Hamburgs Leif Tissier (2.v.l.) versucht sich gegen Berlins Hans Lindberg (l.) und Marko Kopljar durchzusetzen. © IMAGO / Foto Lächler

DHB-Pokal: Hamburg und Flensburg sind raus - THW souverän

Stand: 06.10.2021 21:18 Uhr

Die Handballer des HSV Hamburg haben im DHB-Pokal eine Überraschung knapp verpasst. Gegen die Füchse Berlin gab es in eigener Halle ein 28:29. Die SG Flensburg-Handewitt schied überraschend in Erlangen aus, der THW Kiel hatte beim Zweitligisten EHV Aue keine Mühe.

Gegen die Füchse Berlin spielten die Hamburger, die ohne die verletzten Casper Mortensen und Tobias Schimmelbauer auskommen mussten, zunächst auf Augenhöhe (11./6:6). Danach nutzte der Favorit aus der Hauptstadt die Fehler der Gastgeber gnadenlos und zog auf drei Treffer davon (13./9:6). Aber die HSV-Handballer ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, im Gegenteil: Angespornt durch die zahlreichen Paraden ihres Keepers Jogi Bitter drehten die Gastgeber die Partie und gingen ihrerseits in Führung (17./10:9).

Rote Karte für Hamburgs Weller

Es wäre sogar mehr drin gewesen, aber Niklas Weller vergab einen Siebenmeter und sah obendrein die Rote Karte, weil er den Ball dabei ins Gesicht von Füchse-Torwart Dejan Milosavljev geworfen hatte (19.). Nicht nur das brachte die Hamburger ein wenig aus dem Konzept: Viele Zeitstrafen und Siebenmeter sorgten zur Pause für einen für das enge Spiel etwas zu hohen Rückstand (14:17).

HSVH stark, aber es reicht nicht

Obwohl der HSVH zwei Zeitstrafen verkraften musste, kam er erst wieder zum Ausgleich (35./18:18) und ging darauf sogar in Führung (38./20:19). Nun war es ein begeisterndes Pokalduell mit spektakulären Spielzügen, (zu-)packenden Zweikämpfen in den jeweiligen Deckungsreihen sowie starken Paraden der beiden Torhüter.

Als Jonas Gertges die erste Drei-Tore-Führung für die Gastgeber erzielt hatte (51./26:23), deutete sich erstmals an diesem Abend an, dass den Hamburgern die Überraschung gelingen könnte. Zumal Torwart Bitter einmal mehr über sich hinauswuchs und die Berliner mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb. Fünf Minuten vor dem Ende stand es jedoch wieder 26:26. Die Berliner siegten aber, weil acht Sekunden vor Schluss Paul Drux traf und auf der Gegenseite Füchse-Keeper Milosavljev den Wurf von Azat Valiullin an die Latte lenkte.

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Flensburg mit zu vielen Fehlern

Die SG Flensburg-Handewitt zeigte beim HC Erlangen, gegen den es in der Liga vor vier Wochen nur zu einem 27:27 gereicht hatte, eine schwache Leistung. Bis zum 12:12 (24.) war die Partie offen, dann folgte der Einbruch der Schleswig-Holsteiner: Keeper Benjamin Buric kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe, Hampus Wanne verwarf einen Siebenmeter, Mads Mensah Larsen leistete sich einen technischen Fehler - die Folge: ein 4:0-Lauf der Gastgeber und der 12:16-Rückstand aus Sicht der SG.


Nach der Pause gab es keine Wende: In Unterzahl baute Erlangen den Vorsprung durch zwei Treffer von Johannes Sellin sogar auf sechs Tore aus (39./21:16). Zwar kämpfte sich Flensburg wieder heran (58./25:28), doch das Aufbäumen kam zu spät. Nach dem Saison-Fehlstart in der Bundesliga, wo die SG mit 5:3 Punkten derzeit nur Tabellensiebter ist, bedeutete die Niederlage einen weiteren sportlichen Rückschlag für das Team von Trainer Maik Machulla.

THW Kiel nur wenige Minuten nachlässig

In der Erzgebirgshalle Lößnitz zog der Favorit aus Kiel schnell davon (3./3:0), doch Aue zeigte sich davon nicht geschockt: Nach zehn Minuten hatte der Zweitligist wieder ausgeglichen (6:6). Es war aber nur eine kurze Phase der Nachlässigkeit bei den Gästen, die anschließend zu einem 5:0-Lauf aufdrehten und ein 11:6 herauswarfen (18.). Der Vorsprung hatte auch zur Halbzeit Bestand (17:12).

Konzentriert spielten die "Zebras" auch im zweiten Durchgang ihre Überlegenheit aus - nach 40 Minuten sorgte Steffen Weinhold für das 25:17. Die Entscheidung in dieser Partie war längst gefallen, weil der EHV den Kielern nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Rune Dahmkes Treffer in der 53. Minute bedeutete bereits einen Elf-Tore-Vorsprung (35:24). Am Ende beließ es der Favorit bei einem Abstand von zwölf Treffern.

Nordhorn-Lingen wirft Balingen raus

Ein Überraschung gelang Zweitligist HSG Nordhorn-Lingen: Die Niedersachsen setzten sich in eigener Halle gegen die klassenhöhere HBW Balingen-Weilstetten mit 29:25 durch. Bester Werfer bei den Gastgebern war Robert Weber mit sieben Treffern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 06.10.2021 | 23:03 Uhr

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