Der benommene Steffen Weinhold (THW Kiel) muss gestützt werden. © imago images/Werner Scholz

THW Kiel schlägt Nordhorn - Harte Aktion gegen Weinhold

Stand: 25.10.2020 11:11 Uhr

Der THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga einen ungefährdeten 35:29 (17:13)-Sieg bei der HSG Nordhorn-Lingen eingefahren und ist zumindest vorübergehend Tabellenführer. Überschattet wurde das Spiel durch eine harte Aktion gegen Steffen Weinhold.

von Matthias Heidrich

Die Kieler taten sich in der ersten Hälfte lange schwer gegen die aggressiv zu Werke gehenden Nordhorner. Nach 22 Minuten stand es lediglich 11:10 für den Rekordmeister, der dann aber einen Zwischenspurt einlegte. Sechs Minuten später wies die Anzeigetafel eine 17:11-Führung für die "Zebras" aus. Niclas Ekberg glänzte bei den Schleswig-Holsteinern mit fünf Toren bei fünf Versuchen in der ersten Hälfte. Am Ende war er mit acht Treffern bester Schütze auf dem Feld.

Weinhold schlägt mit Kopf auf Hallenboden auf

Unschön wurde es in den letzten Sekunden der ersten 30 Minuten. Steffen Weinhold hob zum Sprungwurf ab, wurde von Nordhorns Dominik Kalafut in der Luft attackiert, verlor das Gleichgewicht und schlug ungebremst mit dem Kopf auf dem Hallenboden auf. Teamkollegen führten den benommenen Rückraumspieler vom Feld. THW-Trainer Filip Jicha war kurz nach der Aktion außer sich, zumal die Schiedsrichter Kalafut nicht die Rote Karte zeigten. Die wiederum kassierte THW-Akteur Hendrik Pekeler zu Recht, als er beim folgenden Freiwurf den in der Mauer stehenden Philipp Vorlicek am Kopf traf.

In der zweiten Halbzeit saß Wienhold dann neben Pekeler auf der Tribüne, in Kiel sollen weitere neurologische Untersuchungen folgen. Ob der 34-Jährige am Mittwoch (18.45 Uhr) im Champions-League-Heimspiel gegen Telekon Veszprem aus Ungarn auflaufen kann, stand zunächst noch nicht fest. "Ich bin sehr froh, dass wir dieses sehr intensive, brutale Spiel gewonnen und nur einen Spieler im Krankenhaus haben", ereiferte sich Jicha nach dem Spiel. "Für mich war das Foul eine glatte Rote Karte. Dominik Kalafut tut es unglaublich leid", sagte auch HSG-Coach Daniel Kubes.

"Jetzt zeigen wir es euch"

Die Kieler waren durch die Aktion gegen Weinhold sichtlich angestachelt. Sie gingen nach dem Seitenwechsel volles Tempo und auch recht resolut in die Zweikämpfe. "Jetzt zeigen wir es euch erst recht" war die Einstellung, die alle THW-Spieler jetzt ausstrahlten. Die Schleswig-Holsteiner wollten nun einen Kantersieg einfahren. Das gelang nicht, weil Nordhorn gut dagegenhielt. Für einen ungefährdeten Auswärtssieg der "Zebras" reichte es aber allemal.

HSG Nordhorn-Lingen - THW Kiel 29:35 (13:17)

Tore HSG Nordhorn-Lingen: R. Weber 6/1, De Boer 5, Pöhle 4, Seidel 4/1, Miedema 3, Stegefelt 2, Visser 2, Kalafut 1, Possehl 1, Vorlicek 1
THW Kiel: Ekberg 8/2, Reinkind 6, Dahmke 5, Duvnjak 4, Sagosen 4, Wiencek 3, Zarabec 3, Horak 1, Pekeler 1
Strafminuten: 14 / 14
Disqualifikation: - / Pekeler (29.)

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 24.10.2020 | 23:03 Uhr

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