Stand: 23.10.2019 21:49 Uhr

Kieler Quenstedt mit breiter Brust ins EM-Casting

Dario Quenstedt zeigt im Trikot des THW Kiel konstant gute Leistungen.

Hätte Dario Quenstedt einen Wunsch frei, wo er sich im kommenden Januar am liebsten aufhalten würde - es wäre mit Sicherheit Norwegen. Genauer gesagt in Trondheim, und noch präziser: im Kreis des deutschen Handball-Nationalteams als einer von zwei nominierten Torhütern bei der EM, in welche die DHB-Auswahl am 9. Januar mit einem Spiel gegen die Niederlande startet. Quenstedt darf sich berechtigte Hoffnungen machen, dass sein großer Wunsch in Erfüllung geht. Der 30 Jahre alte Torhüter vom deutschen Rekordmeister THW Kiel könnte derjenige sein, der das seit Jahren bewährte Duo Andreas Wolff (Vive Kielce) und Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) sprengt.

Souverän gegen Kroatien

Der gebürtige Sachsen-Anhalter hat sich durch starke Leistungen beim THW in die Position des ersten Herausforderers gebracht. Er könnte dem fünf Jahre älteren Heinevetter das EM-Ticket abluchsen. Beim 26:25 am Mittwoch in Zagreb, dem ersten von den beiden Länderspielen gegen den zweimaligen Olympiasieger Kroatien, für die Heinevetter nicht nominiert wurde, zeigte Quenstedt eine souveräne Leistung. Am Sonnabend in Hannover (14.30 Uhr, live im Ersten) kann sich Bundestrainer Christian Prokop endgültig ein Bild darüber machen, ob der Kieler Keeper für die EM taugt.

Schon als ewiges Talent abgestempelt

Für Unbehagen sorgt dies beim kräftigen 1,93-Meter-Mann nicht. Ganz im Gegenteil.

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"Ich freue mich sehr auf die Woche, speziell auf die beiden Länderspiele als Highlight", sagte der Junioren-Weltmeister von 2009 vor dem Abflug der Mannschaft nach Zagreb. "Mit der Nominierung habe ich die Möglichkeit, mich zu zeigen. Es kommt jetzt darauf an, das Vertrauen des Bundestrainers mit einer entsprechenden Leistung zu würdigen", ergänzte Quenstedt, der sich anschickt, es seinen Kritikern zu zeigen. So mancher Beobachter hatte ihn schon als ewiges Talent abgestempelt, da er es nach seinem Nationalteamdebüt 2012 bis jetzt "nur" auf 13 Länderspiele gebracht hat.

Komplimente vom Bundestrainer

Dass nun am Sonnabend die Nummer 14 folgt, hat mit einer Veränderung im vergangenen Sommer zu tun. Nach sechs Jahren beim SC Magdeburg wagte Quenstedt den Wechsel zum THW Kiel, wo es auf seiner Position in dem dänischen Weltmeister Niklas Landin einen herausragenden Kontrahenten um Einsatzzeiten gibt. THW-Trainer Filip Jicha gab dem Zugang jedoch erstaunlich viele Spielanteile - und die nutzte er. "Für Dario hat sich der Wechsel gelohnt. Er hatte viele Spiele, wo er als Nummer zwei reinkam und sofort Leistung gebracht hat", urteilte Prokop.

"Raus aus der Komfortzone"

Auch Quenstedt ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison. "Diese Nominierung zeigt mir, dass der eingeschlagene Weg raus aus der Komfortzone und Wechsel nach Kiel und die damit neu gesteckten Ziele richtig waren", sagte Quenstedt. Er ist auf einem guten Weg, um am 9. Oktober in Trondheim im Spiel gegen die Niederlande als einer von zwei deutschen Torhütern im EM-Kader zu stehen - neben dem Ex-Kieler Wolff, seinem Vorgänger beim THW.

Dieses Thema im Programm:

Sportreport | 26.10.2019 | 18:05 Uhr