Stand: 19.12.2019 20:49 Uhr

Handball: THW Kiel vorneweg, Flensburg patzt

von Ingmar Deneke, NDR.de
Ole Rahmel vom THW Kiel beim Torwurf im Spiel gegen Balingen © imago images/Beautiful Sports
Ole Rahmel (r.) und seine Kieler hatten mit dem Gegner leichtes Spiel.

Turbulenter Donnerstagabend in der Handball-Bundesliga: Alle drei Topteams aus dem Norden waren im Einsatz - und beendeten ihre Spiele mit ganz unterschiedlichen Gefühlen. Spitzenreiter THW Kiel (28:6 Punkte) feierte gegen die HBW Balingen-Weilstetten einen souveränen 36:26 (19:10)-Heimsieg. Verfolger SG Flensburg-Handewitt (26:10) dagegen patzte und verlor zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte gegen die Eulen Ludwigshafen. Bei der 23:25 (12:12)-Auswärtsniederlage konnte sich der deutsche Meister nie richtig freispielen. Seine Heimstärke stellte wieder einmal die TSV Hannover-Burgdorf unter Beweis. Allerdings mussten die "Recken" beim 29:25 (11:16)-Erfolg gegen den HC Erlangen lange zittern. Damit zog die TSV in der Tabelle an Flensburg vorbei und ist Zweiter (26:8).

THW Kiel gewinnt unwiderstehlich

Der THW hatte für die letzte Partie seiner Hinrunde ein Motto ausgegeben: "Mission Tabellenführung verteidigen". Oder wie es Kapitän Niklas Landin ausdrückte: "Wir stehen oben, und wir wollen auch oben bleiben."

THW Kiel - HBW Balingen-Weilstetten 36:26 (19:10)

Tore für Kiel: Rahmel (8), Bilyk (5), Weinhold (4), Reinkind (4), Zarabec (3), Dahmke (2), Wiencek (2), Pekeler (2), Ekberg (2/2), Nilsson (2), Duvnjak (1), Jacobsen (1)
Tore für Balingen: Gretarsson (8), Thomann (4/2), Zobel (3), Niemeyer (2), Taleski (2), Nothdurft (2), Schoch (2), Lipovina (2), Hausmann (1)
Zuschauer: 10.285

Diesen Siegswillen bekam der Gegner deutlich zu spüren. Fast jeder Wurf in der Anfangsphase fand den Weg ins Balinger Tornetz. Im Stile eines Champions schraubte der THW den Vorsprung bis zur Pause in die Höhe (19:10) und untermauerte seinen Status als ligaweit stärkstes Team der ersten Hälfte. Ein angenehmes Polster, das im zweiten Durchgang allerdings schnell auf 21:15 schmolz (39.). Kurios: Zwischenzeitlich patzten die Kieler vier Mal in Folge von der Siebenmeter-Linie. Spezialist Niclas Ekberg brach den Bann, erhöhte auf 22:15. Anschließend stürmten die "Zebras" unaufhaltsam der 30-Tore-Marke entgegen und gewannen am Ende mit einem großen Vorsprung (36:26). "Klar, wir sind Tabellenführer. Und das wollen wir auch bleiben", sagte Patrick Wiencek dem NDR Hörfunk. Der Kreisläufer ist am Sonntag Studiogast im NDR Sportclub.

Flensburg-Handewitt kommt nicht ins Rollen

Die Flensburger bestritten bereits ihre erste Partie der Rückrunde.

Die Eulen Ludwigshafen - SG Flensburg-Handewitt 25:23 (12:12)

Tore für Ludwigshafen: Walullin 8, Falk 3, Durak 2, Haider 2, Jer. Müller 2, Remmlinger 2, Scholz 2, Dietrich 1, Dippe 1, Neuhaus 1, Stüber 1
Tore für Flensburg: Gottfridsson 5/4, Röd 5, Svan 5, Jöndal 3, Golla 2, Jeppsson 2, Zachariassen 1
Zuschauer: 2.350

Nicht nur wegen des knappen Hinspiel-Sieges (29:26) gegen Ludwigshafen war der deutsche Meister vor den kampfstarken Eulen gewarnt - zu Recht: Die SG tat sich gegen den Tabellenvorletzten mächtig schwer und musste über sieben Minuten auf ihren ersten Treffer warten - Jim Gottfridson traf zum 1:3. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:3 rannte der deutsche Meister bis zur letzten Aktion des ersten Durchgangs einem Rückstand hinterher - Simon Jeppsson erzielte das 12:12. Nach dem Seitenwechsel besorgte Kapitän Lasse Svan die erste Flensburger Führung (13:12, 32.). Die Partie blieb spannend und entwickelte sich zum Krimi. Wichtig: Gottfridsson bewährte sich als sicherer Siebenmeter-Schütze. In der Schlussminute wurde der Schwede allerdings zur tragischen Figur, als er freistehend neben das Tor warf und den möglichen Ausgleich zum 24:24 verpasste. Im Gegenzug machte Ludwigshafen alles klar und bejubelte seinen ersten Sieg gegen Flensburg.

Hannover-Burgdorf krönt starke Hinrunde

Die "Recken" hatten im HC Erlangen einen Gegner zu Gast, der zuletzt zweimal in Folge gewonnen hatte.

TSV Hannover-Burgdorf - HC Erlangen 29:25 (11:16)

Tore Hannover-Burgdorf: Kastening 7/4, Olsen 6, Böhm 5, Martinovic 5, Brozovic 3, Büchner 1, Ebner 1, Patrail 1
Tore Erlangen: Ivic 8, Haaß 4, Sellin 3, Büdel 2, N. Link 2, Överby 2, S. Firnhaber 1, Metzner 1, Minel 1, von Gruchalla 1/1
Zuschauer: 8.628

Und tatsächlich tat sich die heimstarke TSV (zu Hause ungeschlagen, erst ein Punktverlust) zunächst schwer - 6:9 (17.). Immerhin: Spielmacher Morten Olsen konnte trotz seiner Handverletzung aus der Partie in Ludwigshafen voll mitmischen. In einer Auszeit ermahnte Trainer Carlos Ortega seine Mannschaft: "Spielt geduldig!" Mit einem satten Fünf-Tore-Rückstand (11:16) gingen die "Recken" in die Kabine. Danach zeigten die Gastgeber eine große Moral und kämpften sich Stück für Stück heran - ausgerechnet Torwart Domenico Ebner traf zum 20:20 Ausgleich ins leere HC-Tor. Angeführt von Ebner und dem treffsicheren Ivan Martinovic legte Hannover-Burgdorf einen starken Schlusspurt hin und gewann am Ende noch sicher mit vier Treffern Vorsprung (29:25). Damit stellten die "Recken" ihr Traumhinrunde aus der Saison 2017/2018 mit 26:8 Punkten ein und stehen aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz. "Die Handball-Euphorie hier in Hannover ist unglaublich, heute ist wieder das Hallendach weggeflogen", freute sich Nationalspieler Timo Kastening im Interview mit dem NDR Hörfunk.

Nordhorn hält gut mit, aber verliert

Eine beachtliche Leistung zeigte das Liga-Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen. Das Team aus dem Emsland bot dem haushohen Favoriten Rhein-Neckar Löwen auswärts einen großen Kampf, musste sich am Ende aber mit 28:32 (15:16) geschlagen geben. Erfolgreichste HSG-Werfer waren Patrick Miedema und Robert Weber mit jeweils sieben Treffern.

Weitere Informationen
Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 19.12.2019 | 23:03 Uhr

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