Stand: 25.09.2020 16:14 Uhr

Enttäuschung vor Publikum: THW Kiel unterliegt Nantes

von Christian Görtzen, NDR.de
THW-Trainer Filip Jicha im CL-Spiel gegen HBC Nantes. © picture alliance/dpa/Frank Molter Foto: Frank Molter
Kiels Trainer Filip Jicha war alles andere als zufrieden mit seinem Team.

Die Vorfreude auf das erste Heimspiel mit Publikum war so groß gewesen. Am Ende herrschte riesige Enttäuschung beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel und seinen Fans. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha musste sich am Donnerstagabend am zweiten Spieltag der Gruppe A in der Champions League in eigener Arena HBC Nantes mit 27:35 (12:15) geschlagen geben. Kiel war weit entfernt von jener Leistung am ersten Spieltag, als ein 31:21 beim HC Zagreb gelungen war. "Das ist schwer zu verdauen", sagte Jicha.

Der große Rivale SG Flensburg-Handewitt hatte sich schon am Mittwoch deutlich besser geschlagen im Duell mit einem französischen Team. Beim Meister Paris Saint-Germain HB gelang ein 29:28. Am Sonnabend stehen sich der THW und die SG in Düsseldorf im Spiel um den Supercup gegenüber.

1.523 THW-Fans in der Arena

Im Ablauf vor dem Spielbeginn war vieles so wie früher. Feuerfontänen flackerten auf, als die "Zebras" zu den Klängen von "Olé, hier kommt der THW!" vom Kabinentrakt aus durch das Halbdunkel Richtung Spielfeld liefen, und die Discokugel an der Hallendecke sprenkelte die Lichtstrahlen in alle Richtungen. Gänzlich anders war aber die Situation auf den Tribünen: Es befanden sich nicht 10.285 Zuschauer in der Arena, wie sonst nahezu immer, sondern lediglich 1.532 Fans. 1.900 waren entsprechend der Corona-Bestimmungen maximal erlaubt gewesen. Mund-Nasenschutz-Masken waren Pflicht, es galt für die Besucher ein Abstandsgebot von 1,5 Metern. Zudem gab es unter anderem Fiebermessungen.

"Zebras" im Angriff überhastet

Trotz der Unterstützung durch das Publikum tat sich der deutsche Rekordmeister zu Beginn schwer gegen die zupackende Deckung der Franzosen. Nachdem die Kieler innerhalb von wenigen Sekunden durch zwei Gegenstöße das 6:9 (15.) kassiert hatten, nahm Jicha eine Auszeit. Den Vier-Tore-Rückstand zum 6:10 (19.) verhinderten die "Zebras" in der Folge nicht, und auch danach blieben die Gastgeber unter ihren Möglichkeiten. Im Angriff agierten sie zu ungenau, überhastet. Besser lief es zumindest zwischen den Pfosten. Gegen Ende der ersten Halbzeit vertrat Dario Quenstedt die nominelle Nummer eins Niklas Landin (Meniskus-Operation) glänzend. Unter anderem parierte er einen Siebenmeter von Valero Rivera (26.). Letztlich ging es mit einem 12:15 in die Pause, weil der starke HBC-Torwart Emil Nielsen nach einer Parade passgenau vor der Sirene ins leere Kieler Tor traf.

Nantes-Keeper Nielsen raubt Kielern die Nerven

Die THW-Aufholjagd kam nach Wiederbeginn nicht recht in Schwung. Nantes ließ nicht nach und zog durch ein Tor von Kiril Lazarov auf 18:13 (34.) davon. Selbst vier Zeitstrafen innerhalb kurzer Zeit führten nicht dazu, dass die Franzosen ins Schlingern gerieten. Kiel leistete sich weiterhin zu viele Nachlässigkeiten, und immer wieder stand der herausragende dänische Keeper Nielsen einem Erfolgserlebnis im Weg. So hieß es aus Sicht der Norddeutschen bald 19:25 (47.). In der Schlussphase fehlten den Norddeutschen die Mittel, um das Spiel noch einmal spannend zu machen. Letztlich fiel die Niederlage deprimierend hoch aus. Beste Werfer der Gastgeber waren Hendrik Pekeler, Sander Sagosen und Magnus Landin mit je vier Toren.

THW Kiel - HBC Nantes 27:35 (12:15)

Tore Kiel: Sagosen (4), Landin (4), Pekeler (4), Wiencek (3), Ekberg (3), Zarabec (2), Reinkind (2), Weinhold (2), Dahmke (2), Duvnjak (1)
Tore Nantes: Rivero (10/4), Figueras Trejo (6), Briet (4), Augustinussen (4), Pechmalbec (4), Ovnicek (3), Lazarov (2), Nielsen (1), de la Breteche (1)
Zuschauer: 1.532

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 24.09.2020 | 23:03 Uhr

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