Kiels Niklas Ekberg (r.) beim Wurf gegen Magdeburgs Torwart Jannick Green © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter/dpa

Kiel und SG Flensburg-Handewitt mit Punktverlust - Wut beim THW

Stand: 21.02.2021 17:52 Uhr

Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt sind am Sonntag in der Handball-Bundesliga nur zu Unentschieden gekommen. Die "Zebras" spielten 24:24 (11:14) gegen den SC Magdeburg, die SG 27:27 (14:12) gegen den TBV Lemgo Lippe.

von Christian Görtzen

Damit ist auch die Flensburger Serie gerissen: Nach 44 Siegen hintereinander mussten sie wieder einen Punktverlust in einem Bundesliga-Heimspiel hinnehmen. An der Tabellenspitze gibt es nach den beiden Unentschieden am 19. Spieltag keine allzu großen Veränderungen. Die SG ist nun mit 30:4 Punkten Tabellenführer, Kiel rückte mit 23:3 Zählern auf den dritten Rang vor.

THW: Raus aus der Quarantäne, rein ins Spiel

Für den THW Kiel waren die Rahmenbedingungen äußerst schwierig gewesen. Nur einen Tag nach der Rückkehr aus der Corona-bedingten Quarantäne musste das Team wieder aufs Parkett, wofür THW-Trainer Filip Jicha die Handball-Bundesliga (HBL) scharf kritisierte: "Ich ärgere mich über die Entscheidungsträger der HBL. Ich war bei den Gesprächen dabei und ich habe Verständnis für sie, aber dann zu sagen 'entweder du spielst oder verlierst die Punkte', ist nicht schön. Die Spieler sollten nicht darunter leiden, dass wir in einer weltweiten Pandemie stecken."

Nur ein Training am Sonnabend blieb als Vorbereitung. Er sei "enorm stolz, aber auch wütend", so Jicha: "Es ist Wahnsinn, was die Jungs geleistet haben, wenn man bedenkt, dass sie bis Samstag auf der Couch gesessen haben."

"Wir fühlen uns ungerecht behandelt. So behandelt man kein Mitglied der Handball-Familie. Ich wünsche das keinem und bin gespannt, welche Regelung getroffen wird, wenn es noch einmal zu einer solchen Situation kommen sollte." THW-Trainer Filip Jicha

"Zebras" mit Abstimmungsproblemen

Tatsächlich knirschte es in der Maschinerie des Rekordmeisters. Im Zusammenspiel mangelte es an Präzision. Das nutzte der SCM. Daniel Petersson erzielte nach Kempa-Trick das 9:7 (16.) für die Gäste. Und als Lukas Mertens mit einem Wurf ins leere Tor mit dem 12:9 für die erste Drei-Tore-Führung der Sachsen-Anhalter sorgte (23.), wurde es schon langsam bedrohlich für die "Zebras". Jicha reagierte, stellte auf eine sehr weit vorgerückte 3-2-1-Deckung um. Erfolgreich war auch dies zunächst nicht, mit einem 11:14 ging es in die Pause.

Es brauchte einen Kraftakt für die Wende - und die Kieler waren fest entschlossen, diesen in die Wege zu leiten. Harald Reinkind brachte den THW auf 21:22 (52.) heran. Magdeburgs Piotr Chrapkowski sah zudem für einen Schlag an Domagoj Duvnjaks Hals die Rote Karte. Und kurz darauf egalisierte Duvnjak zum 22:22 (54.). Am Ende hieß es 24:24.

THW Kiel - SC Magdeburg 24:24 (11:14)

Tore Kiel: Ekberg 8/3, Duvnjak 5, Reinkind 3, Sagosen 3, Weinhold 2, Wiencek 2, M. Landin 1
Tore Magdeburg: D. Pettersson 8, O. I. Magnusson 5/3, Mertens 5, O´Sullivan 2, Steinert 2, Bezjak 1, G. T. Kristjansson 1
Strafminuten:
10:10
Rote Karte: - / Chrapkowski (51.)

Flensburg-Handewitt mit holprigem Start

Flensburgs Magnus Röd beim Sprungwurf gegen Lemgo © IMAGO / Beautiful Sports
Flensburgs Magnus Röd erzielt eines seiner sechs Tore.

Flensburg-Handewitt tat sich drei Tage nach dem souveränen Erfolg in Berlin im Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe zunächst schwer. Nach 17 Minuten hieß es nur 7:7. Dass die Schleswig-Holsteiner mit einer 14:12-Führung in die Kabine gehen durften, hatten sie zu einem ordentlichen Teil ihrem deutschen Nationalspieler Johannes Golla zu verdanken. Der Kreisläufer traf im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit noch viermal.

Röd und Larsen retten der SG einen Punkt

Um die Führung war es schon bald nach Wiederbeginn geschehen. Durch einen 3:0-Lauf machten die Ostwestfalen aus einem 16:17 (38.) ein 19:17 (43.). Bei der SG ging in dieser Phase nichts zusammen. Nach dem Gegentor durch Dani Baijens hieß es kurz darauf gar 18:21 (45.). SG-Trainer Maik Machulla forderte deutlich mehr von seinen Spielern. Jim Gottfridsson glich zum 25:25 (56.) aus, Lemgo zog jedoch wieder auf 27:25 (57.) davon. Magnus Röd und Mads Mensah Larsen retteten mit ihren Toren zum 27:27-Endstand dem Spitzenreiter zumindest einen Punkt.

SG Flensburg-Handewitt - TBV Lemgo Lippe 27:27 (14:12)

Tore Flensburg: Golla 6, Röd 6, Gottfridsson 4, Larsen 4, Steinhauser 2, Hald 1, Johannessen 1, Jöndal 1, Svan 1, Wanne 1/1
Tore Lemgo: Zerbe 7, Carlsbogard 6, Elisson 5/3, Baijens 4, Guardiola 2, Hangstein 2, Timm 1
Strafminuten: 4:4

TSV Hannover-Burgdorf besiegt HSG Nordhorn-Lingen

Die TSV Hannover-Burgdorf entschied das Niedersachsen-Duell gegen die HSG Nordhorn-Lingen klar für sich. Die Gastgeber gewannen in der Nachholpartie des 17. Spieltages mit 31:22 (18:14) und feierten damit den ersten Sieg in diesem Jahr. Zuvor hatte Hannover drei Partien in Serie verloren, durch den Erfolg verhinderte das Team von Trainer Carlos Ortega ein Abrutschen in den Tabellenkeller.

Bester Werfer bei den Gastgebern war Vincent Büchner mit sechs Treffern. Bei den insgesamt enttäuschenden Gästen kam Robert Weber auf fünf Tore. Für die HSG Nordhorn-Lingen bedeutete die Niederlage einen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Die "Recken" liegen mit 16:20 Punkten auf Rang 13, Nordhorn-Lingen ist mit 9:25 Zählern 17.

TSV Hannover-Burgdorf - HSG Nordhorn-Lingen 31:22 (18:14)

Tore Hannover-Burgdorf: Büchner (6), Cehte (4), Böhm (3), Brozovic (3), Hansen (3), Martinovic (3), Hanne (2), Jonsson (2), Kuzmanovski (2), Pevnov (2), Mavers (1)
Tore Nordhorn-Lingen: Weber (5/2), Vorlicek (4), Kalafut (3), Mickal (2), Zare (2), Miedema (1), Pöhle (1), Possehl (1) Stegefelt (1), Terwolbeck (1), Torbrügge (1)

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 21.02.2021 | 23:00 Uhr

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