Stand: 24.06.2020 11:41 Uhr

Handball-Bundesliga: Neustart am 1. Oktober

Ab 1. Oktober soll in der Handball-Bundesliga wieder gespielt werden.

Seit Wochen wird über den richtigen Weg aus der Corona-Krise diskutiert, die die Handball-Clubs in große finanzielle Nöte gestürzt hat, nun steht zumindest ein erster Eckpfeiler fest. Die neue Saison der Bundesliga (HBL) soll am 1. Oktober gestartet werden und dann auch möglichst vor Zuschauern spielen. Darauf einigten sich die Vertreter der Bundesligisten am Mittwoch im Rahmen einer Telefonkonferenz mit der HBL-Geschäftsführung. "Was gut ist, dass wir nach monatelangem Warten endlich so etwas wie eine Perspektive haben", sagte Geschäftsführer Viktor Szilagyi vom Meister THW Kiel. "Trotzdem werden wir gezwungen sein, die Entwicklungen des Infektionsgeschehens zu beobachten und unsere Situation immer wieder neu zu bewerten."

Hygiene- und Betriebskonzept wird erarbeitet

"Wir werden weiterhin alles in unserer Macht stehende unternehmen, um passende Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Zuschauern zu ermöglichen", sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker. Ein entsprechendes Hygiene- und Betriebskonzept - das von den Behörden noch genehmigt werden muss - soll in den kommenden Wochen fertiggestellt werden. Das ist ganz im Sinne von Szilagyi, der erklärte: "Spiele ohne Zuschauer bleiben für uns weiterhin die schlechteste Option von allen." Eine komplette Saison mit Geisterspielen sei "für keinen einzigen Bundesligisten realisierbar".

"Ein Handball-Spiel in einer derart großen Halle wie der Sparkassen-Arena mit einem Hygienekonzept, deutlich reduzierter Besucherzahl, kontrolliertem Zugang und nachverfolgbaren Sitzplätzen durch personalisierte Tickets ist etwas ganz anderes als ein Stadtfest." Viktor Szylagyi

HBL-Chef Bohmann erwartet "sehr komplexe Saison"

Die nächste Spielzeit soll am 30. Juni 2021 beendet sein. "In jedem Fall erwartet uns eine sehr komplexe Saison, die uns aufgrund der hohen Termindichte viel Flexibilität und Solidarität abverlangen wird", erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Trainer Maik Machulla von der SG Flensburg-Handewitt freut sich über die Planungssicherheit: "Nun haben wir ausreichend Zeit das Training vorrausschauend zu steuern und unsere Mannschaft an die höhere Belastung zu gewöhnen." Geschäftsführer Eike Korsen von der TSV Hannover-Burgdorf sprach von "etwas an Klarheit, was für die nächsten Schritte sehr wichtig ist".

Weil es wegen des Saisonabbruchs keine Absteiger gibt, spielt die Liga einmalig mit 20 statt mit 18 Teams, darunter die Nordclubs aus Kiel, Flensburg, Hannover-Burgdorf und die HSG Nordhorn-Lingen. Daraus ergeben sich vier Spieltage mehr (38) als bislang. Der Januar ist mit zwei EM-Qualifikationsspielen und der Weltmeisterschaft in Ägypten wie immer komplett für die Nationalmannschaft geblockt. Im Sommer stehen dann auch noch die Olympischen Spiele in Tokio an.

Der ursprünglich für den 2. September geplante Supercup zwischen Meister Kiel und Vizemeister Flensburg soll kurz vor dem Saisonstart am 26. oder 27. September in Düsseldorf stattfinden.

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Sport aktuell | 24.06.2020 | 12:25 Uhr