Stand: 09.06.2022 14:03 Uhr

VfL Wolfsburg: Vom Provinzclub in Europas Spitze

von Johannes Freytag, NDR.de

Deutlich rasanter und vor allem erfolgreicher verlief die Entwicklung der Frauen-Fußballabteilung des VfL. Der 1973 gegründete Vorgänger-Verein VfR Eintracht Wolfsburg zählte 1990 zu den Gründungsmitgliedern der Frauen-Bundesliga, meldete aber 1997 Konkurs an. Die Spielerinnen wechselten zum Wendschotter SV und traten als WSV Wolfsburg in der Regionalliga an. Mit einem sagenhaften Torverhältnis von 121:1 und nur einer Saison-Niederlage gelang der Wiederaufstieg in die Bundesliga. 2003 wechselten die WSV-Frauen geschlossen zum VfL Wolfsburg. Seit 2006 spielen die "Wölfinnen" durchgängig in der Ersten Liga und zählen inzwischen zu den erfolgreichsten deutschen Frauenteams.

Triple-Gewinn der VfL-Frauen 2013

Als Architekt des Erfolges darf mit Fug und Recht Ralf Kellermann bezeichnet werden, der die VfL-Frauen 2008 als Trainer übernahm und 2013 zum Triple aus deutscher Meisterschaft, DFB-Pokalsieg und Champions-League-Triumph führte.

Ein Jahr später gelang den Wolfsburgerinnen als erstem deutschen Team die Titelverteidigung in der europäischen Königsklasse.

Titelhamster und Zuschauer-Rekorde

Kellermann, der 2014 zum "Welt-Frauentrainer des Jahres" gekürt wurde, ist inzwischen Sportdirektor beim VfL. Aber seine Nachfolger auf der Trainerbank, Stephan Lerch und auch Tommy Stroot, setzten die Erfolgsserie fort. Insgesamt blickt der VfL Wolfsburg inzwischen auf sieben Meistertitel und neun DFB-Pokalsiege zurück.

Die VfL-Frauen stellten zudem 2014 den bis heute gültigen Zuschauerrekord für die Frauen-Bundesliga auf: 12.464 Fans verfolgten im Stadion am Elsterweg den 2:1-Sieg gegen den 1. FFC Frankfurt. Beim Champions-League-Spiel 2022 gegen Barcelona waren 22.057 Zuschauer im VfL-Stadion - das ist eine Club-Bestmarke.

Olympia-Gold für fünf "Wölfinnen"

In Martina Müller wurde 2007 erstmals eine Wolfsburgerin mit dem deutschen Nationalteam Weltmeister. 2016 hielten gleich fünf VfL-Spielerinnen Olympia-Gold in den Händen: Alexandra Popp, Babett Peter, Lena Goeßling, Isabel Kerschowski und Almuth Schult. Nadine Keßler wurde 2014 zur Weltfußballerin gekürt, in Müller (2013) Popp (2014 und 2016) und Pernille Harder (2020) wurden vier Mal VfL-Spielerinnen "Deutschlands Fußballerinnen des Jahres".

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 12.09.2020 | 09:25 Uhr

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