg im Gegenzug für das 28:25 sorgte, war dies der entscheidende Schritt zum Gewinn der beiden Punkte. In den letzten fünf Minuten mussten die "Zebras", bei denen Sander Sagosen mit sieben Toren erfolgreichster Spieler war, nicht mehr zittern.

Nordhorn-Lingen unterliegt Wetzlar unglücklich

Nordhorn-Lingen machte sich nach gutem Start gegen Wetzlar (4:4/8.) mit einer Schwächephase das Leben selbst schwer. Die Hessen nutzten dies zu einem 3:0-Lauf aus. Zwar verkürzte das Team aus der Grafschaft Bentheim durch Treffer von Georg Pöhle oder Pavel Mickal den Rückstand auf zwei Tore, doch Wetzlar gelangen ein weiteres Mal drei Treffer hintereinander. Die letzten drei Tore der Gastgeber in der ersten Hälfte erzielte allesamt Robert Weber, zur Pause hieß es 12:17.

So sehr sich die Norddeutschen nach Wiederbeginn auch bemühten, wieder näher heranzukommen - es gelang ihnen zunächst nicht. Der Schlussspurt der Gastgeber war dann aber richtig stark. Der erfolgreichste Nordhorner Weber (elf Tore) traf zum 27:28 (56.) und plötzlich schien wieder vieles möglich. Am Ende hieß es aber 29:30, und die HSG stand nach großem Kampf mit leeren Händen da. Für Nordhorn-Lingen beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsrang vier Punkte.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.04.2021 | 19:30 Uhr

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