Stand: 18.02.2020 09:30 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Fußball-Regionalliga Nord: Die Chancen der SH-Teams

In der Fußball-Regionalliga Nord geht es in dieser Saison um mehr als in den vergangenen Jahren - denn 2020 bedeutet die Meisterschaft den direkten Aufstieg in Dritte Liga. Kein Wunder also, dass der Kampf um den ersten Platz hart wie nie zuvor ist. Zwar führt der Nachwuchs des Bundesligisten VfL Wolfsburg die Tabelle zur Winterpause an, aber der Abstand zu den Verfolgern VfB Lübeck und SC Weiche Flensburg 08 ist geringer als in der Vorsaison. Die Mannschaften aus Norderstedt und Kiel finden sich noch im gesicherten Mittelfeld mit deutlichem Abstand zur Spitzengruppe. Der Heider SV steckt in einem spannenden Abstiegskampf. Ein Aus- und Überblick auf die Restrunde, die am 21. Februar offiziell startet.

VfB Lübeck und Weiche Flensburg: Die Ambitionen

NDR 1 Welle Nord - Schleswig-Holstein Aktiv -

Der VfB Lübeck und der SC Weiche Flensburg 08 wollen Meister in der Fußball-Regionalliga Nord werden. Das sagen VfB-Vorstand Florian Möller und Weiche-Kapitän Christian Jürgensen vor Beginn der Restrunde.

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VfB Lübeck

Trainingsstart: Trainingslager im spanischen Chiclana (30. Januar bis 6. Februar)
Testspiele: 18. Januar gegen Hansa Rostock (1:0), 23. Januar gegen Hamburger SV (5:2), 28. Januar gegen FC Mecklenburg Schwerin (4:0), 2. Februar gegen FC Homburg (0:2), 5. Februar gegen Cadiz B (2:1)
Neuzugänge: Elsamed Ramaj (Leihe, Hansa Rostock), Morten Rüdiger (Rot-Weiß Erfurt), Zeki Erkilinc (FC Dordrecht)
Abgänge: Daniel Franziskus (Karriereende), Marcel Schelle (VfB Eichstätt)

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Der VfB Lübeck ist ein Zuschauermagnet. Zu Hause kommen fast 3.000 Zuschauer zu jedem Spiel. Und auch auswärts reisen viele Fans mit, wie hier in Norderstedt.

Der VfB Lübeck hat zwei Saisonziele: Aufstieg und Pokalsieg. Die Ausgangslage für beides ist nicht schlecht. Gewinnt der VfB seine beiden Nachholspiele, liegt man nur noch einen Punkt hinter Spitzenreiter Wolfsburg. Die Mannschaft von Rolf Martin Landerl muss aber noch gegen fast alle Topteams (Wolfsburg II, Flensburg, Bremen II) auswärts antreten. Die Eroberung der Tabellenspitze liegt dennoch in den eigenen Händen. Bauen können die Lübecker bei der Aufholjagd auf drei Stützen: Fans, Sturm und Abwehr.

2.993 Fans besuchen die Heimspiele auf der Lohmühle durchschnittlich. Und auch auswärts reisen regelmäßig Hunderte von Anhängern mit. Anziehend sind neben der Tradition sicherlich auch die 54 erzielten Treffer, mit denen der VfB in der Liga den zweitbesten Angriff stellt. Das Sturmduo Ahmet Arslan (13 Saisontore) und Patrick Hobsch (12 Tore und 5 Vorlagen) führt sogar die Torschützenliste an. Mit nur 21 Gegentoren stellen sie auch die zweitbeste Abwehr der Liga, in sieben Partien blieben die Gegner ohne Torerfolg.

Wohin geht es für die Regionalligateams aus SH?

SC Weiche Flensburg 08

Trainingsstart: 6. Januar
Testspiele: 25. Januar gegen Intertürk Kiel (9:2), 1. Februar gegen Middelfart Boldklub, 8. Februar gegen Kolding IF (0:2), 9. Februar gegen PSV Neumünster (ausgefallen), 11. Februar gegen TSB Flensburg (2:3), 15. Februar gegen Vendsyssel FF (1:2)
Neuzugänge: Nico Empen (SV Rödinghausen)
Abgänge: Jonas Andersen (Leihende)

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Dem SC Weiche Flensburg 08 fehlt ein richtiger Torjäger. Torge Paetow (Foto), Caspar Olesen und Dominic Hartmann sind mit fünf Treffern die erfolgreichsten Torjäger des Teams.

