Stand: 30.11.2019 19:16 Uhr

THW überwintert als Spitzenreiter in Königsklasse

von Ines Bellinger, NDR.de
Hendrik Pekeler (l.) und Steffen Weinhold vom THW Kiel diskutieren. © imago images Foto: imago images / Holsteinoffice
Hendrik Pekeler (l.) und Steffen Weinhold trieben sich unermüdlich an.

Mit einer Energieleistung haben die Handballer des THW Kiel im letzten Champions-League-Spiel des Jahres Montpellier HB mit 33:32 (16:19) in die Knie gezwungen. Die "Zebras" liefen am Samstagabend in eigener Halle lange einem Rückstand hinterher, ehe sie die Partie gegen den Champions-League-Sieger von 2018 noch drehten. Damit überwintert das Team von Trainer Filip Jicha als Spitzenreiter der Gruppe B und nimmt mindestens zwei Punkte Vorsprung mit ins neue Jahr. Bester THW-Werfer war mit acht Treffern Nikola Bilyk, der sich in der Schlussphase gegen die sehr starken Franzosen zum überragenden Akteur aufschwang. Niclas Ekberg erzielte sieben Tore und erwies sich einmal mehr als sicherer Siebenmeterschütze.

Kein Risiko mit Duvnjak

THW Kiel - Montpellier HB 33:32 (16:19)

Tore für Kiel: Bilyk (8), Ekberg (7), Reinkind (4), Landin (4), Nilsson (4), Weinhold (2), Wiencek (2), Dahmke (1), Pekeler (1)
Tore für Montpellier: Porte (7), Richardson (6), Bos (5), Pettersson (3), Lenne (3), Duarte Brito (3), Simonet (2), Truchanovicius (2), Guiraudou (1)
Zuschauer: 9.318

Bei den Kielern war Domagoj Duvnjak nach seinem Muskelfaserriss beim Aufwärmen dabei. Doch der THW wollte das Risiko nicht eingehen, den Spielmacher bereits wieder einzusetzen - obwohl die Mannschaft ihn dringend gebraucht hätte. Von Beginn an merkte man den Franzosen an, dass sie frischer waren als die Gastgeber, denen das 31:27 zwei Tage zuvor beim HC Erlangen offensichtlich noch in den Knochen steckte. Nach einem Schlagabtausch in den ersten zehn Minuten holte sich Montpellier in der 11. Minute durch Valentin Porte erstmals die Führung zum 8:7. Kurz darauf zogen die Franzosen sogar auf zwei Tore davon (9:7/13.), und von da an lief der THW fast durchgehend einem Rückstand hinterher. In der Abwehr offenbarte Kiel zentral am Kreis große Löcher. Trainer Jicha bemängelte in der Auszeit kurz vor der Pause zurecht mangelnde Kooperation seiner Spieler. So schlug nach 30 Minuten ein 16:19 aus Sicht der Gastgeber zu Buche.

Bilyk und Landin Sieggaranten

Nach Wiederbeginn und zwischenzeitlich sogar vier Toren Rückstand (17:21/35.) stabilisierte sich die Kieler Abwehr. Zudem hielt Niklas Landin nun immer mehr Bälle fest. Eine doppelte Überzahl nutzte der THW, um sich in der 40. Minute auf 21:22 "heranzurobben". Kapitän Patrick Wiencek trieb seine Nebenleute jetzt unermüdlich und lautstark an, nicht mehr lockerzulassen. Es ging hin und her. In der 50. Minute gelang Lukas Nilson, beim 33:30-Hinspielsieg mit elf Treffern herausragender Kieler, für das 27:27 - es war der erste Gleichstand seit dem 10:10 in der 18. Minute. Nach einer weiteren Parade von Landin waren die Fans und Duvnjak auf der Bank außer Rand und Band. Bilyk machte das 28:27 (51.) - Montpellier zog zum letzten Mal die Option Auszeit. Doch in den letzten Minuten war vor allem gegen Bilyk kein Kraut gewachsen. Der Rückraumspieler traf aus nahezu jeder Lage - zum 30:28 sogar mit seinem schwächeren linken Arm (54.). Der Österreicher markierte auch das letzte Tor der Kieler 40 Sekunden vor Schluss. Am Ende hielt aber Landin mit einer herausragenden Parade gegen Gilberto Duarte den knappen Heimsieg fest.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 01.12.2019 | 22:50 Uhr

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