Stand: 28.12.2018 11:58 Uhr

Kiel bezwingt Löwen und setzt SG unter Druck

von Johannes Freytag, NDR.de
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Zuversichtlich: THW-Trainer Alfred Gislason.

Der Titelkampf in der Handball-Bundesliga ist zum Zweikampf geworden. Im Spitzenspiel Zweiter gegen Dritter setzte sich der THW Kiel am Donnerstagabend 31:28 (16:15) gegen die Rhein-Neckar Löwen durch und geht als einzig verbliebener ernsthafter Verfolger des ungeschlagenen und verlustpunktfreien Spitzenreiters SG Flensburg-Handewitt in die WM-Pause. Vier Zähler Rückstand auf den Landesrivalen haben die Kieler nach ihrem 15. Ligasieg in Serie, die Löwen liegen schon sieben Punkte zurück. "Wir sind auf jeden Fall noch im Rennen. Flensburg hat viele Spiele mit nur einem oder zwei Toren Unterschied gewonnen. Wenn da nicht noch was möglich ist, dann weiß ich auch nicht", schickte Kiels Hendrik Pekeler nach der Partie bei NDR Info eine Kampfansage von Förde zu Förde.

Spielplan spielt Kielern in die Karten

Auch THW-Trainer Alfred Gislason gab sich zuversichtlich: "Flensburg hat noch einige schwere Aufgaben vor sich." Tatsächlich könnte der Spielplan dem Rekordchampion in die Karten spielen. Denn während die SG die Top-Partien gegen Kiel, die Rhein-Neckar Löwen und den SC Magdeburg auswärts bestreiten muss, hat der THW beide Spiele gegen die Löwen schon siegreich hinter sich gebracht. Zudem empfangen die "Zebras" im neuen Jahr die Flensburger und Magdeburger in der heimischen Arena. Und dort konnte der THW Kiel bislang alle Begegnungen in dieser Saison gewinnen. Dementsprechend groß ist das Selbstvertrauen. "Wir üben jetzt richtig Druck auf Flensburg aus", versprach Nationaltorhüter Andreas Wolff.

Landin bringt THW zurück ins Spiel

Dass es in dieser Partie gegen die Löwen um sehr viel ging, war von Beginn an beiden Mannschaften anzumerken. Sowohl der THW als auch die Gäste aus Mannheim waren um Spielkontrolle bemüht, rasanten Tempo-Handball bekamen die Zuschauer in der ausverkauften Kieler Arena zunächst nicht geboten. Das Duell lebte schlicht von der Spannung: Ihre 2:0-Führung (3.) gaben die Kieler schnell wieder ab und liefen anschließend konstant einem Rückstand hinterher, der nach elf Minuten erstmals zwei Tore betrug (5:7), nach 20 Minuten sogar drei (9:12). Doch dann ging ein Ruck durch die Kieler Mannschaft. Vor allem Keeper Niklas Landin wurde mit zahlreichen Paraden zum Faktor. Während der Däne minutenlang unüberwindbar war, trafen seine Vorderleute nach Belieben - ein 5:0-Lauf brachte den THW mit 14:12 in Front (25.). Eine knappe 16:15-Führung retteten die Gastgeber in die Pause.

Starker Kieler Lauf, dann wurde es noch spannend

THW Kiel - RN Löwen 31:28 (16:15)

Tore Kiel: Reinkind (7), Ekberg (6/4), Nilsson (5), Wiencek (4), Jacobsen (3), Pekeler (2), Duvnjak (2), Landin (1), Zarabec (1)
Tore RN Löwen: Sigurdsson (9/2), Schmid (7), Petersson (4), Kohlbacher (3), Larsen (2), Groetzki (1), Guardiola (1), Nielsen (1)
Zuschauer: 10.285
Strafminuten: 6 / 8

Im Gegensatz zum ersten Durchgang gaben beide Mannschaften nach dem Seitenwechsel sofort Vollgas und suchten ihr Heil im schnellen Abschluss. Zudem agierten beide Abwehrreihen offensiver. Es war nun das erwartete hochklassige und temporeiche Spitzenspiel. Zum Knackpunkt hätte schon die 42. Minute werden können, als die Löwen zwei Zeitstrafen abzusitzen hatten. Aber diese doppelte Überzahl konnte Kiel nicht nutzen, erst als die Gäste wieder komplett waren, traf der THW durch Patrick Wiencek und führte mit 23:21 (45.). Danach drehten die Hausherren auf. Fünf starke Minuten später betrug der Vorsprung schon vier Tore (27:23) - die Vorentscheidung? Noch nicht, die Löwen kamen mit einem 3:0-Lauf wieder heran (57./28:27). Es reichte aber trotzdem, weil Pekeler mit zwei Treffern kurz vor dem Ende den Deckel drauf machte. "2019 wird ein tolles Jahr. Gemeinsam wollen wir mit euch alles geben, um am Ende der Saison etwas zu feiern zu haben", versprach Kapitän Domagoj Duvnjak per Mikrofon den THW-Fans.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 27.12.2018 | 22:40 Uhr