Noch weniger Gegentore als die Abwehr der Lübecker hat aktuell nur die der Flensburger. Allerdings schießt der Angriff von Trainer Daniel Jurgeleit deutlich weniger Tore. Im Liga-Vergleich liegt die Weiche-Offensive mit 32 erzielten Treffern gerade mal auf Platz 13. Die Flensburger haben zwar mehrere torgefährliche Spieler, aber keinen richtigen Goalgetter wie in der Meistersaison 2017/18 - damals war es René Guder. So sind Defensiv-Allrounder Torge Paetow, Mittelfeldspieler Dominic Hartmann und Linksaußen Casper Olesen mit jeweils fünf Treffern die erfolgreichsten Torschützen. Doch auch ohne Knipser spielen die Flensburger eine richtig gute Hinrunde. Sollten die beiden Nachholspiele gegen Kiel und Heide gewonnen werden, hätte Weiche sogar mehr Punkte (38) als in der Hinrunde der Meistersaison (37) gesammelt. Der Rückstand auf Wolfsburg betrüge dann auch nur noch sechs Punkte.

Die Fördestädter begannen in der laufenden Saison zu Hause zwar schwach mit zwei Niederlagen in Folge, schafften es dann aber, sieben Spiele in Folge zu gewinnen. Bemerkenswert bei Weiche ist die Willensstärke in der Schlussviertelstunde: In mehreren Partien gelangen wichtige Treffer erst in den letzten Minuten. Doch ohne eine deutliche Verbesserung in der Offensive wird der Aufstieg wohl nicht zu realisieren sein.

FC Eintracht Norderstedt

Trainingsstart: 13. Januar
Testspiele:
25. Januar gegen Niendorfer TSV (4:0 für Norderstedt), 26. Januar gegen SC Victoria Hamburg (7:0 für Norderstedt), 2. Februar gegen TuS Dassendorf (1:1), 8. Februar gegen Holstein Kiel U23 (3:1), 9. Februar gegen USC Paloma (6:2), 16. Februar gegen SV Eichede (2:0)
Neuzugänge: -
Abgänge: -

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Eintracht Norderstedt ist zu einem Topteam gereift. Aus dem Fast-Absteiger der vergangenen Saison ist ein Kandidat für die vorderen Tabellenplätze geworden.

Die Entwicklung der Norderstedter in dieser Saison ist absolut bemerkenswert. Aus einer Mannschaft, die in der vergangenen Saison noch gegen den Abstieg kämpfte, ist ein richtiges Topteam geworden. Das Team von Jens Martens hat nach 22 Spieltagen schon 38 Punkte eingefahren, am Ende der gesamten vergangenen Saison waren es 42. In den 32 Partien unter dem neuen Trainer holte die Eintracht 1,81 Punkte pro Partie. Die Abwehr ist stabilisiert und auch der Angriff gehört zum oberen Drittel der Liga.

Besonders gefährlich ist dabei das offensive Mittelfeld. Nick Brisevac (6 Saisontore und 5 Vorlagen) und Johann von Knebel Döberitz (5 Tore) sind die Top-Torschützen des jungen Teams. Stammspieler wie die beiden Offensiven Brisevac und Döberitz, Evans Nyarko und Hamajak Bojadgian oder auch Torwart Lars Huxsohl sollten gehalten werden. Gelingt dies, hat das Team eine Chance in der kommenden Spielzeit vorne anzugreifen. Eine wichtige Verlängerung ist bereits durch, Trainer Jens Martens hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 unterschrieben. Der Abstand zur Tabellenspitze ist in dieser Saison mit 15 Punkten zu hoch, als dass die Mannschaft noch in den Aufstiegskampf eingreifen könnte. Erfreulich für die Norderstedter ist bisher, dass sich in dieser Saison kaum jemand dauerhaft verletzt hat. Das war in den vergangenen Jahren selten der Fall.

Holstein Kiel U23

Trainingsstart: 13. Januar
Testspiele: 18. Januar gegen HSV Barmbek-Uhlenhorst (1:0), 25. Januar gegen TSV Bordesholm (5:1), 1. Februar gegen Skive IK (0:2), 4. Februar gegen SC Victoria Hamburg (1:2), 8. Februar gegen FC Eintracht Norderstedt (1:3), 13. Februar gegen Inter Türkspor Kiel (6:0)
Neuzugänge: Phillip König (VfL Wolfsburg II)
Abgänge: Tim Schüler (Eutin 08)

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Die Leistungen der U23 von Holstein Kiel stagnieren nach einem guten Saisonstart.

