Frank Bohmann © picture alliance / dpa

Bangen im Handball: Bloß keine weiteren Fälle in Kiel und Flensburg!

Stand: 16.04.2021 09:50 Uhr

Die Handball-Bundesliga (HBL) denkt noch nicht an einen Abbruch der Saison. Um die Serie regulär beenden zu können, darf es aber vor allem beim THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt keine weiteren Corona-Fälle geben. Das Hygienekonzept soll verschärft werden - doch das stellt Zweitligisten vor Probleme.

von Christian Görtzen

Die Lage ist ernst, für Frank Bohmann aber bei weitem noch nicht hoffnungslos. "Einen Abbruch haben wir nicht auf der Agenda", bekräftigte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL). Mittlerweile mussten 39 Spiele seit Beginn der "Corona-Saison 2020/2021" verlegt werden, unmittelbar vor dem 26. Spieltag erwischte es die für Sonntag angesetzte Partie des HC Erlangen beim TSV GWD Minden. Allerdings sind von dieser Zahl, und das dürfte Bohmann etwas beruhigen, auch schon so einige Partien neu angesetzt und ausgetragen worden. Aktuell müssen noch 17 Begegnungen nachgeholt werden, damit die Spielzeit am letzten Juni-Wochenende mit der 38. Runde regulär enden kann.

Am Sonntag zum Beispiel wird - sofern nichts dazwischenkommt - Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt seine Partie vom 21. Spieltag gegen den Bergischen HC absolvieren und der derzeit drittplatzierte Titelverteidiger THW Kiel bei der HBW Balingen-Weilstetten seine vom 16. Spieltag. Sollte es dazu kommen, wäre die HBL danach noch mit 15 Spielen in Verzug. Es sollte machbar sein, dies aufzuholen - sofern alles optimal läuft.

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Tabelle der Handball-Bundesliga © picture-alliance / Sven Simon, NDR.de/Screenshot Foto: Anke Fleig / SVEN SIMON

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Schwierig würde es vor allem dann werden, wenn es bei den beiden norddeutschen Spitzenteams weitere positive Tests und daraus folgend Quarantäne-Maßnahmen geben würde. Sowohl die SG als auch der THW haben in der Bundesliga noch 16 Partien zu bestreiten, hinzu kommt die Champions League, in der Mitte Mai das Viertelfinale mit Hin- und Rückspielen ansteht. Kiel trifft dort auf Paris Saint-Germain, Flensburg auf den dänischen Meister Aalborg HB.

Alternativen: Abschlussturnier oder Quotientenregel

Die HBL-Spitze beschäftigt sich daher schon längst mit Alternativszenarien, falls sie die 38 Spieltage nicht planmäßig bis Ende Juni durchbringen kann. Ein Abschlussturnier wie vergangenes Jahr im Basketball ist dabei ein Thema, um den Spielplan gegen Ende zu verdichten. Sollten nicht alle Spieltage ausgetragen werden können, müssten sportliche Entscheidungen über die Quotientenregel fallen.  

Test-Frequenz soll erhöht werden

HBL-Präsident Uwe Schwenker © IMAGO / Joachim Sielski
Setzt auf eine Verschärfung des Hygienekonzepts: HBL-Präsident Uwe Schwenker.

Noch aber besteht bei der HBL die Hoffnung, durch eine Verschärfung des Hygienekonzepts in Zukunft verhindern zu können, dass ganze Teams in Quarantäne müssen. Eigentlich hatte der Ligaverband diese am vergangenen Mittwoch beschließen wollen. Doch dazu kam es vorerst nicht. "Es gab einige Vorschläge. Zum Beispiel den, einen Tag vor dem Spieltag noch einmal die ganze Mannschaft PCR zu testen und einen Schnelltest durchzuführen. Und wenn dieser positiv ausfällt, kann eben mittels Schnelltest-Gerät nochmals ein kurzfristiger PCR-Test gemacht werden. Das ist in der Fußball-Bundesliga möglich und auch an Standorten, an denen es eine enge Kooperation mit den Unikliniken gibt - aber eben nicht flächendeckend", erklärte HBL-Präsident Uwe Schwenker dem NDR.

Nicht alle Clubs können neues Hygienekonzept umsetzen

Da von Vereinen aus der Zweiten Liga die Rückmeldung gekommen sei, dass die Umsetzung eines verschärften Hygienekonzepts für sie momentan nicht möglich sei, wurde die Entscheidung darüber vertagt. "Nun gilt es für uns zu gucken, ob wir unser einheitliches Hygienekonzept, das sowohl für die Erste als auch Zweite Liga gilt, etwas aufbrechen und sagen, okay, wir müssen es zumindest für die Clubs aus der Ersten Liga umsetzen, die dieses gewährleisten können", sagte Schwenker.

Wunsch an die Gesundheitsämter

Zudem wünscht sich der 62-Jährige, dass die "lokalen Gesundheitsämter sich jetzt vielleicht auch mal rückversichern und erkundigen, welche Maßnahme im Falle eines positiven Tests möglicherweise eine Teamquarantäne verhindern können". Da müsse man in einem ständigen Dialog bleiben, so der HBL-Präsident. "Das kann uns natürlich helfen, weil letztlich die Behörden entscheiden, inwieweit eine ganze Mannschaft in Isolation geht."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 15.04.2021 | 23:03 Uhr

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