Stand: 17.12.2017 15:23 Uhr

Kiel "nur" als Zweiter in die Weihnachtspause

von Johannes Freytag, NDR.de

Die Fußballer von Holstein Kiel gehen als Tabellenzweiter der Zweiten Liga in die Winterpause. Die "Störche" verpassten am Sonntag durch ein 1:3 (0:0) in Sandhausen die Rückkehr aufs Platz eins. Die dritte Saisonniederlage der Norddeutschen war umso bitterer, weil Kiel lange Zeit die spielbestimmende Mannschaft im Stadion am Hardtwald war. Sandhausen genügten in Durchgang zwei ein Freistoß und ein umstrittener Elfmeter, um das Team von Trainer Markus Anfang aus allen Träumen zu reißen. Nach dem dritten SVS-Treffer konnte Dominic Peitz nur noch verkürzen. Zu allem Überfluss sahen Rafael Czichos und Alexander Mühling jeweils ihre fünfte Gelbe Karte, Dominik Schmidt sogar Gelb-Rot - das Trio fehlt beim Restrundenauftakt am 23. Januar gegen Union Berlin.

Ducksch und Schindler nur auf der Bank

Anfang überraschte mit seiner Startaufstellung: Die "Tor-Garanten" Marvin Ducksch und Kingsley Schindler (zusammen 15 Saisontreffer) saßen nur auf der Bank, stattdessen liefen Aaron Seydel (ein Tor) und Tom Weilandt (noch torlos) auf. Das neue Duo hätte sich beinahe perfekt eingeführt. David Kinsombi steckte im Strafraum schön auf Weilandt durch, dessen Hereingabe erwischte Seydel aber nur mit der Hacke und Sandhausens Torwart Marcel Schuhen konnte klären (5.). Kurz darauf scheiterte Seydel per Kopf am früheren Rostocker Schlussmann (10.). Nach einer guten Viertelstunde zeigte sich dann auch einmal Sandhausen vor dem Kieler Tor, doch den Distanzschuss von Eroll Zejnullahu wehrte KSV-Keeper Kenneth Kronholm ab (16.). Danach passierte auf dem schweren, schlammigen Boden nicht mehr viel. Erst in der 44. Minute ergab sich für Patrick Herrmann noch eine Torchance, aber erneut war Schuhen auf dem Posten.

Doppelschlag für den SVS bringt die Entscheidung

Auch nach Wiederanpfiff schien es nur eine Frage der Zeit, wann die Norddeutschen das Führungstor erzielen würden: Mühling versprang der Ball (46.), Weilandts Lupfer landete nur auf dem Tornetz (52.). Dann nahm die Partie aber einen völlig unerwarteten Lauf. Zunächst zirkelte Leart Paqarada einen Freistoß zum 1:0 für den SVS in den Winkel - zu allem Überfluss hatte Czichos zuvor für das Foul seine fünfte Gelbe Karte gesehen (58.). Nur wenige Minuten später entschied Schiedsrichter Thorben Siewer zum Entsetzen der Kieler nach einem Zweikampf zwischen Patrick Herrmann und Max Jansen auf Strafstoß. Lucas Höler verwandelte eiskalt zum 2:0 (62.). Aus drei Torschüssen (inklusive Elfmeter) hatte Sandhausen zwei Tore gemacht. Die Kieler zeigten nun Nerven: Mühling sah für ein überflüssiges Foul an der Mittellinie ebenfalls seine fünfte Gelbe Karte. Klaren Kopf hingegen bewies Sandhausens Richard Sukuta-Pasu, der mit seinem 3:0 die Partie endgültig auf den Kopf stellte (71.).

Anfang reagierte und brachte in Ducksch und Peitz zwei frische Kräfte (Schindler war bereits in der 65. Minute gekommen). Die beiden Neuen betrieben dann immerhin Ergebniskosmetik: Ducksch schlug einen Eckball an den kurzen Pfosten, Peitz nickte zum 1:3 ein (79.). Die Schlussphase wurde noch einmal turbulent: Sandhausens Tim Kister musste mit Gelb-Rot vom Platz (85.), Kiel warf noch einmal alles nach vorne. Es reichte jedoch nicht mehr für einen weiteren Treffer. Vielmehr kassierte auch Schmidt noch einen Platzverweis (90.+2) und machte den gebrauchten Nachmittag aus Kieler Sicht perfekt.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.12.2017 | 22:50 Uhr

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