Die Spieler des THW Kiel (vorne Sander Sagosen) jubeln. © dpa/picture alliance Foto: Frank Molter

Klarer Sieg gegen Lemgo Lippe: THW Kiel wieder Spitzenreiter

Stand: 24.06.2021 22:22 Uhr

Drei Wochen nach dem Pokal-Desaster gegen den TBV Lemgo Lippe feierte der THW Kiel in der Handball-Bundesliga gegen den Gegner ein klares 33:23 (20:9). Verlieren die "Zebras" ihr letztes Saisonspiel nicht, sind sie wieder Meister.

von Christian Görtzen

Trauma bewältigt, Tabellenplatz eins zurückerobert und Richtung Flensburg ein ganz deutliches Statement gesetzt - für Trainer Filip Jicha, seine Spieler und die Fans des THW Kiel war es ein richtig schöner Donnerstagabend. Gegen den TBV, gegen den im Halbfinale um den DHB-Pokal ein sicher geglaubter Sieg verspielt worden war, lief für den Rekordmeister vor 2.304 Zuschauern im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison alles wie am Schnürchen. Der Kantersieg dürfte in jedem Fall noch einmal einen ordentlichen Schub für den 38. Spieltag geben.

Am Sonntag wird sich entscheiden, wer die deutsche Meisterschaft gewinnt: Der THW, der mit 67:7 Punkten in der Tabelle wieder ganz oben steht, oder doch der ewige Rivale SG Flensburg-Handewitt (66:8), der schon am Abend zuvor durch großen Siegeswillen und mit Fortune zu einem 27:26 beim HC Erlangen gekommen war.

Die deutlich höhere Hürde am letzten Spieltag haben die "Zebras" zu überspringen. Sie müssen um 15.30 Uhr bei den Rhein-Neckar Löwen antreten. Die SG empfängt zur gleichen Zeit die HBW Balingen-Weilstetten, die am Mittwoch ihr Saisonziel Klassenerhalt erreicht hat. Den Kielern reicht in Mannheim allerdings schon ein Remis zum Gewinn der 22. deutschen Meisterschaft, denn bei Punktgleichheit spräche der direkte Vergleich zu ihren Gunsten.

Kiels Linksaußen Rune Dahmke glaubt fest daran, dass der Triumph gelingen wird. "Es wird ein extrem schweres Spiel bei den Löwen. Wir müssen alles reinlegen, was noch irgendwie da ist, und dann schauen wir, was dabei herauskommt. Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl", sagte er dem NDR. Geschäftsführer Viktor Szilagyi ist ebenfalls zuversichtlich: "Es war ein erfolgreicher Abend - ein Super-Sieg. Wir fahren jetzt zu einem absoluten Top-Gegner, aber wir haben es in der eigenen Hand. Und jetzt wollen wir die Chance auch nutzen."

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Kiel macht schon in der ersten Hälfte alles klar

In der Kieler Arena startete der frischgekürte DHB-Pokalsieger aus Ostwestfalen selbstbewusst in die Partie, was sich nach neun Minuten auch im Ergebnis widerspiegelte. 4:4 stand es zu dem Zeitpunkt. Es war in Bezug auf das Ergebnis der letzte Moment auf Augenhöhe, danach wurden die Schleswig-Holsteiner immer stärker. Mit einem 4:0-Lauf zum 8:4 schufen sich die "Zebras" ein erstes Polster. Und auch nachdem TBV-Torhüter Peter Johannesson einen Siebenmeter von Sander Sagosen pariert hatte, gerieten die Kieler nicht von ihrem Weg ab. Sie ließen es gar nicht erst zu, dass der Schwede wie im Pokal-Halbfinale wieder zum Helden werden konnte. Nach einem weiteren 6:0-Lauf hieß es 17:8 (25.).

THW zu stark, TBV zu harmlos

Beim Final Four in Hamburg hatte Kiel in der zweiten Hälfte zwar einen Sieben-Tore-Vorsprung noch verspielt, doch an diesem Abend war nicht daran zu denken, dass sich ein solch außergewöhnliches Ereignis so schnell wiederholen könnte - dafür war der THW einfach zu stark und der TBV zu harmlos. Die Partie war de facto schon zur Pause mit dem 20:9 entschieden. Kurios war, dass die Sirene zweimal zu früh ertönte, woraufhin aus den Hallenlautsprechern das Paulchen-Panther-Lied "Wer hat an der Uhr gedreht?" erklang.

Die zweite Hälfte ist schnell erzählt: Kiel musste nicht mehr als nötig tun, um den Vorsprung in der Höhe von zehn Toren zu halten. Und Jicha gab nun auch jenen Spielern Einsatzzeiten, die zuletzt eher in der zweiten Reihe gestanden hatten, wie etwa Oskar Sunnefeldt, Sven Ehrig, Leon Ciudad Benitez oder Malte Voigt. Erfolgreichste Kieler beim 33:23-Sieg waren Sagosen und sein norwegischer Landsmann Harald Reinkind mit jeweils sieben Treffern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 24.06.2021 | 23:03 Uhr

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