Handballer Juri Knorr © WITTERS Foto: LeonieHorky

Fehlende Impfung: Knorr wird EM verpassen - "Bedaure das sehr"

Stand: 16.12.2021 11:31 Uhr

Der noch nicht gegen Corona geimpfte Juri Knorr bedauert, dass er die Handball-EM im Januar verpassen wird. Das Turnier in der Slowakei und in Ungarn soll nach aktuellem Stand unter 2G-Plus-Bedingungen stattfinden. Er werde damit kommende Woche nicht nominiert, so der Deutsche Handballbund.

"Dieser Regel werde ich mich leider beugen müssen", sagte der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen dem "Mannheimer Morgen". Er werde also nicht an der Europameisterschaft teilnehmen können. "Ich bedaure das sehr." Der gebürtige Flensburger gehört zum 35-köpfigen Spielerpool, aus dem Bundestrainer Alfred Gislason Anfang der kommenden Woche sein EM-Aufgebot formiert. Er werde nun aber "nicht nominiert werden", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. "Wir haben da keinen Handlungsspielraum. Die Chance, dass das Hygieneprotokoll der EHF eine Teilnahme Juris noch zulässt, geht gegen Null." Das Turnier findet vom 13. bis 30. Januar statt.

"Wir sind froh, dass Juri das Thema kommuniziert hat und jetzt alle Bescheid wissen. Wir müssen seine Einstellung akzeptieren und werden das nicht weiter bewerten." DHB-Sportvorstand Axel Kromer

Im November 2020 mit Corona infiziert

Der 21-Jährige, der sich im November 2020 mit Corona infiziert und über starke Symptome geklagt hatte, vertraut auf seinen natürlichen Immunschutz. Seit seiner Genesung lässt er regelmäßig seine Antikörper und seine COVID-19-spezifische T-Zell-Antwort (T-Zellen zerstören virusbefallene Zellen und unterstützen die Bildung von Antikörpern) bestimmen. "Ich vertraue diesen medizinisch bestätigten Ergebnissen in Bezug auf meine natürliche Immunität über einen Zeitraum von sechs Monaten hinaus", sagte Knorr. Der Status als "Genesener" endet offiziell nach sechs Monaten.

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Knorr: Gesundheit hat oberste Priorität

"Auch ich befasse mich mit dem Thema Impfung und bin mir bewusst, dass, sobald ich meine momentan medizinisch belegte natürliche Immunität verlieren sollte, ich mich noch intensiver mit einer möglichen Impfung beschäftigen muss", so Knorr: "Ich werde auch zu diesem Zeitpunkt möglichst viele der dann aktuellen Erkenntnisse und Studien in meine Entscheidung einfließen lassen. Oberste Priorität werden dabei auch weiterhin meine eigene Gesundheit und der Schutz meiner Mitmenschen haben."

"Ich bin kein Corona-Leugner"

Von Querdenkern und Verschwörungstheoretikern distanziert sich der Youngster, der als Hoffnungsträger der deutschen Handball-Nationalmannschaft gilt. "Es ist nicht so, wie es aussieht. Ich bin kein Corona-Leugner", sagte er: "Mich hat es selbst schwerer erwischt als andere in meinem Alter. Deswegen nehme ich diese Krankheit ernst."

Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann betonte, "sensibel" und "mit der gebotenen Umsicht" mit dem Thema umzugehen. Der Club habe jedoch "weder die Absicht noch die Handhabe, irgendeine(n) unserer Angestellten zu einer Corona-Schutz-Impfung zu drängen." In einer Mitteilung verwiesen die Rhein-Neckar Löwen auf ihre strengen Test-Regeln, welchen sich "selbstverständlich auch Juri Knorr lückenlos unterordnet".

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 16.12.2021 | 11:16 Uhr

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