Stand: 03.11.2019 18:27 Uhr

Champions League: THW Kiel quält sich zum Pflichtsieg

von Christian Görtzen, NDR.de
THW-Trainer Filip Jicha bekam von seinem Team nicht viel geboten.

Pflicht erfüllt, von Glanz aber keine Spur - Handball-Rekordmeister THW Kiel hat am Sonntag in der Champions League beim noch sieglosen HC Motor Saporoschje so gerade eben mehr als nötig getan, um die angestrebten zwei Punkte verbuchen zu können. Das Team von THW-Trainer Filip Jicha gewann nach einer dürftigen Leistung mit 30:27 (15:13) beim ukrainischen Meister, es quälte sich zum Pflichtsieg. Das Gesamtbild sieht weitaus besser aus: Die "Zebras" bauten am sechsten Spieltag der Gruppe B ihre starke Bilanz in der "Königsklasse" nun auf 11:1 Punkte aus. Kiel hat beste Chancen darauf, als Gruppensieger das Achtelfinale zu überspringen und direkt ins Viertelfinale einzuziehen.

"Zebras" uninspiriert in Halbzeit eins

Gegen hochmotiviert beginnende Gastgeber dauerte es eine Weile, ehe die Norddeutschen zu ihrer ersten Führung kamen.

Hendrik Pekeler traf nach schönem Zuspiel von Domagoj Duvnjak zum 5:4 (10.). Kiel setzte sich kurz darauf dank eines Treffers von Rechtsaußen Ole Rahmel auf 8:5 (12.) ab, und es sah schon sehr danach aus, als sollten die "Zebras" ihrem Gegner nun Schritt für Schritt davonziehen können. Doch dem war nicht so. Der Este Dener Jaanimaa, der in der Bundesliga unter anderem für den HSV Hamburg und den THW Kiel gespielt hat, leitete mit seinem Tor den 3:0-Lauf der Gastgeber ein. 8:8 (14.) hieß es plötzlich. Jicha nahm eine Auszeit, doch viel besser lief es bei den "Zebras" auch nach der taktischen Ansprache nicht.

Sie agierten weiter uninspiriert, und so blieb Saporoschje dran. Stevan Vujovic ließ THW-Torhüter Dario Quenstedt mit einem sehenswerten Unterarmwurf zum 11:12 (22.) keine Chance. Bei dem einen oder anderen Wurf indes sah der 30-Jährige nicht ganz so glücklich aus. Der THW ging nur mit einer 15:13-Führung in die Pause.

Zittern in der Schlussphase

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war endlich mehr Entschlossenheit bei den Schleswig-Holsteinern zu erkennen, und das zahlte sich aus.

HC Motor Saporoschje - THW Kiel 27:30 (13:15)

Tore Saporoschje: Jaanima (5), Soroka (5), Denysow (4), Malasinskas (4), Puchouski (3), Kubatko (2), Doroschtschuk (2), Kosakewjch (1),  Vujovic (1)
Tore Kiel: Reinkind (7), Rahmel (4), Nilsson (4), Dahmke (4), Wiencek (4), Duvnjak (3), Pekeler (3), Ekberg (1)

Lukas Nilsson sorgte mit dem 19:14 (38.) für die erste Fünf-Tore-Führung. Als Rune Dahmke das 26:20 (51.) erzielte, schien die Partie entschieden zu sein. Doch dieser Vorsprung führte zu lähmender Selbstzufriedenheit. Saporoschje kam Treffer um Treffer näher - in der 56. Minute verkürzte Jaanimaa gar auf 25:26. Alles war wieder offen. Beim Stand von 28:26 verhinderte Quenstedt mit einer starken Parade gegen einen Wurf von Aidenas Malasinskas den Anschlusstreffer (58.). Im Gegenzug machte Harald Reinkind, der mit sieben Treffern auch erfolgreichster THW-Spieler war, mit dem 29:26 (59.) alles klar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 03.11.2019 | 22:50 Uhr