Stand: 20.11.2019 20:45 Uhr

THW Kiel spielt nur remis gegen Außenseiter Saporoschje

von Matthias Heidrich, NDR.de
Der THW Kiel spielte gegen Saporoschje nur 32:32.

Drei Tage nach dem eindrucksvollen Sieg im Bundesliga-Spitzenspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf ist der THW Kiel in der Handball-Champions-League nicht über ein Remis gegen den krassen Außenseiter HC Motor Saporoschje hinausgekommen. 32:32 (16:17) hieß es am Ende. Die ersatzgeschwächten Kieler fanden gegen den Letzten der Gruppe B nie richtig ins Spiel und mussten nach dem Remis gegen Kielce und der Niederlage gegen Porto erneut in eigener Halle Punkte lassen.

Wiencek: "Das tut einfach weh"

"Wir müssen das Spiel ohne wenn und aber gewinnen. Egal, ob irgendwelche Leute fehlen, oder nicht. Wir haben immer noch so viel Qualität im Kader, dass wir das irgendwie schaffen müssen", sagte THW-Kreisläufer Patrick Wiencek dem NDR. "Das tut einfach weh."

Keeper Kireev zieht "Zebras" den Zahn

Nach den ersten 30 Minuten rieben sich die Zuschauer in der THW-Halle verwundert die Augen. Eine 17:16-Pausenführung für Saporoschje leuchtete von der Anzeigetafel, der Tabellenletzte führte völlig unerwartet beim Ersten. Das lag vor allem an der unkonzentrierten Angriffsleistung der Kieler, die allein sechs freie Würfe nicht im Kasten der Gäste unterbrachten. Zum anderen schwang sich Victor Kireev im Tor der Ukrainer zu einer überragenden Leistung auf, verbuchte in der ersten Hälfte zwölf Paraden. Am Ende waren es herausragende 17.

THW Kiel tut sich schwer - Ekberg ohne Nerven

Mitte der zweiten Hälfte rieben sich die THW-Fans erneut verwundert die Augen. Außenseiter Saporoschje lag nach 43 Minuten mit 24:21 in Führung. Die fahrigen Gastgeber blieben sechs Minuten am Stück ohne Torerfolg. Die Angst vor einer blamablen Heimpleite lag in der Luft. Gut für den THW und bezeichnend zugleich: Niclas Ekberg hielt die Schleswig-Holsteiner mit seinen Siebenmetertoren im Spiel. Der angeschlagene Schwede, der nur für die Ausführung der Siebenmeter eingewechselt wurde, traf alle neun Strafwürfe und war damit bester THW-Werfer.

THW Kiel - HC Motor Saporoschje 32:32 (16:17)

Tore THW Kiel: Ekberg 9/9, Pekeler 6, L. Nilsson 5, Dahmke 4, Rahmel 3, Reinkind 3, Wiencek 2
HC Saporoschje: Puchouski 10, Kozakevych 5, Soroka 4/1, Babitschew 3, Denysov 3, Doroschtschuk 3, Malasinskas 2, Schukow 2
Zuschauer: 7.618

Coach Filip Jicha stellte in der Schlussphase auf eine 3-2-1-Deckung um, was die Gäste zumindest ein wenig aus dem Rhythmus brachte. Sechs Minuten vor dem Ende waren die Kieler immerhin mit einem Tor vorne - 30:29. Es half aber alles nichts beim THW. Ohne Leistungsträger wie Domagoj Duvnjak im Angriff, mit einer löchrigen Deckungsarbeit und einem ungewohnt schwachen Niklas Landin im Tor (vier Paraden) war an diesem Tag für das Jicha-Team nicht mehr als das schmeichelhafte Remis drin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.11.2019 | 23:03 Uhr