Flensburgs Jim Gottfridsson (l.) gegen Hamburgs Niklas Weller. © picture alliance/dpa | Axel Heimken

Starke Flensburger melden sich mit Sieg beim HSV Hamburg zurück

Stand: 11.10.2021 09:40 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat mit einem überraschend deutlichen Sieg beim bisher so starken HSV Hamburg ein Ausrufezeichen gesetzt. Der deutsche Handball-Vizemeister gewann an der Elbe mit 33:27 (17:14).

von Florian Neuhauss

"Wir sind sehr erleichtert, dass wir das Spiel gewonnen - und auch wie wir die Aufgabe in Hamburg gelöst haben", sagte SG-Trainer Maik Machulla. "Eine Mannschaft ist ein sehr sensibles Gebilde, sodass es schwierig werden kann, wenn die Ergebnisse nicht wie gewünscht sind. Das war ein Sieg der Moral und auch der Mentalität dieser Mannschaft."

HSV-Coach Torsten Jansen erklärte: "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles reingehauen und alles versucht, auch wenn manche Situation etwas unglücklich war. Am Ende muss man einfach die Qualität von Flensburg anerkennen. Aber wenn uns das vor fünf, sechs Monaten einer gesagt hätte, dass wir hier heute gegen Flensburg spielen und lange Zeit mitspielen, dann hätte ich gesagt: 'Komm, träum mal weiter.'"

Gottfridsson dabei - zum Leidwesen des HSVH

Zur großen Erleichterung der Flensburger hatte sich Spielmacher Jim Gottfridsson nach seinen Sprunggelenksproblemen rechtzeitig einsatzbereit gemeldet - und stellte die Hamburger von Beginn an vor große Probleme. Schon für das 1:0 (2.) zeichnete der Schwede verantwortlich. Insgesamt kam er bei einer Trefferquote von 100 Prozent vor der Pause genauso wie Hampus Wanne auf sechs Treffer.

Der Aufsteiger hielt gegen die trotz der Gottfridsson-Genesung ersatzgeschwächten Gäste zunächst gut mit. Casper Ulrich Mortensen brachte die Hausherren in der 16. Minute sogar mit zwei Treffern in Front (10:8). Aber Gottfridsson glich zum 11:11 sowie 12:12 aus und brachte die SG dann auch noch mit 13:12 in Front (26.). Dem HSVH gelangen nun keine einfachen Treffer mehr, ganz im Gegenteil: Simon Hald traf in Unterzahl für Flensburg zum 16:13 (29.).

Hamburg wittert Morgenluft - und bricht total ein

An diesem Bild änderte sich in der zweiten Hälfte nichts. Die Gäste spielten deutlich abgezockter. Gottfridsson (33.) und Mads Mensah Larsen (35.) fanden mit starken Zuspielen Kreisläufer Johannes Golla, der zweimal vor dem Tor der Hausherren leichtes Spiel hatte und die Führung auf vier Treffer ausbaute (20:16/35.).

HSV Hamburg - SG Flensburg-Handewitt 27:33 (14:17)

Tore für Hamburg: Weller 7/2, Mortensen 6/1, Forstbauer 5, Valiullin 3, Andersen 2, Tissier 2, Bergemann 1, Ossenkopp 1
Tore für Flensburg: Wanne 8/2, Gottfridsson 7, Golla 5, Mensing 5, Hald 3, Larsen 3, Svan 2
Zuschauer: 6.435

Doch wie es nur Zuschauer in der Halle möglich machen können, kippte das Spiel innerhalb weniger Minuten. Vorwärtsgepeischt von den Rängen war der HSVH auf einmal da, und mit zwei schnellen Toren glich Mortensen sogar zum 22:22 (40.) aus. Nun schien wieder alles möglich zu sein.

Es kam allerdings ganz anders als der Großteil der rund 6.435 Fans in der Arena erhofft hatten. Denn so gut die Stimmung auch auf einmal gewesen war, gerieten die Gastgeber ganz plötzlich völlig aus der Bahn. Nur zwölf Minuten später führte die SG wieder mit vier Toren (28:24/53.). Und nun war die Hamburger Gegenwehr auf dem Feld auch dahin. Lasse Svan traf kurz darauf zum 30:24, Golla erhöhte sogar noch auf 31:24 (57.). Der einzige Erfolg der Hanseaten, die die SG in der Tabelle passieren lassen mussten, war es schließlich, die Niederlage im Rahmen zu halten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 10.10.2021 | 23:03 Uhr

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