Stand: 12.01.2019 11:20 Uhr

Holstein in Spanien: Teamgeist und Tennis

Die "Störche" haben Anfang Januar ihr Winterquartier im Süden aufgeschlagen: Fußball-Zweitligist Holstein Kiel befand sich zur Vorbereitung auf die verbleibenden Spiele der Saison 2018/19 im spanischen Oliva, rund 80 Kilometer südlich von Valencia am Mittelmeer gelegen. Für NDR Schleswig-Holstein reiste Sportredakteur Rudi Dautwiz mit ins Trainingslager. Er wollte ein Gefühl für jene Mannschaft bekommen, die - entgegen vieler Prognosen - eine glänzende Saison spielt.

Sonnabend, 12. Januar

Eine Stunde südlich von Valencia liegt der kleine Ort Oliva. Von dort sind es noch einmal rund 15 Minuten zum vier-Sterne Hotel Oliva Nova, das der Mannschaft perfekte Bedingungen für ein Trainingslager bietet. "Ich bin sehr zufrieden", bringt es Trainer Tim Walter auf den Punkt und meint damit nicht nur das Wetter. Die Sonne scheint jeden Tag bei Temperaturen bis zu 20 Grad. Noch wichtiger aber: Die Fußballplätze sind in einem perfekten Zustand. "Der Rasen wird extra jedes Jahr im Herbst neu gesät", berichtet Kiels sportlicher Leiter Fabian Wohlgemuth. So ist es nicht verwunderlich, dass neben Holstein Kiel auch der FC St. Pauli sowie die belgischen Clubs aus Mechelen und Gent dieses Hotel ausgewählt haben. Neben den zahlreichen Fußballplätzen bietet es einen Kraftraum und eine Schwimmhalle. Das Meer mit Dünen und Sandstrand befindet sich direkt hinter dem riesigen Hotel-Komplex. Bei 14 Grad Wassertemperatur geht allerdings freiwillig niemand baden.

Die sehr guten Rahmenbedingungen nutzt Trainer Tim Walter, um mit seiner Mannschaft auf und neben dem Trainingsplatz zu arbeiten. Am anspruchsvollen Spielsystem wird täglich auf dem Platz gefeilt. Kurzpassspiel, Zweikampfverhalten, Offensiv- und Defensivverhalten. Wenn es darum geht, ist die Intensität im Training sehr hoch. Dann kann sich kein Spieler erlauben, nicht hochkonzentriert bei der Sache zu sein. Doch spätestens am Ende einer Einheit steht der Spaß im Vordergrund. "Ganz wichtig, gerade im Trainingslager", so Tim Walter und lässt seine Spieler auch mal Tennis spielen oder, so ist es zum Abschluss am Sonntag geplant, einen Triathlon absolvieren. Damit will Kiels Trainer den Teamgeist stärken und die Mannschaft noch näher zusammenrücken lassen.

Bild vergrößern
"Ich habe noch nie so einen Zusammenhalt erlebt wie bei Holstein Kiel", sagt Abwehrspieler Dominik Schmidt.

Dass die Chemie beim Tabellenfünften der zweiten Bundesliga stimmt, bestätigt Abwehrspieler Dominik Schmidt. "Ich habe in meiner Karriere, und ich stand schon bei so manchem Verein unter Vertrag, noch nie so einen Zusammenhalt erlebt wie bei Holstein Kiel", sagt er. Sicherlich auch ein Grund, warum der 31-jährige, der sich in Kiel vom eher rustikalen Kämpfer zu einem spielstarken Abwehrspieler entwickelt hat, im Trainingslager seine Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2020 verkündet.

"Es macht einfach richtig viel Spaß mit den Jungs", bestätigt auch Jannik Dehm, einer der zahlreichen Neuzugänge des vergangenen Sommers. Und David Kinsombi fügt an: "Bei uns gibt es keine kleinen Gruppen, jeder kommt mit jedem gut aus." Der Mittelfeldspieler wird den guten Teamgeist auch in der zweiten Saisonhälfte mitgestalten. Die immer wieder aufkommenden Wechselgerüchte beantwortet Fabian Wohlgemuth eindeutig: "David Kinsombi ist unser Mannschaftskapitän und wird auch nach der Winterpause in Kiel spielen." Bei Kingsley Schindler, der ebenfalls immer wieder mit Vereinen aus der ersten Liga in Verbindung gebracht wird, äußert sich Kiels sportlicher Leiter dagegen nicht so eindeutig. Und bei Dominic Peitz stehen die Zeichen eindeutig auf Abschied. Der 34-jährige spielte in der Hinrunde keine Rolle mehr in den sportlichen Planungen von Tim Walter. Daher verließ Peitz nach Absprache mit den Kieler Verantwortlichen vorzeitig das Trainingslager, um möglichst schnell für einen neuen Verein spielen zu können.

Bild vergrößern
David Kinsombi bleibt erstmal bei den "Störchen".

Ohne Peitz, dafür möglichst optimal vorbereitet auf die verbleibenden 16 Punktspiele, kehrt Holstein Kiel am Montag in den kühlen Norden zurück. "Wir haben ganz bewusst gleich zum Auftakt der Vorbereitung das Trainingslager eingeplant", sagt Tim Walter. "So besitzen wir genügend Zeit, um uns auf die Bedingungen wieder einzustellen." Ab dem 30. Januar mit dem ersten Spiel beim 1. FC Heidenheim wird sich dann zeigen, wie wertvoll das Trainingslager im spanischen Oliva wirklich war.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Aktiv | 12.01.2019 | 14:30 Uhr