Stand: 13.08.2020 15:57 Uhr

Handball-Bundesliga: Noch keine Einigung zum Re-Start

Frank Bohmann © picture alliance / dpa
HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann führt schwierige Verhandlungen.

Die deutschen Handball-Clubs suchen händeringend nach Lösungen, um den Start der Bundesliga wie geplant am 1. Oktober angehen zu können - bestenfalls mit Zuschauern. Am Donnerstag beriet die Handball-Bundesliga (HBL) mit den Präsidenten der 20 Vereine über ein sogenanntes Betriebskonzept. Eine Einigung gab es jedoch nicht.

Das Papier, das für die nächste Saison unter anderem regelmäßige Corona-Tests aller Wettkampfbeteiligten vorsieht, ist zwar in seinen Grundzügen fertig. "Aber es sind noch Detailfragen zu klären", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. "Das war noch mal sehr intensiv. Es gab viele Rückfragen. Wir müssen verschiedene Seiten glücklich machen, das ist schon aufwendig. Nächste Woche Mittwoch machen wir dann weiter", kündigte der 55-Jährige eine erneute Runde der Clubchefs an.

Chancen auf Start mit Fans gesunken

Die Hoffnungen auf den Re-Start mit Zuschauern sind in den vergangenen Tagen allerdings geschwunden. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt, deshalb gab die Politik der Fußball-Bundesliga am vergangenen Montag zunächst kein grünes Licht für Spiele mit Fans. Mindestens bis zum 31. Oktober wird es weiterhin Geisterspiele geben. Ist es dann vorstellbar, dass Zuschauer in die Hallen der Handball-Bundesliga dürfen?

Zuschauer-Einnahmen sind überlebenswichtig

Das Problem für die Handball-Clubs: Sie sind sehr viel dringender auf Ticket-Einnahmen angewiesen als die Profi-Vereine der Ersten und Zweiten Liga im Fußball. Für einige geht es wohl im Extremfall in absehbarer Zeit ums finanzielle Überleben. Drei bis vier Spieltage ohne Publikum wären für den Handball "möglicherweise machbar", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker, doch "Geisterspiele bis Ende Jahres wären ein Riesenproblem für uns. Dessen ist sich die Politik bewusst."

Die Gelder aus dem aktuellen Konjunkturpaket, die bis Jahresende auf maximal 800.000 Euro pro Club gedeckelt sind, seien eine große Hilfe, sagte Schwenker. Doch "wenn man sieht, dass beispielsweise der THW Kiel 250.000 Euro pro Heimspiel einnimmt, dann sieht man, dass wir eine Situation ohne Zuschauer auf Dauer nicht aufrechterhalten können."

Weitere Informationen
Flensburgs Trainer Maik Machulla (l.) beim Trainingsstart. © NDR.de Foto: Jan Kirschner

Flensburg: Trainingsstart mit drei Neuen

Fünf Monate lang hatten sich Trainer Maik Machulla und die Bundesliga-Handballer der SG Flensburg-Handewitt nicht gesehen - nun begann die Vorbereitung auf die neue Saison. mehr

Kiels Trainer Filip Jicha (M.) klatscht nach einem Tor seiner Mannschaft © imago images/Mario Stiehl Foto: Mario Stiehl

Startschuss für Mammutsaison: THW Kiel trainiert wieder

Nach fünf Monaten Corona-Pause haben die Handballer des THW Kiel das Training wieder aufgenommen. Hinter der neuen Saison stehen noch viele Fragezeichen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.08.2020 | 23:03 Uhr

Mehr Sport-Meldungen

Maximilian Arnold im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. © IMAGO / Contrast

VfL Wolfsburg: Arnold wieder einer für Löw?

Der Mittelfeldspieler der Niedersachsen ist einer der Garanten für den VfL-Höhenflug. Feiert der 26-Jährige noch einmal ein Comeback beim DFB? mehr