Stand: 04.04.2018 10:00 Uhr

3, 2, 1 - HSV-Handballer vor nächstem Aufstieg

von Christian Görtzen, NDR.de
Die Mannschaft des HSV Hamburg bei der Begrüßung der Zuschauer.

Als die Mecklenburger Stiere tanzten, stand Lukas Ossenkopp bedröppelt da. Es war für den wurfgewaltigen Rückraumspieler und seine Mannschaftskollegen vom Handball-Drittligisten HSV Hamburg ein seltsames Gefühl, das Heimspiel gegen Schwerin trotz zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Führung mit 32:33 noch aus den Händen gegeben zu haben. Und so brauchte das junge Team etwas Zeit, um den Ganzen etwas Positives abzugewinnen. "Wir sehen es jetzt als Warnung, dass wir uns nicht zu früh zufrieden geben dürfen - trotz unseres Vorsprungs in der Tabelle", sagte Ossenkopp.

Das übergeordnete Ziel heißt Bundesliga

Der Verein hat ja auch Großes vor in den nächsten Wochen - und in den kommenden Jahren. Der Club, der unter dem damaligen Trainer und heutigem Vizepräsidenten Martin Schwalb Deutscher Meister (2011) wurde, die Champions League (2013), den Europapokal der Pokalsieger (2007) und den DHB-Pokal (2006, 2010) gewann, strebt mit Macht nach oben. Die Rückkehr in die Bundesliga ist das übergeordnete Ziel. Schritt eins nach der Insolvenz des Bundesliga-Vereins im Januar 2016 infolge des Rückzugs von Mäzen Andreas Rudolph ist längst gemacht. Im Mai 2016 gelang der U23, die nach dem Aus für das Profiteam die neue erste Mannschaft wurde, der Aufstieg in die Dritte Liga. Und nachdem Hamburg in der vorherigen Saison als Dritter knapp den nächsten Aufstieg verpasst hatte, ist der Handballsport-Verein nun in Vorbereitung auf den nächsten Sprung nach oben - 3, 2, 1!

Klare Vorteile im Duell mit Altenholz

Die Ausgangslage ist glänzend. Der HSV weist als Spitzenreiter vier Minuspunkte weniger auf als der Rivale TSV Altenholz, der Kooperationspartner des deutschen Rekordmeisters THW Kiel. Hamburg liegt bei fünf noch auszutragenden Partien mit 40:6 Zählern vorne, Altenholz folgt bei vier noch zu absolvierenden Begegnungen mit 38:10. Zudem hat der HSV den direkten Vergleich gewonnen, was bei Punktgleichheit den entscheidenden Vorteil bringen würde. Im schnellstmöglichen Fall könnte der HSV am 14. April, nach dem Spiel bei DHK Flensborg, das Erreichen des nächsten Zwischenziels feiern. Dazu müsste der HSV seine Partien beim Oranienburger HC am kommenden Sonnabend (18.30 Uhr) und bei DHK gewinnen, und Altenholz zu Hause gegen DHK und beim Drittletzten MTV Braunschweig verlieren.

Ossenkopp vor grandiosem Monat Mai

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Ossenkopp, der herausragende HSV-Spieler in dieser Saison, zeigt sich grundsätzlich optimistisch: "Die Wahrscheinlichkeit ist schon groß, dass wir den Aufstieg schaffen." Der 25 Jahre alte Rückraumspieler geht gleichwohl davon aus, dass Altenholz im Duell um Platz eins nicht nachlassen und es noch etwas länger dauern werde. Der Mai könnte für den gebürtigen Lüneburger ein grandioser Monat werden - aus gleich drei Gründen. Am 5. Mai soll nach dem letzten Drittliga-Spieltag der Aufstieg feststehen, am 24. Mai ist für den Lehramtsstudenten (Deutsch, Politische Wissenschaften) der Abgabetag für seine Masterarbeit, und am 25. Mai wird er seine Freundin Sophia standesamtlich heiraten.

Schwung holen in der Dritten Liga

Auf einem der drei Felder hat Ossenkopp bereits Erfahrungswerte gesammelt. Der 1,94-Meter-Hüne weiß, wie es funktioniert mit dem Aufstieg in die Zweite Liga. Mit den Handballfreunden Springe ging es nach der Saison 2015/2016 nach oben. In der darauffolgenden Serie war Ossenkopp mit 106 Treffern der erfolgreichste Spieler seines Teams. 23 Jahre alt war er damals - eigentlich ein ideales Alter, um mindestens in der Zweiten Liga zu bleiben, wenn nicht gar noch mehr zu wagen. Doch Ossenkopp wählte den Schritt zurück in die Dritte Liga, ging zum Handball-Sportverein Hamburg. Das war wie Schwung holen.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.04.2018 | 22:50 Uhr

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