Stand: 07.02.2020 12:17 Uhr

Gislason: "Ein Traumjob, für Deutschland zu arbeiten"

Der neue Handball-Bundestrainer Alfred Gislason bei seiner offiziellen Vorstellung. © imago images / Noah Wedel
Der neue Handball-Bundestrainer Alfreð Gislason.

Alfreð Gíslason geht mit "großer Vorfreude" in seine neue Aufgabe als Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Bei seiner offiziellen Vorstellung am Freitag bezeichnete der Isländer den Posten als "Traumjob". Schon "sehr lange" habe er Kontakt zum Deutschen Handballbund (DHB), der Gislason bereits 2014 als Nationalcoach im Visier hatte. Es wurde dessen Landsmann Dagur Sigurðsson, weil Gislason noch beim deutschen Rekordmeister THW Kiel unter Vertrag stand.

Gislason: "Ich kenne alle Spieler sehr gut"

Das anstehende Ziel Olympia-Qualifikation geht der Isländer zuversichtlich an. "Ich werde versuchen, eine Dynamik zu entwickeln. Durch meine 22 Jahre als Bundesligatrainer kenne ich alle Spieler sehr gut. Ich werde aber nicht alles auf den Kopf stellen."

Einiges werde er testen ("ich habe einige Ideen"), aber viel werde sich personell nicht ändern. Namen wollte Gislason nicht nennen, er wies aber darauf hin, dass in Steffen Weinhold und Martin Strobel zwei wichtige Spieler nach Verletzungen wieder zur Verfügung stünden. Die Mannschaft sei insgesamt "sehr homogen". Er werde auf dem aufbauen, "was bei der EM stattgefunden hat".

Bereits am 9. März steht der DHB-Lehrgang in Aschersleben an, vier Tage später findet in Magdeburg gegen die Niederlande das erste Länderspiel unter der Führung Gislasons statt. "Das wird natürlich extrem schön, in dieser großartigen Halle zu starten", freute sich der 60-Jährige auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Den Bundesligisten SC Magdeburg coachte Gislason von 1999 bis 2006.

Ligaverbands-Chef Schwenker sieht "Philosophie-Wechsel"

Ligaverbands-Chef Uwe Schwenker verteidigte die Entscheidung gegen Prokop und für Gislason als "Philosophie-Wechsel": Die Tatsache, dass der Isländer jetzt zur Verfügung stand, sei "ausschlaggebend" gewesen: "Ich wusste, dass Alfreð zu Verhandlungen im Ausland war, um dort einen Vertrag zu unterschreiben." Er habe auf der Präsidiumssitzung am Montag mitgeteilt, dass Gislason am Ende der Woche nicht mehr zur Verfügung stünde. Nach anschließender Diskussion habe sich die Mehrheit der Präsidiumsmitglieder dann für einen Trainerwechsel ausgesprochen. "Wir haben abgewogen, wo sind die größeren Chancen für die Zukunft - das hat den Ausschlag gegeben", berichtete Schwenker.

DHB-Präsident Michelmann: Ziel ist eine Olympia-Medaille

"Wir verstehen, dass der Wechsel von Christian als unfair wahrgenommen wird und bedauern dies. Aber die Entscheidung soll den Erfolg des Handballs in den 20er-Jahren sicherstellen. Das angestrebte Ziel ist eine Olympia-Medaille in Tokio", erklärte Andreas Michelmann.

Weitere Informationen
Alfred Gislason (Bild aus dem Jahr 2012) © imago/ZweiKameraden

Alfreð Gislason: Der kühle Titelsammler

Alfreð Gislasons Trainerkarriere in Deutschland begann mit einem Abstieg mit Hameln. Doch bei seinen darauf folgenden Stationen zeigte der Ex-Profi, dass er ein Weltklasse-Coach ist. Bildergalerie

Der DHB-Präsident verspricht sich von Gislason frische Energie: "Wir sind in der Analyse der Europameisterschaft davon überzeugt, dass wir unsere kurzfristigen Ziele nur mit einem neuen Impuls erreichen können." Gislason stehe aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und Erfolge für einen solchen Impuls.

Pekeler: "Er ist der Richtige für die Aufgabe"

Gislason sei "souverän, charismatisch und ein Fels in der Brandung" und könne einer Mannschaft von der Seitenlinie "extrem helfen", lobte Schwenker den neuen Mann. Das sieht auch Nationalspieler Hendrik Pekeler so, der Gislason bestens aus seiner Kieler Zeit kennt: "Ich glaube, dass Alfreð der Richtige für diese Aufgabe ist. Er hat ein sehr gutes Ansehen in der Handballwelt und dazu die fachlichen Kompetenzen." In der Tat genießt Gislason viel Respekt, weil er als Trainer alle großen Titel gewonnen hat. Das macht ihn auch zum bewussten Gegenentwurf zu seinem Vorgänger: Prokop war im Alter von 37 Jahren und mit wenig Erfahrung als Bundesligatrainer in Leipzig die Nationalmannschaft anvertraut worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 07.02.2020 | 23:03 Uhr

Mehr Sport-Meldungen

Hamburgs Jordan Beyer (l.) und Hannovers Philipp Ochs beim Kopfballduell. © WITTERS Foto: ValeriaWitters

Nordduell HSV gegen Hannover 96: Kleine gegen große Krise

Die Trainer der Zweitligisten reagieren unterschiedlich auf Sieglos-Serien: Thioune erhöht den Druck, Kocak redet sein Team stark. mehr

Jim Gottfridsson von der SG Flensburg-Handewitt © imago images/Holsteinoffice

Sieg gegen Szeged: Flensburg-Handewitt bleibt vorn dran

Die SG-Handballer haben mit dem Heim-Erfolg weiter gute Chancen auf den direkten Einzug ins Viertelfinale der Champions League. mehr

Kiels Abwehrspieler Hauke Wahl (l.) freut sich mit Keeper Ioannis Gelios. © imago images / Claus Bergmann

Holstein Kiel - VfL Bochum: Abwehrbollwerk gegen Tormaschine

Mit einem Sieg heute Abend können die "Störche" zumindest für eine Nacht Tabellenführer in der Zweiten Liga werden. mehr

Yannick Deichmann vom VfB Lübeck © imago images/Hübner Foto: Susanne Hübner

Lübecks Deichmann: "Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht"

Der Stürmer hat zuletzt mit dem VfB Lübeck die Dritte Liga aufgemischt. Der NDR zeigt das Spiel in Ingolstadt am Sonnabend live. mehr