Simon Hald von der SG Flensburg-Handewitt feiert einen Treffer. © Imago/Zink

Krimi mit Happyend: Flensburg-Handewitt zittert sich zum Sieg

Stand: 23.06.2021 20:48 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat sich durch einen Kraftakt und mit viel Glück die Chance auf den Gewinn der vierten deutschen Handball-Meisterschaft erhalten. Beim HC Erlangen gelang am Mittwoch in einem wahren Krimi ein 27:26 (15:11).

von Christian Görtzen

Spitzenreiter für mindestens 24 Stunden - die SG Flensburg-Handewitt hält den Druck auf den großen Rivalen THW Kiel aufrecht. Durch den glücklich errungenen Erfolg bei den Franken ist das Team von SG-Coach Maik Machulla mit jetzt 66:8 Punkten in der Tabelle wieder auf Rang eins gerückt. Die "Zebras" (65:7) können aber im zweiten Teil des 37. Spieltages die Antwort geben und wieder vorbeiziehen. Kiel empfängt am Donnerstag (19 Uhr) den TBV Lemgo Lippe. Gegen diesen Gegner hatte es im Halbfinale um den DHB-Pokal ein ganz bitteres Erlebnis gegeben.

"Das war eines der dramatischsten Spiele, das ich je gesehen habe. Hut ab vor der Mannschaft, was sie leistet. Sie bringt so viel Spaß und hat sich auch diesen Sieg verdient." SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke

Am letzten Spieltag am Sonntag (15.30 Uhr) trifft Flensburg-Handewitt auf die gerettete HBW Balingen-Weilstetten, während der THW die schwere Aufgabe bei den Rhein-Neckar Löwen zu bewältigen hat. Den Kielern reichen drei Zähler aus ihren verbleibenden zwei Partien, da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zu ihren Gunsten spricht.

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SG mit guter Reaktion auf Schwächephase

Gegen Mitte der ersten Hälfte hatte es schon danach ausgesehen, als sollten sich die Flensburger einen beruhigenden Vorsprung erarbeiten und die Begegnung fortan kontrollieren können. Linksaußen Hampus Wanne nutzte mit großer Entschlossenheit einen Tempo-Gegenstoß zum 9:5 (19.). Nur: So konstant ging es nicht weiter. Flensburg hatte eine kleine Schwächephase, sodass Erlangen durch Hampus Olsson auf 11:13 (26.) verkürzte. Die SG zog wieder an und ging mit einem 15:11 in die Pause.

Gottfridsson versucht trotz Fußverletzung alles

Der Wiederbeginn war aus Flensburger Sicht unerfreulich: Bei Spielmacher Jim Gottfridsson ging es zunächst nicht weiter. Der Schwede hockte hinter der Ersatzbank auf dem Hallenboden und ließ sich an seinem linken Fuß behandeln. Von dort aus verfolgte er, wie seine Teamkollegen um die beiden Punkte kämpften. Es war aber ein schwieriges Unterfangen, mehrmals scheiterten sie am guten HC-Torhüter Martin Ziemer. Beim Stand von 20:22 (48.) war Gottfridsson dann wieder da. Obwohl er unrund ging, versuchte er, das Spiel seines Teams zu lenken.

Allerdings war den SG-Spielern anzumerken, dass ihnen die Kräfte schwanden. Immer wieder stand Ziemer einem Torerfolg im Weg. 16 Sekunden vor dem Ende hieß es 26:26, und die SG hatte den Ball. Machulla nahm die Auszeit, brachte den siebten Feldspieler.

"Die Jungs kämpfen sich in jede Partie hinein. Einfach unglaublich! Am Ende braucht man auch etwas Glück." SG-Coach Maik Machulla

Drama in den Schlusssekunden

Und dann wurde es dramatisch. Gottfridsson traf zwei Sekunden vor dem Ende mit einem zweimal abgefälschten Wurf zum 27:26. Erlangen spielte sofort nach vorne, um noch per "schneller Mitte" auf das leere Tor zu werfen. Röd blockte den Wurf. Erlangen protestierte vehement, dass er dabei den Abstand von drei Metern nicht eingehalten habe. Doch statt Roter Karte und Siebenmeter für die Gastgeber entschieden die Schiedsrichter, dass von Gäste-Seite kein Regelverstoß vorgelegen habe. Flensburg hatte mit Glück die Partie gewonnen - und die Entscheidung um die Meisterschaft im Duell mit dem THW definitiv auf Sonntag verschoben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 23.06.2021 | 23:03 Uhr

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