Flensburgs Lasse Svan (r.) trifft gegen den Pariser Torwart Yann Genty. © IMAGO / Holsteinoffice

Erst eine Gala, dann ein Krimi: Flensburg ringt PSG nieder

Stand: 25.02.2021 22:20 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat am Donnerstagabend in der Handball-Champions-League mit 28:27 (19:10) gegen Paris Saint-Germain gewonnen. Damit ist das "Double" gegen PSG geglückt.

von Christian Görtzen

Zum ersten Mal überhaupt sind den Flensburgern in der "Königsklasse" zwei Siege gegen den finanzstarken Titelkandidaten aus der Seine-Metropole gelungen. Im September hatten sie in der französischen Hauptstadt mit 29:28 gewonnen.

Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla weist nun als Zweiter der Gruppe A 17 Punkte vor, Paris als Dritter hat zwölf Zähler auf dem Konto. Als Zweiter würde es für die Norddeutschen im Achtelfinale gegen Celje Pivovarna (Slowenien) oder HC Zagreb (Kroatien) gehen, beide liegen in der Gruppe B des THW Kiel (24:24 beim HBC Nantes) abgeschlagen auf den letzten beiden Rängen.

Flensburg drohen vier Minuspunkte

Flensburgs Partien gegen Skopje und in Porto werden wohl nicht mehr ausgetragen und sollen laut Europäischer Handball-Föderation (EHF) nach einem "Verursacher-Prinzip" gewertet werden. Da beide Absagen wegen der deutschen Quarantäne-Regeln erforderlich waren, drohen der SG vier Minuspunkte. Umso wichtiger war für Flensburg im Duell um Platz zwei mit PSG der erneute Sieg im Aufeinandertreffen.

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Flensburg herausragend in der ersten Halbzeit

Machulla bekam von seinem Team sofort nach dem Anpfiff genau das zu sehen, was er am Sonntag im Bundesliga-Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe (27:27) so sehr vermisst hatte: Leidenschaft und Aggressivität. Der dreimalige deutsche Meister beeindruckte durch Wachsamkeit, Schnelligkeit und Leichtigkeit in der Deckung und durch Variabilität und Entschlossenheit in der Offensive. Der Lohn: Eine satte Sechs-Tore-Führung nach einer Viertelstunde, die Rechtsaußen Lasse Svan mit seinem Tor zum 9:3 herbeiführte.

Die Leistung der Schleswig-Holsteiner in der ersten Halbzeit war herausragend. Sicher, das Star-Ensemble von der Seine enttäuschte im ersten Abschnitt enorm, bot einen pomadigen Auftritt. Doch die SG gestattete PSG auch nur ganz, ganz wenig. Hinten hielt Torhüter Benjamin Buric den Laden dicht, und vorne wurden die Chancen eiskalt genutzt - oft durch Hampus Wanne. Dass der gewaltige Unterarm-Wurf von Lasse Möller eine Sekunde vor der Sirene zum 19:10 im Pariser Tor einschlug, rundete den grandiosen Auftritt der Flensburger im ersten Abschnitt passend ab.

SG nach der Pause völlig von der Rolle

Nur: In den ersten Minuten des zweiten Durchgangs war es nicht mehr grandios, was die Flensburger boten, sondern gruselig. Nach der Roten Karte für den Pariser Dylan Nahi wegen eines Schlages ins Gesicht von Magnus Röd (32.) war es bei den Gastgebern wie abgeschnitten. Eine 6:3-Überzahl wurde nicht zu einem Torerfolg genutzt, die 6:4-Überzahl ging gar mit 0:2 verloren. Mikkel Hansen verkürzte für Paris auf 13:19 (36.). Weitere zwölf Minuten später hieß es aus Flensburger Sicht nur noch 23:21. Die SG wackelte plötzlich gewaltig, dank Buric hatte die Führung noch Bestand.

Als Kreisläufer Johannes Golla beim Stand von 27:24 aufgrund der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah (53.), wurde es richtig eng. Bald darauf hieß es nur noch 27:26 (56.). Der Gala im ersten Durchgang folgte nun der Krimi im zweiten Abschnitt. Buric war wieder zur Stelle. Er rettete letztlich den Sieg, der nach einem Neun-Tore-Vorsprung zur Pause mit 28:27 hauchdünn ausfiel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.02.2021 | 23:03 Uhr

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