Stand: 17.11.2019 10:19 Uhr

Handball: THW Kiel empfängt die TSV Hannover-Burgdorf

Es ist das Topspiel der Handball-Bundesliga: Am Sonntag gastiert die TSV Hannover-Burgdorf beim deutschen Rekordmeister THW Kiel. Beide Mannschaften haben als einzige Teams in der Liga lediglich vier Minuspunkte auf dem Konto, und als Sparringspartner will der Überraschungs-Spitzenreiter aus Niedersachsen keinesfalls herhalten. Vielmehr soll der kleinen TSV auf großer Bühne der nächste Coup gelingen. Die Gedanken an den seit Wochen ausverkauften Kieler Handball-Tempel stacheln den Branchenprimus, der sich nun schon seit über zwei Monaten hartnäckig an der Spitze hält, dabei nur noch mehr an. "Wir wissen, dass wir in der Arena gewinnen können", sagte Hannovers Nationalspieler Fabian Böhm.

Viel Vorfreude und kein Druck

Der bisherige Saisonverlauf sorgt bei Hannover-Burgdorf für Selbstvertrauen - auch wenn das Team zuletzt in Wetzlar die Siegchance kurz vor Schluss (25:25) vergab. Wurde das Team von Trainer Carlos Ortega zu Beginn der Spielzeit aufgrund des günstigen Auftaktprogramms von vielen noch als vorübergehendes Phänomen in der Spitzengruppe abgetan, ist der Respekt inzwischen deutlich gewachsen. Siege in der Liga gegen den SC Magdeburg und die SG Flensburg-Handewitt sowie das Remis gegen die Rhein-Neckar Löwen haben in der Szene Aufsehen erregt. "Es ist natürlich ein besonderes Gefühl, als Spitzenreiter nach Kiel zu fahren. Wir freuen uns auf das Topspiel", sagte Rückraumspieler Mait Patrail. Und Spielmacher Morten Olsen beteuerte: "Wir haben keinen Druck und nichts zu verlieren."

Böhm: "Fahren nach Kiel, um zu gewinnen"

Bei Böhm, Olsen und Patrail kommen in diesen Tagen fast zwangsläufig die Erinnerungen an den 7. September 2017 hoch. An jenem Tag gewann Hannover mit einem 31:29-Erfolg erst- und bis dato letztmals bei den "Zebras". "Wir haben damals viel richtig gemacht und uns wenig Fehler erlaubt", erinnert sich Rückraumschütze Patrail: "So müssen wir auch am Sonntag auftreten, wenn wir eine Chance haben wollen."

Wie ausgebufft der Tabellen-13. der Vorsaison auswärts momentan agieren kann, zeigte er vor allem bei seinem Gastspiel im Oktober in Flensburg. Durch den sensationellen 26:20-Kantersieg beim Meister im Pokal brachten die Recken der SG in der heimischen Arena die erste Niederlage auf nationaler Ebene seit fast einem Jahr bei. "Wir fahren nach Kiel, um dort zu gewinnen", betonte Böhm.

Kiel hetzt von Spiel zu Spiel

Helfen kann den Gästen dabei, dass die Kieler kaum Zeit für die Vorbereitung auf das Spitzenspiel hatten. Die "Zebras" bestritten am Mittwochabend das Champions-League-Rückspiel beim FC Porto (30:29). "Das kann uns helfen", sagte Ortega über die ungleiche Belastung. Die Niedersachsen haben in dieser Saison 15 Partien bestritten, die Kieler bringen es auf 26. "Es wird eine richtig harte Aufgabe", sagte THW-Rückraumspieler Nikola Bilyk.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.11.2019 | 13:30 Uhr