Sendedatum: 14.12.2019 14:05 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Nach Pyro-Eklat: Lübeck befürchtet "Geisterspiel"

Das jüngste Landesderby in der Fußball-Regionalliga Nord zwischen dem VfB Lübeck und dem Heider SV hatte es in sich - aus zweierlei Sicht. Mit dem 7:0 am 29. November feierte der VfB den höchsten Sieg in der Vierten Liga seit mehr als 25 Jahren. Doch das Sportliche geriet in den Hintergrund. Lübecker Fans zündeten vor dem Anpfiff in der "Pappelkurve" Pyrotechnik. Noch schlimmer wurde es zur Halbzeit. Zahlreiche Raketen flogen aus dem VfB-Block in den Lübecker Nachthimmel. Es droht eine harte Strafe durch den Norddeutschen Fußballverband (NFV), der den Spielbetrieb in der Regionalliga organisiert. VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra spricht im Video-Interview mit NDR Schleswig-Holstein über den Vorfall und äußert sich zu möglichen Strafen und einem Imageverlust für den Regionalligisten.

"Geisterspiel" im Derby?

Die Lübecker müssen von Seiten des NFV mit harten Konsequenzen rechnen - unter anderem droht ein "Geisterspiel" zum ersten Heimspiel im Februar des kommenden Jahres. Das wäre dann das Duell gegen die U23 von Holstein Kiel. Für Thomas Schikorra wäre das die schlimmste Bestrafung für den Verein. Ein Derby ohne Fans würde einen mittleren fünfstelligen Betrag an Eintrittsgeldern kosten. Außerdem stünden Regressforderungen von Sponsoren im Raum - eine harte Bestrafung, die unbedingt verhindert werden muss, sagte Schikorra.

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Schon zu Beginn der ersten Halbzeit gegen den Heider SV brennen Fans des VfB Lübeck Pyrotechnik ab.

Vor allem, weil die Lübecker in der Regionalliga um jeden Zuschauer und jeden Sponsor kämpfen müssen. Zusätzlich wäre der Imageverlust für den Verein riesig. Schließlich habe man in den vergangenen Jahren für die größtmögliche Anerkennung des VfB gekämpft, was nicht immer leicht war, betonte der Vorstandssprecher.

VfB Fans noch unter Bewährung

Die Fans des VfB stehen wegen eines Urteils des NFV-Sportgerichts nach der Partie gegen Jeddeloh II aus der vergangenen Saison noch unter Bewährung. Damals wurde nach dem Zünden von zwei Brandtöpfen im Stadion dem Verein ein Geisterspiel und eine Geldstrafe von 2.000 Euro aufgebrummt. Dies wurde nach einem Einspruch des Vereins auf die Geldstrafe und weitere Auflagen reduziert. Der VfB musste für zehn Auswärtsspiele seine Fans durch Ordner begleiten lassen. Außerdem gab es eine Bewährungsstrafe bis zum 31. Dezember diesen Jahres.

Fehlverhalten der Fans - Strafen für den Verein

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In der vergangenen Saison zündeten die Fans des Lübeck beim Derby in Kiel viel Pyrotechnik.

Einige der Fans des VfB Lübeck haben durch ihre Vergehen in der Vergangenheit schon hohe Kosten für den Verein verursacht - vor allem durch das Abbrennen von Pyrotechnik. Nach den Vorfällen musste der Regionalligist in den vergangenen Jahren einige Strafen zahlen.

  • Juli 2015: Nach Einsatz von Pyrotechnik wird der VfB-Fanblock beim Landespokalfinale gegen Holstein Kiel geräumt
  • August 2016: Einsatz von Pyrotechnik im DFB-Pokal gegen den FC St Pauli (8.000 Euro Geldstrafe)
  • März 2017: Ein Lübecker attackiert beim Auswärtsspiel gegen den SV Meppen einen Polizisten (sieben Monate Freiheitsstrafe die zur 3-jährigen Bewährung ausgesetzt wird)
  • November 2018: Einsatz von Pyrotechnik im Derby gegen Holstein Kiel II (1.750 Euro Geldstrafe)
  • November 2018: Einsatz von Pyrotechnik im Spiel beim SSV Jeddloh II (2.000 Euro Geldstrafe)
  • August 2019: Randale in Hamburg nach dem Regionalliga-Spiel gegen Altona 93
  • August 2019: Einsatz von Pyrotechnik im DFB-Pokal gegen den FC St Pauli (2.500 Euro Geldstrafe)
  • September 2019: Angriff von VfB-Fans auf Anhänger des VfB Oldenburg auf dem Weg zum Parkplatz an der Lohmühle
  • November 2019: Einsatz von Pyrotechnik im Regionalliga-Spiel gegen den Heider SV

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.12.2019 | 14:05 Uhr

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