Stand: 20.03.2020 11:29 Uhr

Pekeler: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen"

Hendrik Pekeler darf derzeit sein Haus nicht verlassen.

Nach einem positiven Corona-Befund in der Nationalmannschaft sitzt Handballprofi Hendrik Pekeler vom THW Kiel in häuslicher Quarantäne. Im Interview spricht der 28 Jahre alte Kreisläufer über die Situation, über die Handball-Saison und eine mögliche Olympia-Absage.

Herr Pekeler, wie geht es Ihnen und der Familie?

Uns geht es gut. Keiner von uns hat bislang irgendwelche Symptome. Dennoch halten wir uns natürlich an die Vorgaben, meiden jeglichen Kontakt und bleiben zu Hause. Die Lage ist ja ganz klar. Wir befinden uns für 14 Tage in Quarantäne und tragen so unseren Teil dazu bei, dass das Virus nicht weiter verbreitet wird.

Wie haben Sie von der Quarantäne erfahren?

Das war am Dienstagabend. Der Mannschaftsarzt des Nationalteams hat uns über den positiven Test bei Jannik Kohlbacher informiert.

Was bedeutet die häusliche Quarantäne jetzt konkret für Sie?

Im Grund genommen ist es ganz einfach: Warten, bis die 14 Tage rum sind. Seit Freitag habe ich das Haus nicht mehr verlassen. Ich darf mich lediglich auf meinem Grundstück im Garten bewegen. Wir haben ein individuelles Trainingsprogramm bekommen, pro Tag sollen wir ungefähr eine Stunde lang etwas machen. Joggen fällt für mich natürlich aus, aber ich halte mich durch andere Übungen fit.

Wird es nach der Corona-Pause mit der Handball-Bundesliga weitergehen?

Ich glaube nicht, dass wir das Virus in zwei, drei oder vier Wochen so in den Griff bekommen, dass ein normaler Spielbetrieb möglich sein wird. Daher denke ich, dass die Saison abgebrochen wird.

Wie stehen Sie dazu, dass das IOC an Olympia festhalten will?

Ich bin mir sicher, dass das IOC einen Plan B in der Tasche hat, wenn die Spiele nicht wie geplant ausgetragen werden können. Aber ich denke, es wäre ein riesiger Kraftakt, alle Sportarten unter einen Hut zu bringen, wenn Olympia zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet. Von daher verstehe ich die Hoffnung des IOC schon, am ursprünglichen Termin festzuhalten. Ich persönlich glaube aber nicht, dass das klappt.

Wie wird die Corona-Krise den Handball verändern?

Das kann man noch gar nicht so richtig abschätzen. Ich hoffe, dass es allen Vereinen - nicht nur im Handball - gelingt, die Krise so gut es geht zu überstehen. Aber ich befürchte, dass es nicht alle schaffen werden.

Ich möchte an dieser Stelle noch an alle appellieren: Tut alles, was möglich ist, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Wascht Eure Hände, vermeidet Sozialkontakte, geht nur raus, wenn es wirklich nötig ist. Nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir das Virus auch in den Griff bekommen.

Das Interview führte Thomas Koos

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