Stand: 14.10.2019 11:58 Uhr

"Recken"-Festwochen dauern an

So sehen Sieger aus: Die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf strotzen vor Selbstbewusstsein.

Spätestens das 31:28 gegen Magdeburg dürfte auch dem letzten Handball-Fan deutlich gemacht haben, dass mit der TSV Hannover-Burgdorf in diesem Jahr zu rechnen ist. Wurde der Start mit 12:0 Punkten noch kleingeredet, weil es ja "nur" gegen Leichtgewichte der Liga ging, so belehrten die "Recken" ihre Kritiker anschließend eines Besseren. Es folgten zwei Siege gegen Meister SG Flensburg-Handewitt (zu Hause in der Bundesliga und auswärts im DHB-Pokal). Und auch die erste Niederlage gegen Melsungen steckten die Niedersachsen weg - mit dem Erfolg gegen Magdeburg, dem achten Sieg im neunten Saisonspiel. "Man muss sie nun zu den Spitzenteams dazuzählen", zog TV-Experte und Handball-Ikone Stefan Kretschmar den Hut.

Teamgeist macht die "Recken" stark

Die Partie gegen den SCM hatte Hannovers Abwehrspieler Joshua Thiele im "Sportbuzzer" zuvor als Standortbestimmung bezeichnet: "Das Spiel ist ein großer Test, um herauszufinden, wo wir jetzt genau stehen."

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Nun, der Test darf als bestanden abgehakt werden, die "Recken" stehen völlig zu Recht in der Tabelle ganz oben. "Wir waren in der ersten Hälfte vielleicht nicht die bessere Mannschaft, aber dafür sehr clever", erklärte Sportchef Sven-Sören Christophersen. "Unsere Leistung war heute vorne und hinten richtig super. Unser Selbstbewusstsein ist im Moment sehr groß", ergänzte Trainer Carlos Ortega.

Die TSV verkraftete sogar, dass Spielmacher Morten Olsen, der bis dahin sieben Tore erzielt hatte, die letzte Viertelstunde mit Wadenproblemen nur noch auf der Bank saß. So sprangen halt andere in die Bresche: Fabian Böhm traf noch dreimal, Timo Kastening zweimal, außerdem Mait Patrail, Ivan Matinovic und Ilja Brozovic. Spielerische Nachteile gegen Top-Mannschaften machen die "Recken" durch Teamgeist wett. "Wir spielen überragend und kämpfen füreinander", sagte Olsen. Das findet auch Kretzschmar: "Es sieht sehr homogen und motiviert aus, was Hannover diese Saison leistet. Der Zusammenhalt ist derzeit das Entscheidende. Die Mannschaft ist sehr gut zusammengewachsen."

Fans als "achter Mann"

Ein Faktor ist auch die wiedererlangte Heimstärke. In der vergangenen Saison kassierten die Niedersachsen in eigener Halle acht Niederlagen, verloren unter anderem auch gegen Flensburg und Magdeburg. In dieser Spielzeit sind sie in fünf Partien noch ungeschlagen. "Die Fans geben uns viel Zuspruch und peitschen uns nach vorn", weiß Thiele, "sie sind wirklich unser achter Mann."

Da dürfte es den Niedersachsen entgegen kommen, dass nun erneut zwei Heimspiele anstehen. Am Donnerstag (19 Uhr) geht es gegen Ex-Meister Rhein-Neckar Löwen, nach der Länderspielpause gastiert am 31. Oktober Aufsteiger Nordhorn-Lingen in Hannover. Christophersen hofft, dass die "Recken"-Festwochen anhalten: "Die 8.000 Fans haben heute gegenüber dem Flensburg-Spiel nochmal einen draufgelegt. Ich hoffe, dass mindestens genau so viele auch gegen die Rhein-Neckar Löwen kommen."

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Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 13.10.2019 | 18:05 Uhr

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