Stand: 17.10.2018 21:21 Uhr

DHB-Pokal: Flensburg ist raus, Kiel souverän

von Johannes Freytag, NDR.de

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt haben ihr erstes Saisonziel - das Final-Four im DHB-Pokal - verpasst. Das Team von Trainer Maik Machulla schied vor 5.330 Zuschauern in eigener Halle im Achtelfinale des Wettbewerbs aus. Trotz einer Aufholjagd im zweiten Durchgang unterlag die SG in der Neuauflage der Endspiele von 2015 und 2016 dem SC Magdeburg mit 28:31 (15:16). In einem packenden Pokalfight war Hampus Wanne mit sieben Treffern bester SG-Werfer, für die Gäste waren Albin Lagergren und Robert Weber je achtmal erfolgreich. Machulla lobte im NDR Interview die "große Moral" seines Teams.

Umkämpfter Pokalfight auf Augenhöhe

Vom Anwurf weg sahen die Zuschauer eine hart umkämpfte, enge Partie, die in der Anfangsphase aber auch von vielen Fehlwürfen und Fehlpässen geprägt war. Nach fünf Minuten Spielzeit waren gerade einmal zwei Tore (1:1) gefallen. Erst nach knapp zehn Minuten kamen die Gastgeber etwas in Fahrt und gingen erstmals mit zwei Toren in Führung (5:3), der Vorsprung hatte aber nicht lange Bestand, Magdeburg glich wieder aus (14./5:5). Bis zur 20. Minute legte Flensburg stets ein Tor vor, danach rannten die Gastgeber permanent einer Magdeburger Führung hinterher. Vier Sekunden vor dem Ende verhinderte SG-Keeper Torbjörn Bergerud, dass sein Team mit zwei Toren Rückstand hätte in die Pausenkabine gehen müssen.

Magdeburg zieht davon, SG-Aufholjagd wird nicht belohnt

SG Flensburg-Handewitt - SC Magdeburg 28:31 (15:16)

Tore SG Flensburg-Handewitt: Wanne (7/3), Glandorf (5), Zachariassen (3), Hald Jensen (3), Johannesson (3), Gottfridsson (3), Svan (2), Steinhauser (1), Lauge (1)
Magdeburg: Weber (8/3), Lagergren (8/1), Bezjak (5), Musche (4/2), Plaza Jimenez (2), Christiansen (2), Musa (2)
Zuschauer: 5.330

Auch im zweiten Durchgang blieb es spannend. Unmittelbar nach Wiederanpfiff erhöhte der SCM per Siebenmeter auf 17:15, die Flensburger kamen wieder zum Ausgleich (36./18:18) - um nur kurz darauf wieder mit zwei Treffern zurückzuliegen (37./18:20). Als Lagergren und Matthias Musche Magdeburg mit 26:22 in Front gebracht hatten (44.), schien eine kleine Vorentscheidung gefallen. Machulla nahm eine Auszeit und forderte ein schnelleres Rückzugsverhalten seiner Mannschaft. Die Ansprache zeigte Wirkung, denn nun stand die SG-Defensive sicher und warf vorne Tor um Tor. Jim Gottfridsson brachte sein Team wieder auf ein Tor heran (49./25:26), Hampus Wanne glich per Siebenmeter zum 26:26 aus (53.).

Es blieb aber weiter kein Spiel für schwache Nerven: Gottfridsson ließ eine Riesenchance zur ersten SG-Führung in Durchgang zwei liegen, im Gegenzug gab es eine Zwei-Minuten-Strafe für Wanne, Musche verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 29:28 für Magdeburg (56.). In Überzahl erhöhten die Gäste kurz darauf auf 30:28 - das zweite Flensburger Pokal-Aus hintereinander im Achtelfinale war perfekt.

THW Kiel souverän eine Runde weiter

THW Kiel - DHfK Leipzig 31:23 (15:8)

Tore THW Kiel: Nilsson (8), Rahmel (4), Reinkind (4), Pekeler (3), Dahmke (3), Firnhaber (2), Kristjansson (2), Ekberg (2), Wiencek (1), Zarabec (1), Wolff (1)
Leipzig: Weber (8/2), Semper (7), Gebala (2), Binder (2), Hellmann (1), Jurdzs (1), Krzikalla (1), Remke (1) 
Zuschauer: 7.631

Flensburgs Landesrivale THW Kiel gab sich hingegen keine Blöße. Gegen den SC DHfK Leipzig setzten sich die "Zebras" in eigener Halle souverän mit 31:23 (15:8) durch. Vor wenigen Tagen erst hatten die Kieler bei den Sachsen nur dank eines "Last-Second-Tores" von Domagoj Duvnjak 25:24 gewonnen. Diesmal aber hatte das Team von Trainer Alfred Gislason von Beginn an alles im Griff. Torwart Andreas Wolff erwischte mit 18 Paraden und zwei gehaltenen Siebenmetern einen bärenstarken Tag, in der Offensive trafen die Kieler fast nach Belieben. Lukas Nilsson war mit acht Toren bester THW-Werfer. Auf wen die Kieler auf dem Weg zum Final-Turnier am 6. und 7. April kommenden Jahres in Hamburg treffen, wird am Donnerstag ausgelost. Als zweiter Nordclub ist noch die TSV-Hannover-Burgdorf im Wettbewerb vertreten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 17.10.2018 | 22:40 Uhr