Der Nachwuchs des Zweitligisten startete unter Trainer Ole Werner gut in die neue Saison, nach zehn Spielen standen bereits sieben Siege zu Buche. Auch als Werner zu den Profis befördert wurde, lief es anfangs unter dem Neu-Trainerduo Fabian Raue und Nicola Soranno noch gut. Bis zum 16. Spieltag sammelte die U23 bereits 30 Punkte und belegte den vierten Tabellenplatz. Doch in den sechs Spielen danach konnten die "Jungstörche" nur noch einen Sieg einfahren und verloren ansonsten durchgängig (mit dem Tiefpunkt der 0:5-Niederlage gegen Erzrivale VfB Lübeck), sodass sie auf dem 10. Platz überwintern.

Doch es gibt auch viel Positives: Holsteins U23 stellt den drittbesten Angriff der Liga (39 Tore), nur Lübeck (54) und Spitzenreiter Wolfsburg (67) haben häufiger getroffen. Ein Grund dafür ist Top-Torjäger Laurynas Kulikas. Nach 19 Spielen hat er bereits 12 Tore erzielt und 4 vorbereitet. Dass Holsteins Abwehr dem qualitativ hinterherhinkt, kann auch an den wechselnden Aufstellungen liegen. In 21 Partien wurden insgesamt 29 Spieler eingesetzt - nicht die besten Voraussetzungen für eine eingespielte Mannschaft. Zum Start der Rückrunde hat die Mannschaft die Möglichkeit zur Wiedergutmachung gegen Lübeck, ihr erstes Spiel nach der Winterpause steigt beim VfB.

Trainer des Heider SV: "Können jedes Heimspiel gewinnen

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Im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga Nord setzt der Trainer des Heider SV auf einen guten Restrunden-Start. Vor allem die heimische Arena macht Sönke Beiroth Hoffnung.

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Heider SV

Trainingsstart: 6. Januar
Testspiele: 18. Januar gegen Niendorfer TSV (1:1), 25/26. Januar und 1/2. Februar Wintercup (3. Platz), 9. Februar gegen TSB Flensburg (ausgefallen), 15. Februar gegen Frisia Lindholm (ausgefallen)
Neuzugänge: Marvin Ehlert (BSC Brunsbüttel), Thies Kalina (TSV Bordesholm), Tom Pachulski (Holstein Kiel U23), Sean Vinberg (Meiendorfer SV), Francis Owunzo (Vereinslos)
Abgänge: -

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Der Heider SV hat in der Hinserie eine der schlechtesten Abwehrreihen der Liga und den zweit schwächsten Sturm gestellt.

Der Heider SV stellt die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga. 63 Gegentreffer in 21 Partien bedeuten 3 Gegentore pro Partie - eigentlich der Wert eines sicheren Absteigers. Aber die "Dithmarscher Jungs" haben das Glück, dass in dieser Saison die Konkurrenz ebenfalls ziemlich schwach ist. Das Team von Sönke Beiroth hat immerhin auch schon vier Siege eingefahren und einige Spiele nur sehr unglücklich und knapp verloren. Ein Grund dafür: die mangelnde Chancenverwertung. Vor dem gegnerischen Tor fehlt den Dithmarschern oft die nötige Kaltschnäuzigkeit und so haben erst zwei Spieler mehr als 3 Saisontore erzielt: der 19-jährige Jan Wansiedler (5 Tore) und der 21-jährige Jonah Gieseler (4 Tore, 7 Vorlagen).

Das Team des "kleinen HSV" spielt zwar schon lange zusammen, war aber bis zu Saisonbeginn fast komplett ohne Regionalligaerfahrung. Mittlerweile ist diese aber ansatzweise gesammelt. Und so kann man dem Kader nach der Winterpause, auch ohne nennenswerte Verstärkung, eine Steigerung zutrauen. Die Unterstützung der Fans bleibt dem Vorletzten sicher, im Schnitt kamen bisher 1.293 pro Spiel ins Stadion an der Meldorfer Straße. Wenigstens in dieser Statistik spielt Heide vorne mit und belegt den dritten Platz in der Liga.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Aktiv | 22.02.2020 | 13:30 Uhr