Die Handballer der HSG Nordhorn-Lingen sind enttäuscht. © IMAGO / Werner Scholz

Bundesliga ade: Nordhorn-Lingen praktisch abgestiegen

Stand: 13.06.2021 23:00 Uhr

In der Grafschaft Bentheim wird in der kommenden Saison mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur noch zweitklassiger Handball zu sehen sein. Nach der 25:29 (11:14)-Niederlage bei den Füchsen Berlin steht praktisch fest, dass die HSG Nordhorn-Lingen aus der Bundesliga absteigt.

Nur so würde theoretisch noch was gehen: Wenn die HSG, HBW Balingen-Weilstetten und die Eulen Ludwigshafen am Ende auf 25 Punkte kämen, wäre Nordhorn-Lingen im Dreiervergleich vorn. Dafür darf der Club aber keinen Zähler mehr abgeben.

Die wahrscheinliche Rückkehr in die Zweitklassigkeit trifft die Handballer von der deutsch-niederländischen Grenze mit einem Jahr Verspätung. Nur aufgrund des Saisonabbruchs wegen der Corona-Pandemie war die HSG vor einem Jahr in der Liga geblieben - bei nur vier Punkten auf der Habenseite. Weil es in der vergangenen Saison keine Absteiger, dafür aber zwei Aufsteiger gegeben hatte, müssen nun gleich vier Teams das Oberhaus wieder verlassen. Die Aufsteiger HSC 2000 Coburg und TuSEM Essen stehen bereits als Absteiger fest.

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Mit GWD Minden und Balingen-Weilstetten, die aktuell die ersten Nicht-Abstiegsplätze belegen, haben die Nordhorner den direkten Vergleich verloren. In dieser Saison gilt nach einer Entscheidung der Liga im vergangenen Jahr erstmals nicht mehr die Tordifferenz bei Punktgleichheit. Allerdings würde auch diese klar für Minden und Balingen sprechen.

Deutliche Steigerung zum Vorjahr

Zwar holte das Team von Trainer Daniel Kubes in dieser Saison bislang sieben Siege und 17 Punkte, doch trotz vier noch ausstehender Partien ist der Rückstand zum rettenden Ufer praktisch nicht mehr aufzuholen. Das Heimspiel zum Saisonabschluss am 27. Juni gegen den HC Erlangen in der Emslandhalle in Lingen wird für die Niedersachsen wohl das vorerst letzte in der Bundesliga sein. Im 19 Jahre alten Rückraumspieler Jonas Patzel von Dukla Prag wurde bereits ein Spieler für die Zweite Bundesliga verpflichtet.

Nordhorner kämpfen bis zum Schluss

In der vergangenen Saison hatte die HSG noch 32:30 in Berlin gewonnen. Diesmal waren die Nordhorner vor 500 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle von Beginn an auf verlorenem Posten. Nicht einmal führte Kubes' Team in der Hauptstadt, schon in der ersten Hälfte betrug der Rückstand nach einem Treffer von Hans Lindberg fünf Tore (8:13/25.).

Fehlenden Einsatz und Kampfeswillen wollten sich die HSG-Spieler aber offenbar nicht nachsagen lassen. Sie blieben nach der Pause dran und verkürzten den Abstand in der Schlussphase sogar noch mal auf drei Tore (24:27/Robert Weber, 58.). Doch mehr war diesmal gegen die starken Füchse nicht drin. So war der Abstieg unausweichlich.

Befreiungsschlag für die "Recken"

Einen ganz wichtigen Sieg feierten derweil die "Recken" aus Hannover vor 1.653 Zuschauern in der heimischen Halle. Die TSV gewann ihr Heimspiel gegen Tabellennachbar HC Erlangen nach großem Kampf mit 27:26 (14:16). Damit überholte Hannover-Burgdorf nicht nur die Bayern, sondern vergrößerte den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf sechs Punkte. Das dürfte bei nur noch acht (Ludwigshafen) beziehungsweise sechs (Minden) zu vergebenen Zählern bei der Konkurrenz die Vorentscheidung um den Klassenerhalt gewesen sein.

TSV Hannover-Burgdorf - HC Erlangen 27:26 (14:16)

Tore für Hannover-Burgdorf: Cehte 6, Martinovic 5/3, Böhm 4, Pevnov 4, J. Hansen 3, Büchner 2, Fischer 1, Kuzmanovski 1, Mävers 1
Tore für Erlangen: Jeppsson 9/1, S. Firnhaber 5, von Gruchalla 3/3, Kellner 2, Mosindi 2, Olsson 2, Bissel 1, Boieck 1/1, Marschall 1
Zuschauer: 1.653
Strafminuten: 12 / 12

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.06.2021 | 23:03 Uhr

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