Stand: 12.02.2020 21:53 Uhr

Champions League: THW Kiel direkt ins Viertelfinale

von Christian Görtzen, NDR.de

Der THW Kiel hat sich vorzeitig selbst beschenkt - mit einem schon feststehenden ersten Platz in der Gruppe B der Handball-Champions-League und dem damit einhergehenden Überspringen des Achtelfinals. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha ist am Mittwochabend durch ein 29:28 (15:15 ) im Heimspiel gegen den ungarischen Rekordmeister und einzigen echten Verfolger Veszprém auf direktem Weg ins Viertelfinale eingezogen. Den enormen Vorteil, sich zwei Spiele der K.-o.-Runde ersparen zu können, genießen nur die Gewinner der beiden Gruppen.

Die restlichen beiden Gruppenspiele der Kieler, in Brest (Weißrussland) und in Kielce (Polen), besitzen keinen großen sportlichen Wert mehr. Für die Schleswig-Holsteiner war es der zweite Erfolg gegen Veszprém. Das Hinspiel hatten sie mit 37:31 gewonnen. "Wie wir mit unserer dezimierten Mannschaft dagegen gehalten haben, wie wir gekämpft haben - das hat heute richtig Spaß gemacht", sagte THW-Spieler Hendrik Pekeler dem NDR.

THW-Torhüter Landin steigert sich

Ohne Abwehrchef Patrick Wiencek (Pause nach Gehirnerschütterung) gerieten die Norddeutschen vor heimischem Publikum nach zehn Minuten erstmals mit zwei Toren in Rückstand.

THW Kiel - Veszprém 29:28 (15:15)

Tore Kiel: Ekberg (8), Pekeler (7), Zarabec (4), Lukas Nilsson (3), Weinhold (2), Duvnjak (2), Reinkind (1), Landin Jacobsen (1), Dahmke (1)
Tore Veszprém:
Borozan (5), Andreas Nilsson (5), Omar (4), Manaskow (3), Moraes Ferreira (2), Mackovsek (2), Nenadic (2), Strlek (2), Lauge Schmidt (1), Marguc (1), Gajic (1)
Zuschauer: 10.285

Gasper Marguc erzielte das 6:4 für die Magyaren. Kiel hatte sich zuvor einige Ungenauigkeiten geleistet - so bei einem Distanzwurf von Domagoj Duvnjak auf das leere Tor als auch durch Linksaußen Magnus Landin, der einen zugespielten Ball nicht zu fassen bekam. Zudem sah der ältere Bruder des Dänen, THW-Torhüter Niklas Landin, bei ein, zwei Würfen der Gäste nicht ganz glücklich aus.

Nervös wurden die "Zebras" durch den Rückstand aber nicht. Dieser trieb sie eher an. Durch einen 3:0-Lauf machten die Gastgeber aus einem 6:8 ein 9:8 (18.). Nur: So glatt lief es für sie nicht weiter. Sie mussten sich gegen die Ungarn, die in der Abwehr teilweise sehr rustikal zupackten, die Lücken mühsam erarbeiten. Hinter der eigenen Deckung, die Jicha von 6-0 auf 3-2-1 umgestellt hatte, steigerte sich Landin in dem Maße, dass er wieder der gewohnte Rückhalt war. Mit einem 15:15 ging es in die Kabinen.

Packende Schlussphase in Kiel

Das Jicha-Team fand nach der Pause zügig wieder in Tritt.

Rune Dahmke erzielte das 20:17, Niclas Ekberg erhöhte nach Tempo-Gegenstoß mit einem schönen Dreher flugs auf 21:17 (37.). Doch die Ungarn ließen sich nicht abschütteln. Kiel machte es ihnen auch dadurch recht leicht, dass der ansonsten starke Pekeler und Dahmke 1:1-Situationen vergaben.

Nachdem sich der Vorsprung auf 26:25 verringert hatte, nahm Jicha eine Auszeit. Die Maßnahme griff: Der THW präsentierte sich danach konzentrierter, zog wieder auf 29:26 (53.) weg. Der Sieg wurde aber erst in der letzten Sekunde sichergestellt. Einen Distanzwurf von Vuko Borozan wehrte Landin ab. Der Rest war Kieler Jubel. Der THW ist der erste deutsche Club, der seit der Modusänderung zur Saison 2015/2016 die Vorrunde auf Rang eins beendet.

Weitere Informationen

Ergebnisse Handball-Champions-League, Gruppe B

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.02.2020 | 23:03 Uhr