Stand: 22.08.2019 20:31 Uhr

Handball-Bundesliga: Fehlstart für Nordhorn-Lingen

von Johannes Freytag, NDR.de
Nordhorn-Lingens Neuzugang Robert Weber (l.) erzielte sechs Tore.

Die Handballer der HSG Nordhorn-Lingen haben das erste Bundesligaspiel nach zehn Jahren Abwesenheit verloren. Der Aufsteiger aus Niedersachsen unterlag am Donnerstagabend im heimischen Euregium dem Bergischen HC mit 21:26 (12:13). Es war dem Team anzumerken, dass der neue Trainer Geir Sveinsson lediglich zwei Einheiten zur Verfügung hatte, um seine Spielidee zu vermitteln. Die HSG-Profis agierten lange hektisch, fahrig und nervös und trafen in der Offensive oft die falschen Entscheidungen. Bester Werfer war Pavel Mickal mit sieben Toren, Neuzugang Robert Weber erzielte sechs Treffer.

Nun folgen für Nordhorn-Lingen zwei Auswärtsspiele (beim Mitaufsteiger Balingen und in Magdeburg), ehe am 7. September die Rhein-Neckar Löwen ihre Visitenkarte in der EmslandArena abgeben.

HSG verschläft den Start, kommt aber zurück

Nach drei Minuten brandete im Euregium erstmals Torjubel auf - Philipp Vorlicek hatte das erste HSG-Bundesliga-Tor seit zehn Jahren erzielt. Mehr Grund zur Freude gab es beim Aufsteiger erst einmal nicht. Schon nach knapp 50 Sekunden erhielt Luca de Boer eine Zeitstrafe, die der Bergische HC zu einer 2:0-Führung nutzte und sich auch von Vorliceks Anschlusstreffer nicht beirren ließ. Während die Niedersachsen glasklare Torgelegenheiten ausließen, traf der BHC fast nach Belieben und führte nach zehn Minuten bereits mit 6:1. HSG-Coach Sveinsson nahm eine Auszeit.

HSG Nordhorn-Lingen - Bergischer HC 21:26 (12:13)

Tore Nordhorn: Mickal 7, R. Weber 6/2, Vorlicek 4, Pöhle 2, Possehl 1, Terwolbeck 1
Bergischer HC: Boomhouwer 6/2, A. Gunnarsson 6/1, Arnesson 4, Nippes 3, Darj 2, Babak 1, Baena Gonzalez 1, Damm 1, Gutbrod 1, Petrovsky 1
Zuschauer: 2.496
Strafminuten: 10 / 12

Eine doppelte Überzahl, zahlreiche Paraden von Björn Buhrmester - der auch einen Siebenmeter hielt - und einige Ballverluste der Gäste brachten dann aber Nordhorn wieder heran (18./6:7). Mit seinem vierten Treffer sorgte Mickal für den Ausgleich (23./9:9). Weil Weber an BHC-Keeper Christopher Rudeck scheiterte, ging es mit einem knappen 12:13-Rückstand aus Nordhorner Sicht in die Pause.

Gäste reifer und abgeklärter

Der zweite Durchgang begann sehr zerfahren. Von Spielfluss konnte auf beiden Seiten keine Rede sein, immer wieder gab es kapitale Ballverluste, unsaubere Pässe, Fehlwürfe und viele Fouls. Sieben Minuten nach Wiederbeginn waren gerade einmal zwei Tore gefallen (13:14).

Die "Löwen" aus dem Bergischen Land wirkten insgesamt reifer und abgeklärter, versäumten es jedoch, ihre schnell und besser vorgetragenen Angriffe erfolgreich zu Ende zu bringen.

Nordhorn stemmte sich mit Kampfgeist gegen die drohende Niederlage und hielt lange den Anschluss. Erst ein Unterzahlspiel sorgte für einen Drei-Tore-Rückstand (44./15:18), den der Bergischer HC sogar auf fünf Tore ausbauen konnte (53./17:22). Beim Sveinsson-Team hingegen fehlte es gerade in der Offensive an Präzision - immer wieder gab es Missverständnisse zwischen Außenspielern und Kreisläufern, sodass die Pässe ins Leere flogen. Der Bergischer HC spielte den Vorsprung letztlich ungefährdet nach Hause.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.08.2019 | 22:40 Uhr