Stand: 05.04.2009 17:43 Uhr  | Archiv

Neue Zeugenaussage belastet angeblich Schwenker

Im Handball-Manipulationsskandal gibt es offenbar weitere Belastungszeugen gegen den THW Kiel und Manager Uwe Schwenker. Der "Spiegel" berichtete am Sonnabend von einer Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft Kiel, die ein weiterer Zeuge dem Nachrichtenmagazin bestätigt habe. Demnach soll Schwenker bei einer Party von HSV-Hamburg-Präsident Andreas Rudolph am 30. Juli 2007 auf Mallorca zu Gästen gesagt haben, dass der THW insgesamt 120.000 Euro gezahlt  habe, um auf dem Weg zum Champions-League-Sieg Schiedsrichter zu bestechen. Dem Bundesligisten wird vorgeworfen, mindestens zehn Spiele in der Königsklasse verschoben zu haben.

Höhere Zahlungen?

Bislang soll die Staatsanwaltschaft, die gegen Schwenker wegen des Verdachts der Untreue und gegen den langjährigen THW-Trainer Noka Serdarusic wegen des Verdachts der Beihilfe dazu ermittelt, lediglich auf Zahlungen von insgesamt 92.000 - gestückelt in eine Zahlung über 56.000 und eine zweite über 36.000 Euro - an den Kroaten und Serdarusic-Freund Nenad Volarevic gestoßen sein.

Volarevic hatte zuletzt angegeben, das Geld aus Kiel für die Empfehlung des Spielers Igor Anic empfangen zu haben. Laut "Spiegel" wurde auch Anic von der Staatsanwaltschaft verhört. Volarevic habe bei seinem Transfer keine Rolle gespielt, sagte der Kreisläufer demnach. Der ebenfalls angehörte Vater von Igor Anic, Zeljko, habe unterdessen angegeben, er habe einen Anruf erhalten, in dem man ihn zu einer Falschaussage anstiften wollte: Er solle bei Nachfragen bestätigen, dass er 36.000 Euro für den Wechsel seines Sohnes nach Kiel erhalten habe. Zeljko Anic habe eine derartige Aussage abgelehnt.

Unbelegte Bargeldabbuchungen

Schwenker, der alle Vorwürfe bestreitet, muss sich unterdessen offenbar auch intern auf weitere Fragen gefasst machen. Nach Einsicht der Ermittlungsakten durch die THW-Anwälte soll er über zwei ungeklärte und unbelegte Bargeldabbuchungen über 20.000 und 40.000 Euro im Jahr 2008 Auskunft geben, die unter anderem als "Verpflegung Champions League" verbucht worden seien, wie der "Focus" berichtete. Anfang kommender Woche wollen die THW-Rechtsanwälte nach der Prüfung der rund 1.000 Seiten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft eine Stellungnahme abgeben.

Rudolph belastet Schwenker

Rudolph selbst hatte am Montag Schwenker schwer belastet. Auch dabei ging es um ein Treffen nach dem Champions-League-Sieg der Kieler vor zwei Jahren. "Im Juli 2007 habe ich mit Schwenker in meinem Haus auf Mallorca zusammengesessen. Dort hat mir Schwenker gesagt: 'Andreas, ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass man die Champions League nur mit Schiedsrichter-Bestechung gewinnt'", sagte Rudolph.

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Sport aktuell | 05.04.2009 | 18:25 Uhr

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