Stand: 07.11.2019 20:43 Uhr

25:26 - THW Kiel kommt von der Siegerstraße ab

von Christian Görtzen, NDR.de

Von Big Points im Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft hatten sie beim Rekordmeister THW Kiel geträumt. Zu einer großen Enttäuschung geriet für die Mannschaft von Trainer Filip Jicha am Donnerstagabend die herausragende Bundesliga-Partie bei den Rhein-Neckar Löwen. Kiel verspielte vor 13.200 Zuschauern eine zwischenzeitliche Sieben-Tore-Führung und unterlag noch mit 25:26 (13:10). Die THW-Spieler verzweifelten an Löwen-Keeper Mikael Appelgren. Nach der Niederlage am zwölften Spieltag sind die Schleswig-Holsteiner nun mit 16:4 Punkten Tabellenzweiter hinter der TSV Hannover-Burgdorf (19:3), die am Sonntag zu Gast bei der HSG Wetzlar ist. Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt folgt mit 16:6 Zählern auf Rang drei.

Kiels Niclas Ekberg beim Sprungwurf gegen Mannheims Keeper Andreas Palicka © imago images / wolf-sportfoto

Löwen - THW Kiel: Die Schlusssekunden

Die packende Partie zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel wurde in einer dramatischen Schlussphase entschieden. Hier die letzten Sekunden des Topspiels.

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THW zeitweilig mit sieben Toren vorn

Die Kieler begannen mit einer 4-2-Deckung, bei welcher die herausgerückten Spitzen Pavel Horak und Domagoj Duvnjak den wurfgewaltigen Löwen-Rückraumschützen Andy Schmid und Alexander Petersson früh entgegenwirken sollten.

Rhein-Neckar Löwen - THW Kiel 26:25 (10:13)

Tore Löwen: Gensheimer (8), Schmid (5), Kohlbacher (4), Groetzki (3), Kirkelokke (3), Nielsen (2), Petersson (1)
Tore Kiel: Duvnjak (7), Pekeler (5), Ekberg (4), Reinkind (4), Jacobsen (2), Wiencek (1), Zarabek (1), Nilsson (1)
Zuschauer: 13.200

Und es ließ sich gut an für die "Zebras": Nach einem starken Block von Hendrik Pekeler sorgte Rechtsaußen Niclas Ekberg per Tempo-Gegenstoß für das 6:3 (11.). Als Harald Reinkind nur wenige Sekunden später das 7:3 folgen ließ, sah sich Löwen-Trainer Kristjan Andresson dazu genötigt, seine erste Auszeit zu nehmen.

Nur: Besser lief es für sein Team aber auch nach den frischen taktischen Anweisungen nicht. Pekeler spazierte durch die Deckung der uninspirierten Kurpfälzer und erhöhte auf 8:3 (14.), Duvnjak legte bei passivem Vorwarnzeichen das 9:3 (16.) nach. Bei den Gastgebern lief lange Zeit ganz wenig - nach einem Sieben-Tore-Rückstand (6:13/20.) ersetzte im Tor Appelgren den Ex-Kieler Andreas Palicka. Plötzlich hatten die Löwen einen echten Rückhalt. Da sie zudem auch in der Offensive entschlossener agierten, und Kiel sich etwas zu sicher fühlte, schmolz der Vorsprung des Favoriten Tor um Tor. Der THW ging "nur" mit einer 13:10-Führung in die Pause.

"Zebras" rappeln sich wieder auf

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Kiels Hendrik Pekeler bejubelt einen Treffer.

Nach nur fünf Minuten des zweiten Durchgangs war es um den eigentlich komfortablen Vorsprung geschehen, Schmid traf zum 15:15 ins leere Gäste-Tor. Die Gastgeber hatten nun das Momentum auf ihrer Seite: Uwe Gensheimer und Schmid (2) brachten sie mit 18:15 in Führung (39.). THW-Kreisläufer Patrick Wiencek verdeutlichte mit einer kläglich vergebenen Top-Chance, dass Kiel angeknockt war. Jicha reagierte, er ersetzte den dänischen Nationaltorhüter Niklas Landin durch Dario Quenstedt. Dessen Paraden verhalfen dem Spiel der "Zebras" wieder zu mehr Sicherheit. Pekeler gelang die 22:21-Führung (51.).

Appelgren lässt Kieler verzweifeln

Kurz darauf ein Schreckmoment: THW-Youngster Gisli Kristjansson kugelte sich bei einem Wurfversuch die linke Schulter aus und verließ, gestützt von Kieler Betreuern, unter Tränen den Innenraum der Arena. Als Duvnjak das 25:22 (56.) erzielte, sprach wieder alles für den THW Kiel. Doch die Löwen kamen zurück, erzielten durch Schmid das 25:25 (58.). Reinkind erhielt dabei für seine Abwehraktion auch noch eine Zeitstrafe. Gensheimer erzielte 26 Sekunden vor Schluss das 26:25. Zwei Sekunden vor Schluss zog Duvnjak, der mit sieben Treffern erfolgreichster Kieler war, von der linken Rückraumposition ab. Appelgren parierte den Wurf glänzend. Der Schwede war der Matchwinner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 07.11.2019 | 23:03 Uhr