Stand: 02.02.2020 15:13 Uhr

Flensburg nach Sieg gegen SCM erster Kiel-Verfolger

von Hanno Bode, NDR.de

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt ihrem Erzrivalen THW Kiel in der Handball-Bundesliga auf den Fersen. Der deutsche Meister gewann am Sonntagnachmittag das Verfolger-Duell mit dem SC Magdeburg mit 29:23 (14:12) und verdrängte die TSV Hannover-Burgdorf, die den "Zebras" am Vortag 25:32 unterlag, vom zweiten Tabellenplatz. Es war 34. Erstliga-Heimsieg in Serie für die Schleswig-Holsteiner. "Wir haben heute Leidenschaft gezeigt, und dann kann man auch erfolgreich sein", freute sich SG-Coach Maik Machulla im Interview mit dem NDR Hörfunk. Mit Blick auf den Titelkampf sagte er: "Wir sollten nicht so sehr träumen. Aber wir sind noch dabei, aber sicher nicht der Topfavorit."

Steinhauser trifft und verletzt sich

Freud und Leid lagen beim von Verletzungspech geplagten Meister in der Anfangsphase der Partie ganz nah beieinander. Da waren die Norddeutschen durch Marius Steinhauser gerade erstmals in Führung gegangen (4:3/8.), als der Rechtsaußen beim Zurücklaufen umknickte und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Parkett liegen blieb. Nach kurzer Behandlungspause wurde er vom Mannschaftsarzt in die Kabine gebracht und dort behandelt.

Da auch Kapitän Lasse Svan nicht einsatzfähig war, hätte nun die große Stunde von Sören Hartwich aus der Flensburger A-Jugend schlagen können. Doch statt das Talent auf die Platte zu schicken, entschied sich Machulla dazu, Routinier Holger Glandorf aus dem Rückraum nach außen zu schieben. Und der 36-Jährige machte seine Sache auf der für ihn sehr ungewohnten Position gar nicht schlecht, was er auch bei seinem Treffer zum 9:7 (16.) unter Beweis stellte.

Buric entnervt SCM - Gottfridsson zielsicher

Entscheidend für die Zwei-Tore-Führung der SG zur Pause war jedoch nicht Glandorf, sondern ein glänzend aufgelegter Schlussmann Benjamin Buric, ihr konzentriertes Tempogegenstoß-Spiel sowie der treffsichere Jim Gottfridsson. Der Schwede erzielte in den ersten 30 Minuten sechs Tore. Bei den Magdeburgern, die den besseren Start hatten und dann zunehmend Probleme mit der Flensburger Deckung bekamen, überragte im ersten Durchgang Michael Damgaard. Der Rückraum-Linke war in Abwesenheit von Mittelmann Marko Bezjak (Schulter-Operation) gefährlichster Schütze der Sachsen-Anhalter. Nach Steinhausers Verletzung kümmerte sich Michal Jurecki um den Dänen. Wohlgemerkt: Der Pole ist eigentlich im linken Rückraum beheimatet. Doch in Anbetracht der Ausfälle von Simon Hald, Magnus Röd, Hampus Wanne und Svan war von Trainer Machulla Kreativität gefragt.

SG lässt nach der Halbzeit nichts mehr anbrennen

SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg 29:23 (14:12)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Gottfridsson 9/3, Golla 4, Johannessen 4, Glandorf 3, Jöndal 3, Zachariassen 2, Ebeling 1, Jeppsson 1, Jurecki 1, Steinhauser 1
SC Magdeburg: M. Damgaard 7, Musche 4, Steinert 4, G. T. Kristjansson 2, E. Schmidt 2, Hornke 1/1, Kuzmanovski 1, O´Sullivan 1, Pettersson 1/1
Zuschauer: 6.300

Nach der Halbzeit sah es zunächst so aus, als könne die SG rasch für klare Verhältnisse sorgen. Nationalspieler Johannes Golla sorgte in der 38. Minute mit dem 20:15 für die erste Fünf-Tore-Führung der Gastgeber. Aber die Magdeburger, bei denen der in der EM-Pause vom THW verpflichtete Gisli Thorgeir Kristjansson debütierte, konnten schnell wieder auf drei Tore verkürzen. Mit fortwährender Dauer taten sich die Flensburger im Positionsangriff immer schwerer. Doch auf ihren Keeper war weiter Verlass. So verhinderte Buric gegen Christian O'Sullivan das 23:21, im Gegenzug erzielte Goran Sogard Johannessen das 24:20 (52.). Für Jurecki war die Partie 180 Sekunden später vorzeitig beendet. Nach einem Foul an Kristjansson sah der Routinier die Rote Karte. Bitter für die SCM-Neuverpflichtung: Er verletzte sich offenbar an der Schulter. Unter Tränen verließ das große isländische Talent das Parkett.

Glandorf war es schließlich, der kurz darauf die ereignisreiche Begegnung mit seinem dritten Treffer zum 25:21 vorentschied (56.). "Wir haben einen neue Rechtsaußen gefunden. Ich glaube, er hat das zum letzten Mal zu meiner Zeit in Nordhorn gespielt. Aber da hat er nicht so eine Quote gehabt", witzelte Machulla.

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Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 02.02.2020 | 22:50 Uhr

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