Stand: 06.12.2019 12:43 Uhr

Flensburgs Kampf gegen die Krise

von Jörg Tegelhütter
Trainer Maik Machulla kassierte mit Flensburg eine Niederlage in Magdeburg.

Der großgewachsene Mann mit den breiten Schultern wirkte abgekämpft und leer. "Wir sind am Boden zerstört", gab Maik Machulla im NDR Interview unumwunden zu. Die Enttäuschung stand dem Handball-Trainer der SG Flensburg-Handewitt ins Gesicht geschrieben. Ausgerechnet in Magdeburg, also in der Stadt in der Machulla seine gesamte Jugend verbrachte, kassierte der 42-Jährige mit seinem Team die bislang wohl bitterste Saisonniederlage.

Flensburg verspielt fünf Tore Vorsprung

Das 25:26 beim SC Magdeburg war unglücklich und unnötig zugleich. Bis zur 52. Minute hatte der deutsche Meister stets geführt. Zeitweise betrug der Vorsprung fünf Tore. Doch als Göran Johannessen sechs Sekunden vor Schluss mit dem letzten Wurf scheiterte, war die dritte Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison perfekt.

Eine Pleite mit Folgen - vor allem psychologisch. "Ein Sieg hätte Energie gegeben, so eine Niederlage trägt man noch Tage mit sich rum", trauerte Machulla der vergebenen Chance hinterher. Der Coach muss seine Mannschaft nun vor dem Jahresendspurt wieder aufbauen. Der Blick auf die Tabelle dürfte da wenig helfen. Zwar sind die Flensburger immer noch Spitzenreiter, aber schon am Wochenende kann Dauerrivale Kiel vorbeiziehen. Schlimmer noch: Nach 16 Spielen hat die SG bereits acht Minuspunkte auf dem Konto. In der gesamten vergangenen Meistersaison waren es nur vier. Nicht nur Machulla konstatiert "zu viele Punktverluste". Den Trainer ärgern vor allem die Unentschieden gegen die Außenseiter Wetzlar und Stuttgart, und er bemängelt das Fehlen eines "verlässlichen Grundniveaus". Vor diesem Hintergrund scheint die Verteidigung des Titels utopisch.

Schon sechs Niederlagen in der Champions League

Aber auch sonst läuft es nicht rund. Im Pokal bereits ausgeschieden, setzte es für die SG in der Champions League zuletzt sechs Niederlagen in Serie. Da lässt auch die Begeisterung des Flensburger Publikums nach. Beim 29:32 gegen den dänischen Vertreter Aalborg war die heimische Arena nur noch zu zwei Dritteln besetzt.

Gründe für die sportliche Krise gibt es einige. Die SG hat die Abgänge von Kapitän Tobias Karlsson, der seine Karriere beendete, und Topstar Rasmus Lauge bislang nicht kompensiert. Auch weil der neue Abwehrchef Simon Hald mit einem Kreuzbandriss noch Monate ausfällt.

Spitzenspiel bei den Rhein-Neckar Löwen

Doch Jammern nützt nichts. Spiele wie in Magdeburg würden der Mannschaft auch helfen, sich zu entwickeln, versucht sich Machulla in Optimismus. Viel Zeit zum Entwickeln bleibt der SG allerdings nicht. Vier Partien stehen im Kalenderjahr 2019 noch auf dem Programm. Darunter das Spitzenspiel beim Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen kurz vor Weihnachten.

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Sport aktuell | 06.12.2019 | 12:25 Uhr