Handball: Flensburg bezwingt Magdeburg bei Fan-Rückkehr

Stand: 02.06.2021 20:40 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt in der Handball-Bundesliga an Spitzenreiter THW Kiel dran. Vor 125 Fans siegten die Schleswig-Holsteiner am Mittwochabend gegen den SC Magdeburg mit 33:30 (13:16).

von Johannes Freytag

Das Team von Trainer Maik Machulla ist nun seit 54 Heimspielen in Folge ungeschlagen und rückte in der Tabelle wieder bis auf einen Zähler an die Kieler heran. Nebeneffekt: Die Qualifikation für die Champions League ist geschafft. Beste Werfer der Hausherren waren Lasse Svan und Jim Gottfridsson mit je sieben Treffern. Der reaktivierte Torwart-Oldie Henning Fritz kam auch gegen seinen Ex-Club nicht zum Einsatz.

Während die Flensburger am Sonntag (13.30 Uhr) die TSV Hannover-Burgdorf zum Nordduell bitten, können die Magdeburger zwei Tage später erneut das Meisterrennen beeinflussen. Am Dienstag gastiert der THW Kiel bei den Sachsen-Anhaltern.

SG lässt zu viele Chancen liegen

Erstmals seit Monaten durften wieder Zuschauer in die Halle. Die 125 Fans sahen, wie ihre SG zwar durch Svan schnell in Führung ging, anschließend aber zahlreiche klare Würfe nicht im Gästetor unterbrachte. Mehrfach scheiterten die Norddeutschen am Pfosten, zudem verwarf Gottfridsson einen Siebenmeter.

Die Magdeburger zeigten sich bei ihren Angriffen effizienter, hatten in Keeper Jannick Green einen starken Rückhalt und erspielten sich so eine Drei-Tore-Führung (17./10:7) - die auch zur Halbzeit (16:13) Bestand hatte. Torbjörn Bergerud bewahrte Flensburg in der Schlusssekunde der ersten Hälfte vor Schlimmerem, als er den Wurf von Christoph Steinert parierte.

Flensburg dreht das Spiel...

Wenige Minuten nach Wiederbeginn bauten die Gäste ihren Vorsprung dennoch auf vier Tore aus (34./18:14) - aber die SG stemmte sich gegen die drohende erste Heimniederlage seit 2017, kam durch einen 5:0-Lauf erst zum Ausgleich und ging wieder in Führung (39./19:18). In dieser Phase steckten die Gastgeber sogar eine Zwei-Minuten-Strafe für Gottfridsson weg.

Nun wurde es ein offener Schlagabtausch, keine Mannschaft konnte sich absetzen (46./22:22). Flensburg verteidigte offensiver als noch im ersten Durchgang und zeigte sich auch im Angriff aggressiver und vor allem präziser bei den Würfen. Bergerud lenkte einen Siebenmeter von Omar Magnusson an den Pfosten, auf der Gegenseite traf Gottfridsson zum 28:26 (55.).

... und lässt sich von den Fans feiern

Die Zuschauer waren aus dem Häuschen und taten ihr Bestes, um ein "Hölle Nord"-Feeling zu erzeugen. Es gelang: Unter lauten Tröten- und Trommel-Lärm erhöhte Jöndal auf 29:26 (56.) - die Vorentscheidung? Ja, denn die SG spielte die knappe Restzeit souverän herunter. Nach dem Schlusspfiff gab es das verdiente Siegertänzchen. Flensburgs Trainer Machulla zeigte sich im NDR Interview begeistert über die Unterstützung der Zuschauer: "Gerade in der Phase, wo wir uns wieder zurückgekämpft haben, helfen die uns wahnsinnig. Wenn man bedenkt, dass das nur 125 waren. Was die für eine Atmosphäre geschaffen haben, dass selbst die Jungs gesagt haben, bei so wenigen kriegt man eine Gänsehaut."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 02.06.2021 | 23:03 Uhr

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