VIDEO: Schmäschke: "Diese Entscheidung ist alternativlos" (5 Min)

Handball-Bundesliga hält an ihrem Spielsystem fest

Stand: 10.02.2021 17:17 Uhr

Die Clubs der Handball-Bundesliga (HBL) haben sich am Mittwoch in einer Videokonferenz klar dafür ausgesprochen, die Saison mit dem aktuellen Spielsystem - also Hin- und Rückspiel - fortzusetzen.

Zu viele rechtliche Unsicherheiten bei Alternativmodellen sprachen am Ende für den bewährten Modus. Aktuell gibt es 28 Spielabsagen in der Ersten Liga. Dass der komplette Spielplan bis Saisonende am 27. Juni tatsächlich abgearbeitet werden kann, ist momentan unwahrscheinlich. "Es bleibt nach wie vor das feste Ziel beider Handball-Bundesligen, bis zu diesem Zeitpunkt alle Spieltage und Begegnungen absolviert zu haben", teilte die Liga aber mit.

Sollte das nicht gelingen, greift wie in der vergangenen Spielzeit die Quotientenregel, sobald die Clubs die Hälfte der insgesamt 38 Partien ausgetragen haben. Darauf hatten sich die Bundesligisten bereits vor dem Ligastart verständigt. Dabei werden bei jedem Team die Pluspunkte durch die absolvierten Spiele geteilt und anschließend mit 100 multipliziert. Im Gegensatz zur vergangenen Saison soll es diesmal aber vier Absteiger geben.

"Ein Alternativprogramm scheidet aus unserer Sicht aus, weil doch erhebliche Rechtsunsicherheiten bestehen, sollten wir das einmal beschlossene Spielsystem verändern." HBL-Präsident Uwe Schwenker

Mögliche Anpassungen abhängig vom Pandemieverlauf

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann hatte bereits im Vorfeld weiterhin das sogenannte Round-Robin-System favorisiert. "Es erscheint mir derzeit immer noch die beste Lösung, die 38 Spiele anzustreben. Soweit spielen, wie wir kommen, und dann quotal werten." Die Mehrheit der bisher verlegten Spiele wurde neu angesetzt oder bereits nachgeholt. Mögliche Anpassungen im Rahmen des aktuellen Spielformats seien abhängig vom weiteren Pandemieverlauf. Die Bundesligen vertrauten aber auf die "bis dato bewährten Sicherheits- und Hygienekonzepte".

VIDEO: Schwenker: "Es geht um den Handball" (5 Min)

Andere Variante ist vom Tisch

Offenbar hatte auch eine Variante zur Diskussion gestanden, nach der die Liga in eine obere und eine untere Hälfte aufgeteilt wird, um dann in einer einfachen Runde Meister, Europacupplätze und Absteiger auszuspielen. "Alle Diskussionen um Alternativen herum helfen uns in dieser Phase nicht weiter. Wir brauchen Klarheit. Diese Entscheidung ist alternativlos", sagte Dierk Schmäschke dem NDR. "Es gibt eine Menge Sicherheit für Partner, Sponsoren und für unsere Fans, dass man weiß, die HBL und wir Bundesligisten wollen bis zum Ende durchspielen."

Der Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt ist optimistisch, dass die Bundesliga-Saison komplett stattfinden kann. "Es wird zu einer sehr starken Verdichtung des Terminkalenders kommen, das erhöht sicherlich die Belastung. Aber das muss man in so einem Jahr dann in Kauf nehmen, wenn wir unsere Liga schützen wollen", so Schmäschke.

"Ich bin natürlich in Sorge. Dass es hart ist, ist uns klar. Aber es geht am Ende auch um die Aufrechterhaltung unserer Liga und auch der Champions League." Dierk Schmäschke

Terminhatz auch in der Champions League

Für die Topclubs ist die Terminhatz allerdings ungleich größer. Denn auch international - neben dem THW Kiel und Flensburg in der Champions League sind die Rhein-Neckar Löwen, Füchse Berlin und der SC Magdeburg in der European League dabei - müssen noch etliche Partien absolviert werden. "Wir möchten nicht, dass die Entscheidung am grünen Tisch gefällt wird, sondern sie sportlich zu Ende gebracht wird", betonte Schmäschke. "Wir müssen sehen, dass wir mit Alternativplänen auch da sportlich bis zum Ende durchkommen. Kreativ und kooperativ untereinander sein, um das hinzubekommen".

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Sport aktuell | 10.02.2021 | 14:25 Uhr

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