Stand: 09.10.2019 20:33 Uhr

Flensburg quält sich zum Sieg gegen Zagreb

von Hanno Bode, NDR.de
Johannes Golla (l.) feierte mit der SG gegen Zagreb einen Arbeitssieg.

Der deutsche Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt bleibt in der Gruppenphase der Champions League ungeschlagen. Allerdings bekleckerten sich die Schleswig-Holsteiner am Mittwochabend gegen den kroatischen Titelträger HC Zagreb nicht mit Ruhm. Erst nach sehr hartem Kampf stand der 20:17 (10:10)-Erfolg gegen das punktlose Schlusslicht fest. Erfolgreichster Schütze für den Bundesligisten war Johannes Golla mit fünf Toren.

"Manchmal ist es nicht so ganz einfach, auf diese 100 Prozent zu kommen. Aber wir müssen das schaffen, wir müssen das von uns erwarten. Wir brauchen eine andere Einstellung Richtung Tor, wir brauchen einen anderen Druck. Das können wir - aber das haben wir heute in der ersten Halbzeit überhaupt nicht geschafft", beklagte Trainer Maik Machulla im Interview mit NDR Info.

Machulla-Team mit schlechter Angriffsleistung

Die SG zeigte in einem ersten Durchgang auf handballerisch sehr bescheidenem Niveau 25 Minuten lang eine indiskutable Angriffsleistung. Dem Spiel der Hausherren mangelte es an Tempo, Ideen und Tiefe. "Lasst den Ball laufen!", forderte Machulla in seiner ersten Auszeit (12.). Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste mit 5:2. Erinnerungen wurden wach an die überraschende 29:31-Heimniederlage Flensburgs im vergangenen Jahr gegen die Kroaten. Sollte dem Außenseiter eine Wiederholung des Coups gelingen? Zunächst deutete weiter einiges darauf hin. Zagreb konnte sogar auf 8:4 erhöhen (16.) und stellte die Norddeutschen durch eine sehr offensive 3-2-1-Deckung weiter vor sehr große Probleme. Zudem war das Team des früheren Weltklasse-Handballers Veselin Vujovic seinerseits im Angriff sehr effizient.

Flensburg egalisiert mit 4:0-Lauf

Und doch wendete sich das Blatt. In den Schlussminuten des ersten Abschnitts gelangen SG-Keeper Benjamin Buric einige wichtige Paraden. Und vorne gingen die Machulla-Schützlinge nun viel entschlossener zu Werke. Golla gelang nach einem feinen Pass von Routinier Michal Jurecki der 10:10-Ausgleich (29.). Dank eines 4:0-Laufs ging es so für die Schleswig-Holsteiner zumindest nicht mit einem Rückstand in die Kabine.

Buric macht den Unterschied

SG Flensburg-Handewitt - RK Zagreb 20:17 (10:10)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Golla (5), Johannessen (4), Joendal (2), Steinhauser (2), Zachariassen (2), Gottfridsson (2), Svan (1), Jurecki (1), Röd (1)
HC Zagreb: Horvat (6), Hrstic (3), Mandic (2), Gadza (2), Sipic (1), Hrastnik (1), Bicanic (1), Beciri (1)
Zuschauer: 3.355

Zu Beginn des zweiten Durchgangs geriet die SG wieder mit 11:13 in Rückstand, konnte jedoch rasch egalisieren und dann durch Kapitän Lasse Svan erstmals im gesamten Spiel in Führung gehen (14:13/42.). Der Widerstand der Kroaten, die ihre Angriffe stets sehr lange ausspielten, war damit aber noch nicht gebrochen. Sie waren vorerst weiter auf Augenhöhe mit dem deutschen Meister, scheiterten jedoch immer wieder an Keeper Buric, der in den zweiten 30 Minuten eine exzellente Leistung zeigte. Der Bosnier hatte großen Anteil daran, dass Flensburg auf die Siegerstraße einbiegen konnte. Die Offensiv-Leistung blieb zwar durchwachsen. Selbiges traf in Hälfte zwei aber noch mehr auf Zagreb zu.

Jim Gottfridsson sorgte mit dem 18:15 (54.) für den ersten Drei-Tore-Vorsprung der Machulla-Equipe. Es war bereits die Vorentscheidung in einer Begegnung, die handballerisch zu keinem Zeitpunkt gehobenes Champions-League-Niveau erreichte.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.10.2019 | 23:03 Uhr