Stand: 03.04.2020 17:38 Uhr

Handball-Bundesliga setzt sich Frist bis Mitte Mai

Hütchen auf dem Logo der Handball-Bundesliga © imago images/Noah Wedel
Die Pause in der Handball-Bundesliga wurde zunächst verlängert.

Die Handball-Bundesliga (HBL) spielt auf Zeit. Ein sofortiger Abbruch der Bundesliga-Saison ist zwar vom Tisch, die Liga hat sich allerdings auf eine Frist zur Beendigung der unterbrochenen Saison festgelegt. Das HBL-Präsidium informierte am Freitag in einer Videokonferenz alle Clubs, dass der Spielbetrieb spätestens am 16. Mai wiederaufgenommen werden müsste. "Nach den nächsten Entscheidungen der Bundesregierung wird kurzfristig entschieden, wie es weitergeht", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann mit Blick auf das bundesweite Kontaktverbot, das aktuell bis zum 20. April gilt, und fügte hinzu: "Wir werden über den 30. Juni hinaus die Saison auf keinen Fall fortsetzen."

HBL beschäftigt sich mit Abbruch-Szenario

Bisher war der Spielbetrieb in der Ersten und Zweiten Liga bis zum 23. April ausgesetzt, die Clubs hatten sich dafür ausgesprochen, die Saison nicht abzubrechen.

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Ursprünglich war der letzte Spieltag für den 14. Mai angesetzt. Das Final Four um den DHB-Pokal wurde bereits auf das letzte Juni-Wochenende (27./28.) verlegt. Die Handball Bundesliga Frauen (HBF) hat ihre Saison hingegen schon am 18. März beendet.

Mit diesem Szenario beschäftigt sich laut Bohmann auch die HBL weiterhin. Zentrale Frage: Wie würde die Saison dann gewertet? Sieben Spieltage stehen noch aus, einige Clubs - darunter der THW Kiel - haben noch eine Partie mehr zu absolvieren. Die Kieler führen trotzdem die Tabelle mit vier Minuspunkten weniger vor Meister SG Flensburg-Handewitt an. Die "Zebras" würden erstmals seit 2015 wieder die Meisterschale an die Kieler Förde holen. 2016 und 2017 hatten die Rhein-Neckar Löwen gefeiert, zuletzt zweimal Flensburg. Ein Abbruch ohne Klärung der Meisterfrage würde den THW ins Mark treffen.

Eines steht allerdings fest: Im Falle eines Saisonabbruchs soll es keine Absteiger geben. Darauf verständigten sich HBL und HBF. Demnach würde es dann lediglich Aufsteiger in die Spielzeit 2020/2021 geben.

Clubs atmen auf - Lizenzfragen bereits geklärt

Die Entscheidung hat natürlich auch eine finanzielle Ebene. Bohmann hatte den Schaden für die Clubs durch die Corona-Krise zuletzt auf 25 Millionen Euro beziffert. Damit würde auch die kommende Saison zu einer Herausforderung.

Nicht zuletzt deshalb hatte die HBL am Donnerstag bereits fast allen Clubs die Lizenz für die kommende Saison erteilt. Damit wollte die Liga "ein positives, motivierendes und absolut notwendiges Zeichen" an die Vereine senden. Einzige Ausnahme ist Zweitliga-Schlusslicht Krefeld, das allerdings den Antrag auch nicht rechtzeitig eingereicht hatte.

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Sportclub | 05.04.2020 | 22:30 Uhr

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