Stand: 05.12.2019 20:42 Uhr

Flensburg kann in Magdeburg nicht mehr gewinnen

von Ines Bellinger, NDR.de
Kreisläufer Johannes Golla (r.) konnte sich am Donnerstag über seine Nominierung für den vorläufigen EM-Kader freuen - nicht aber über einen Sieg in Magdeburg.

Die SG Flensburg-Handewitt ist seit acht Jahren ohne Sieg beim SC Magdeburg. Der deutsche Handball-Meister verlor am Donnerstagabend bei seinem Angstgegner mit 25:26 (12:8) und verspielte dabei einen zwischenzeitlichen Vorsprung von fünf Toren. Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla bleibt in der Bundesliga zunächst zwar Tabellenführer, hat jetzt jedoch schon vier Minuspunkte mehr auf dem Konto als Verfolger THW Kiel, der zudem drei Spiele weniger bestritten hat. Die Partie in Magdeburg bewegte sich vor allem in der ersten Hälfte auf überschaubarem Niveau. Treffsicherster SG-Werfer war Lasse Svan mit sieben Toren.

"Da nervt mich tierisch", sagte Machulla nach der Niederlage dem NDR. "Ich bin unglaublich enttäuscht, weil die Mannschaft alles reingeschmissen hat, um ein Spiel in Magdeburg auch zu gewinnen. Am Ende machen wir die ein, zwei Fehler zu viel. Das war ein harter Schlag."

Fehlerfestival auf beiden Seiten

Nach zuletzt sechs verlorenen Champions-League-Spielen war die Verunsicherung bei den Flensburgern greifbar. Doch diesen Umstand wussten die Magdeburger nicht zu nutzen. Im Gegenteil: Von der gefürchteten Heimstärke der Bördestädter war zunächst nichts zu spüren. Sie leisteten sich im Spielaufbau ebenso viele technische Fehler wie die Gäste, und so fiel das erste Tor erst in der dritten Minute. Göran Johannessen brachte die SG in Führung. Die Uhr zeigte gar 6:31 Minuten Spielzeit an, ehe die Magdeburger Benjamin Buric zum ersten Mal überwanden (1:2 Albin Lagergren). Der bosnische Torhüter hielt in der ersten Viertelstunde 56 Prozent der Würfe auf das SG-Tor - was nur zum Teil an seiner starken Leistung, vor allem aber an der unerklärlichen Abschlussschwäche der Magdeburger lag.

Tore bis zur Pause Mangelware

Als Jöndal zum 6:4 für Flensburg traf, machten die Zuschauer ihrem Unmut mit Pfiffen Luft: Vier Tore in 19 Minuten - so etwas gibt es bei der zweitstärksten Offensive der Liga extrem selten. Doch auch Machulla war an seiner früheren Wirkungsstätte mit dem behäbigen Angriffsspiel seines Teams nicht zufrieden. "Wir stehen!", monierte er in der ersten Auszeit. Das nahmen sich seine Spieler zu Herzen. Simon Jeppsson brachte Flensburg in der 23. Minute erstmals mit vier Toren in Führung (10:6). Bei einem Vier-Tore-Vorsprung blieb es bis zur Pause (8:12), weil Jim Gottfridsson kurz vor der Sirene mit einem Siebenmeter an SCM-Keeper Jannick Green scheiterte (30.).

Fünf Tore Vorsprung reichen nicht

Kurz nach Wiederbeginn zog Flensburg erstmals auf fünf Tore davon, als Kreisläufer Anders Zachariassen zum 14:9 traf (32.). Den Weg dahin hatte Buric mit seiner zehnten Parade geebnet. Doch so wollte der SCM in eigener Halle nicht verlieren. Zehn Minuten vor dem Ende brachte Tim Hornke die Gastgeber per Siebenmeter auf 21:22 heran (50.). Vor allem Rückraumschütze Michael Damgaard wuchs jetzt über sich hinaus und verschaffte Magdeburg mit seinem Treffer zum 22:22 (52.) erstmals seit der 15. Minute (4:4) wieder einen Gleichstand.

SC Magdeburg - SG Flensburg-Handewitt 26:25 (8:12)

Tore für Magdeburg: Damgaard (11), Lagergren (4), Musche (4), Hornke (4/4), O'Sullivan (1), Schmidt (1), Preuss (1)
Tore für Flensburg: Svan (7), Sogard (5), Jeppsson (3), Jondal (3), Golla (3), Röd (2), Gottfridsson (1/1), Zachariassen (1)
Zuschauer: 6.600
Strafminuten: 8 / 10

Danach erwies SCM-Trainer Bennet Wiegert seiner Mannschaft einen Bärendienst, als er lautstark intervenierte und dafür einer seiner Spieler für zwei Minuten das Feld verlassen musste (53.). Doch Magdeburg schaffte es, in Unterzahl sogar erstmals in Führung zu gehen (24:23/55.). Und tatsächlich ließen sich die Flensburger noch die Butter vom Brot nehmen. Nach dem 25:26 durch einen Siebenmeter von Hornke und einer Auszeit von Machulla 14 Sekunden vor dem Ende fehlte ihnen der Schneid, um noch einmal zurückzuschlagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 05.12.2019 | 23:03 Uhr

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