Stand: 18.04.2019 20:38 Uhr

Handball: Siege für Flensburg und Kiel

von Johannes Freytag, NDR.de
Magnus Röd (l.) und seine Flensburger sind in der Handball-Bundesliga weiter auf Titelkurs.

Der Titelkampf in der Handball-Bundesliga bleibt weiter spannend und ein Schleswig-Holstein-Duell. Sowohl Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt als auch Verfolger THW Kiel gewannen am Donnerstagabend ihre Partien. Flensburg bezwang Gummersbach 28:20 (17:12), die "Zebras" siegten bei den Füchsen Berlin 30:29 (13:15). In der Tabelle führt Meister Flensburg mit 50:2 Punkten vor dem Landesrivalen (48:6). Am kommenden Sonntag können die spielfreien Kieler auf dem Sofa verfolgen, wie die SG mit dem Gastspiel bei den Rhein-Neckar Löwen ein ganz anderes Kaliber vor der Brust hat - und möglicherweise Punkte lässt. Der Tabellenvierte aus Mannheim gewann sein Auswärtsspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf 30:28 (16:14).

Gummersbach beindruckt Flensburg nur 17 Minuten lang

Der VfL Gummersbach bewies in der Anfangsphase in Flensburg, dass der 28:23-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen kein Zufall war. Die SG tat sich schwer mit den Gästen und rannte zunächst permanent einem Rückstand hinterher. Erst nach knapp zehn Minuten gelang die erste Führung (5:4), die aber den VfL keinesfalls aus dem Konzept brachte. Bis zur 17. Minute war es ein Duell auf Augenhöhe (9:9), danach zog Flensburg mit einem 3:0-Lauf davon (20./12:9). Das zeigte Wirkung, die Gäste leisteten sich zu viele überhastete Abschlüsse, das Team von Trainer Maik Machulla hingegen marschierte - mit 17:12 ging es in die Pause.

Im zweiten Durchgang gab sich der deutsche Meister keine Blöße mehr. Auch dank einiger Zeitstrafen gegen Gummersbach hatte Flensburg alles im Griff. Keeper Benjamin Buric durfte einige Paraden zeigen, vorne sorgte Lasse Svan mit seinen Treffern für beständigen Jubel bei den SG-Fans. Nach 50 Minuten stand es 24:17 für die Hausherren. Im Schongang fuhren die Flensburger den 28:20-Erfolg ein. "Wir haben lange gebraucht, um unseren Rhythmus zu finden", erklärte Holger Glandorf nach dem Spiel dem NDR Hörfunk. "Für den Körper war die Länderspielpause wichtig, für den Rhythmus aber nicht."

Flensburg - Gummersbach 28:20 (15:12)

Tore Flensburg: Svan (6), Jondal (6/3), Golla (5), Lauge (4), Röd (3), Gottfridsson (2), Glandorf (1), Sogard Johannessen (1)
Gummersbach: Sommer (5/2), Schukow (5), Baumgärtner (4), Martinovic (3), Herzig (1), Preuss (1), Norouzinezhad Gharehlou (1)
Zuschauer: 6.300

Kiel zittert sich zum Sieg

Der THW tat sich bei der Neuauflage des Halbfinal-Duells um den DHB-Pokal schwer. Einen ersten Zwei-Tore-Rückstand (8./3:5) drehten die "Zebras" noch in eine eigene Führung (17./10:9), danach verloren sie aber den Faden und ließen die Berliner auf drei Treffer davon ziehen (26./10:13). Weder Niklas Landin noch Andreas Wolf waren ein Faktor, keinem der beiden THW-Keeper gelang in der ersten Hälfte eine Parade.

Aber die Halbzeitansprache von THW-Coach Alfred Gislason hatte offenbar gesessen, denn fortan lief es bei den Schleswig-Holsteinern. Landin konnte seine ersten abgewehrten Bälle feiern, vorne zeigten sich die Kieler treffsicher und wandelten den 13:15-Pausen-Rückstand in ein 17:15 um (34.). Nun wogte die Partie hin und her. Die Füchse glichen wieder aus (43./21:21), Kiel zog wieder weg - aber als Niklas Ekberg zum 26:22 für die Gäste traf, schien eine Vorentscheidung gefallen (49.). Der THW machte sich jedoch das Leben schwer. Miha Zarabec sah die Rote Karte (54.), zweieinhalb Minuten vor dem Ende war Berlin wieder bis auf einen Treffer herangerückt (28:29). Aber es reichte - wenige Sekunden vor dem Ende vergab Berlins Fabian Wiede mit einem Fehlpass die Chance auf den möglichen Ausgleich - die THW-Profis feierten ihren knappen Sieg.

"Die Meisterschaft hat im ganzen Spiel gewackelt, denn in der ersten Halbzeit hat unsere Abwehr überhaupt nicht stattgefunden. Nach der Pause war es für uns deutlich besser, aber es war ein glücklicher Sieg, keine Frage", erklärte Gislason nach der Partie.

Füchse Berlin - THW Kiel 29:30 (15:13)

Tore Berlin: Lindberg 7/4, Drux 5, Wiede 4, Koch 3, Marsenic 3, Zachrisson 3, Elisson 2, Gojun 1, Mandalinic 1
Tore THW Kiel: Duvnjak 6, L. Nilsson 5, Weinhold 5, Ekberg 4/1, Wiencek 4, Pekeler 2, Reinkind 2, M. Landin 1, Zarabec 1
Zuschauer: 10.000

H.-Burgdorf unterliegt den RN Löwen

Die TSV Hannover-Burgdorf mühte sich beim 28:30 (14:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen nach Kräften, fand aber vor allem im ersten Durchgang gegen Mannheims Andy Schmid kein Mittel. Der Schweizer warf allein in den ersten 14 Minuten neun Tore, am Ende schlugen elf Treffer für ihn zu Buche. Beste Werfer der "Recken", die in der Tabelle auf dem 13. Rang liegen, waren Nejc Cehte und Timo Kastening mit sieben Toren.

Hannover-Burgdorf - RN Löwen 28:30 (14:16)

Tore Hannover : Cehte (7), Kastening (7/4), Olsen (5), Häfner (3), Ugalde (3), Böhm (2), Atman (1)
Tore RN Löwen: Schmid (11/2), Petersson (6), Kohlbacher (5), Tollbring (4/1), larsen (2), Fäth (1), Palicka (1)
Zuschauer: 7.551

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.04.2019 | 22:40 Uhr

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