Stand: 10.07.2020 16:41 Uhr

Handball in der Krise: So könnte der Neustart gelingen

von Finn-Ole Martins

Hygienekonzepte, Absprachen mit den einzelnen Bundesländern, mehr Sicherheitspersonal in den Hallen: Die Vereine der Handball-Bundesliga (HBL) müssen eine Vielzahl von Vorkehrungen treffen, um wie geplant im Oktober in die neue Saison starten zu können. "Es bedingt eines Masterplans", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker dem NDR. Dabei könne man vom Fußball lernen: "Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Wir benötigen ein klares Hygienekonzept, in dessen Grenzen wir uns bewegen." Aktuell liegt ein solches dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert Koch-Institut in Berlin vor.

VIDEO: Schwenker: "Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden" (6 Min)

Mitglieder diskutieren über Corona-Tests

Laut Schwenker können die Vorgaben nur ein Rahmen sein, in dem sich die einzelnen Vereine der Bundesliga dann bewegen: "Wir können als Liga nur ein General-Konzept vorlegen. Die Vereine müssen es anschließend auf ihre individuellen und länderspezifischen Voraussetzungen anpassen." Entscheidend sei dabei auch die Frage der Testung: Wie oft müssen Spieler auf das Coronavirus getestet werden? Und vor allem: Wer soll das bezahlen? Auf der Mitgliederversammlung der Bundesliga habe man diese Fragen unter der Woche diskutiert, so Schwenker: "Auf all diese Fragen können wir noch keine Antworten geben. Wir fahren immer auf Sicht." Klar sei aber auch, der Handball verfüge nicht über die gleichen wirtschaftlichen Voraussetzungen wie der Fußball.

Finn-Ole Martins mit dem Präsidenten der Handball Bundesliga, Uwe Schwenker. © NDR Foto: Finn-Ole Martins

AUDIO: Uwe Schwenker im Gespräch: Wie der Handball neustarten will (33 Min)

Supercup Ende September vor Fans

Der Oktober ist dabei im Kalender rot markiert: Dann soll wieder Handball gespielt werden. Schwenker ist weiter optimistisch, dass es bei diesem Plan bleibt: "Wir werden alle Lösungen vornehmen, die in unserer Macht stehen, um dann zu spielen." Das könne zunächst auch eine Lösung ohne Zuschauer bedeuten. Ziel sei es jedoch weiterhin, den Supercup Ende September zwischen Meister THW Kiel und Vizemeister SG Flensburg-Handewitt vor Zuschauern auszutragen. Ein Konzept für 2.000 Fans liegt laut HBL der Stadt Düsseldorf vor. "Wir gehen davon aus, dass wir unter der Beteiligung von Zuschauern spielen können", zeigt sich Schwenker zuversichtlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Sport aktuell | 10.07.2020 | 17:00 Uhr

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