Stand: 17.05.2018 10:27 Uhr

Weiche Flensburg spielt um den Aufstieg

Der SC Weiche Flensburg 08 hat sich die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Nord gesichert. In ihrer letzten Partie holten die Schleswig-Holsteiner am Mittwochabend ein 1:1 (1:0) beim TSV Havelse und hielten so den Hamburger SV II auf Distanz. Nun steht der Club vor der größten Herausforderung der Vereinsgeschichte: In der Aufstiegsrelegation zur Dritten Liga geht es gegen den FC Energie Cottbus (24. Mai/19 Uhr in Kiel und 27. Mai/14 Uhr in Cottbus, live im rbb), der mit 31 Punkten Vorsprung auf den Zweiten Wacker Nordhausen Champion der Regionalliga Nordost wurde. "Das ist natürlich ein harter Brocken. Aber wir werden uns etwas einfallen lassen", sagte Weiche-Trainer Daniel Jurgeleit.

Die Spieler von Weiche Flensburg feiern die Meisterschaft in der Regionalliga Nord. © NDR Fotograf: Tim Tonder

Weiche Flensburg: Meister mit Stadionproblem

Sportclub -

Weiche Flensburg ist Meister der Regionalliga Nord und klopft an die Tür zur Dritten Liga. Klappt es gegen Cottbus, haben die Schleswig-Holsteiner allerdings ein Problem: das eigene Stadion.

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"Haben uns das über viele Jahre hart erabeitet"

Der Flensburger Trainer war nach der Zitterpartie gegen Havelse erst einmal erleichtert: "Wenn man kurz vor Schluss noch einen reinbekommt zittert man natürlich. Dann war der Jubel am Ende groß. Ich habe eine tolle Mannschaft. Wir haben uns das über viele Jahre hart erabeitet." In der 87. Minute hatten die Hausherren ausgeglichen. Bei einer Niederlage der Flensburger wäre der HSV II in die Relegation gegangen.

Umzug nach Kiel

Am 24. Mai kommt es zum ersten Aufeinandertreffen der Vereine, von denen der eine unter dem Namen ETSV Weiche Flensburg über Jahre hinweg in der Bezirksoberliga Nord in Schleswig-Holstein und der andere 21 Jahre in der DDR-Liga sowie weitere sechs in der Bundesliga gespielt hat. An jenem Tag trägt Weiche im Stadion von Zweitligist Holstein Kiel sein Heimspiel aus. Dieser Umzug ist notwendig, da es in Flensburg kein Stadion gibt, das den Sicherheitsanforderungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Rechnung trägt. Das Stadion in Mürwik ist marode, die Stehtraversen seit Beginn des Jahres gesperrt. Und im 4.000 Zuschauer fassenden Manfred-Werner-Stadion in Weiche wäre der zu erwartende große Anhang aus Cottbus nicht entsprechend unterzubringen. Der Gästebereich ist viel zu klein.

Kein Hadern in Flensburg

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Daniel Jurgeleit war nach der erreichten Regionalliga-Meisterschaft für sein Team SC Weiche Flensburg erleichtet und überglücklich. Das Interview mit dem Trainer. Video (02:51 min)

Hadern ist bei den Eisenbahnern nicht angesagt - weder darüber, dass der Meister der Regionalliga Nord nicht direkt in die Dritte Liga aufsteigt noch dass das Heimspiel im annähernd 90 Kilometer entfernten Kiel stattfindet. "Für einige aus unserem Team ist das nicht so das Problem, in Kiel zu spielen. Die kennen das dort", sagte Weiche-Stürmer Fiete Sykora, der von 2009 bis 2015 für Holstein spielte. "Aber klar, ein Heimspiel ist eigentlich ein Faustpfand. Gerade als Außenseiter ist das eigentlich wichtig", ergänzte der Routinier, der den Duellen mit Energie entgegenfiebert. Das Rückspiel im Stadion der Freundschaft findet am 27. Mai statt.

Jurgeleit seit August 2010 Cheftrainer

"Ich bin von einigen Teamkollegen schon gefragt worden, wie das dort im Stadion ist. Da habe ich geantwortet, dass das schon eine ordentliche Stimmung ist. Wir sind der Underdog, ganz klar", sagte Sykora. Einen weiteren bekannten Namen hat der Trainer des Teams: Daniel Jurgeleit hat mit dem FC Homburg 1988 den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Der 54-Jährige spielte auch noch für den VfB Lübeck in der Zweiten Liga sowie für Eintracht Braunschweig und Holstein Kiel in der Regionalliga. Seit August 2010 ist er Cheftrainer des SC Weiche Flensburg 08.

Unternehmer Uhr der Macher des Aufschwungs

"Seit ich mich hier engagiere, hat es noch keine Trainerentlassung gegeben", sagte Harald Uhr, der Macher des Aufschwungs des SC Weiche Flensburg 08, dem NDR. Die Duelle mit Cottbus seien "etwas, das ich mir erträumt habe", ergänzte der Unternehmer. "Das Spiel gegen Cottbus ist das größte der Vereinsgeschichte. Wir sind totaler Außenseiter, aber haben keine Angst. Die müssen aufsteigen, wir nicht. Wir können."

Vor den Duellen mit Cottbus steht am 21. Mai um 14.30 Uhr (im Livestream bei NDR.de) im heimischen Manfred-Werner-Stadion noch das Landespokalfinale gegen den Landesligisten Husumer SV an. Gelingt dort ein Sieg, wäre Weiche in der ersten Runde des DFB-Pokals dabei. Es könnte ein herrlicher Monat Mai für den SC Weiche Flensburg 08 werden.

Dieses Thema im Programm:

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