Stand: 29.05.2019 15:58 Uhr

Der HSV-Hoffnungsträger heißt Hecking

Die neue sportliche Führung beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV steht. Wenige Tage nach der Vorstellung des Sportchefs Jonas Boldt haben die Hanseaten nun auch einen neuen Trainer für die kommende Saison gefunden. Dieter Hecking soll als Nachfolger des gescheiterten Hannes Wolf den HSV wieder in die Bundesliga führen. "Ein bisschen Ruhe reinbringen, hoffentlich den Erfolg zurückbringen. Das sind die Hauptaugenmerke, die wir jetzt angehen werden", beschrieb der 54-Jährige seine Aufgabe. Er sei "wirklich sehr, sehr glücklich, hier Cheftrainer zu sein". Hecking erhält einen Einjahresvertrag, der sich im Aufstiegsfall automatisch verlängert. Als Co-Trainer kommt Dirk Bremser mit an die Elbe.

Dieter Heckings Karriere in Bildern

Boldt: "Dieter Hecking steht für Kontinuität"

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich ein gestandener Bundesligacoach zum HSV bekennt", freute sich Boldt darüber, dass es mit der "Wunschlösung" geklappt hat. "Dieter Hecking steht für Kontinuität. Das passt hervorragend, denn eine gewisse Ruhe beim Arbeiten ist jetzt sehr vonnöten." Wie wahr: Denn in den vergangenen elf Jahren verschliss der einstige Bundesliga-Dino sage und schreibe 20 Cheftrainer.

"Die Zweite Liga schreckt mich nicht"

Der "Abstieg" ins Unterhaus der Bundesliga ist für Hecking kein Problem. "Die Zweite Liga schreckt mich nicht, sie ist viel besser als ihr Ruf. Und vom ersten Tag an gestalten, das fühlt sich gut an", sagte der Coach, der zuvor unter anderem die Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und VfL Wolfsburg ins internationale Geschäft geführt hatte. Vielmehr sei es der Reiz gewesen, den HSV als "große Herausforderung" mit einem "ambitionierten Ziel" zu übernehmen. Er fühle sich "gerade am richtigen Ort". Schon als Kind sei er im Übrigen HSV-Anhänger gewesen, outete sich der 54-Jährige: "Ich war Fan von Kevin Keegan."

Wiederaufstieg ist (natürlich) das Ziel

Heckings Auftrag ist es, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, um wieder in die Bundesliga aufzusteigen. Nichts anderes kann das Ziel sein, daran ließ der Ex-Bundesligaprofi keinen Zweifel: "Gäbe es nur die Vorgabe, ein guter Zweitligist zu sein, säße ich nicht hier." Natürlich bedeute diese Zielvorgabe Druck, "aber den gibt es ja beim HSV seit mehr als 50 Jahren."

"Wir wollen Spieler, die Bock auf den HSV haben"

Der Kader des finanziell klammen Vereins wird dazu massiv umgebaut. Über ein halbes Dutzend Spieler hat den HSV verlassen, weitere Profis sollen ebenfalls gehen. Bislang nahmen die Hanseaten Stürmer Lukas Hinterseer (VfL Bochum), David Kinsombi (Holstein Kiel), Jan Gyamerah (VfL Bochum) und Jeremy Dudziak (FC St. Pauli) für die neue Saison unter Vertrag. Zum Trainingsauftakt am 17. Juni rechnet Hecking noch nicht mit einem kompletten Kader. Klar sei aber: "Wir wollen Spieler bekommen, die Bock auf den HSV haben."

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Sport aktuell | 29.05.2019 | 12:25 Uhr