Stand: 04.02.2019 22:32 Uhr

Meier schießt St. Pauli auf Rang zwei

von Johannes Freytag, NDR.de
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Jubel bei den St.-Pauli-Profis nach dem Sieg über Union Berlin.

Der FC St. Pauli hat in der Zweiten Liga einen Last-Minute-Sieg gegen Union Berlin gefeiert und ist auf einen direkten Aufstiegsplatz geklettert. Das 3:2 (1:0) am Montagabend am Millerntor war nichts für schwache Nerven. Bis zur 85. Minute führten die Kiezkicker durch Sami Allagui und Alexander Meier bereits mit 2:0 und sahen wie der sichere Sieger aus. Dann kam Union mit einem Doppelpack binnen zwei Minuten zurück. In der vierten Minute der Nachspielzeit krönte Meier sein Heimspieldebüt nach seiner Hamburg-Rückkehr mit seinem zweiten Treffer, einem verwandelten Foulelfmeter. "Unglaublich", freute sich der 36-Jährige.

"Wow, was für ein Spiel. Wir waren nicht die bessere Mannschaft, haben das aber mit Moral und Herz ausgeglichen", sagte St. Paulis Trainer Markus Kauczinski nach der Partie. Die Zweitligatabelle könnte aus Hamburger Sicht kaum besser aussehen: Vor dem FC St. Pauli liegt nur noch der HSV. Am kommenden Freitag gastieren die Braun-Weißen beim Tabellendritten 1. FC Köln.

"Fußball-Gott" lässt Millerntor beben

Allagui stellt Spielverlauf auf den Kopf

20.Spieltag, 04.02.2019 20:30 Uhr

FC St. Pauli

3

Union Berlin

2

Tore:

  • 1:0 Allagui (23.)
  • 2:0 Meier (62.)
  • 2:1 Prömel (85.)
  • 2:2 Abdullahi (86.)
  • 3:2 Meier (90. +4, Foulelfmeter)

FC St. Pauli: Himmelmann - Kalla, Carstens, Avevor, Buballa - Knoll, Flum - Möller Daehli (84. Miyaichi), Sobota - Allagui (77. Buchtmann), Meier (90.+6 Hoogma)
Union Berlin: Gikiewicz - Ryerson (78. Taz), M. Friedrich, F. Hübner, C. Lenz - Schmiedebach (65. Abdullahi) - Kroos, Prömel - Mané (69. Gogia), Hartel - Andersson
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

St. Paulis Trainer Markus Kauczinski wechselte nach dem enttäuschenden 1:2 in Darmstadt seine Mannschaft kräftig durch und brachte gleich fünf neue Spieler. Meier feierte dabei sein Startelfdebüt. Waren es zu viele Veränderungen? Jedenfalls präsentierten sich die Kiezkicker in der Anfangsphase vor allem in der Defensive sehr fahrig. Zunächst segelte Berlins Felix Kroos hauchdünn an einer Hereingabe von Carlos Mané vorbei (3.), dann blockte er - allerdings ebenfalls ohne Konsequenzen - einen Abstoß von St. Paulis Keeper Robin Himmelmann (14.). Der Bruder des Weltmeisters Toni Kroos war ein drittes Mal zur Stelle, als Christopher Avevor und Florian Carstens nur unzureichend klärten (20.). Spätestens, als Himmelmann einen Schuss von Marvin Friedrich aus dem Gewühl gerade noch auf der Linie festhalten konnte, war der Führungstreffer für die Gäste überfällig (21.).

Doch das Tor fiel dann auf der anderen Seite: Allagui bekam 30 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse den Ball, hielt ihn einmal hoch und drosch ihn dann volley in den Winkel (23.). Das Traumtor stellte den Spielverlauf auf den Kopf, denn die Braun-Weißen waren bis dahin kaum einmal gegen die starke Union-Defensive durchgekommen. Lediglich ein riskanter Rückpass von Manuel Schmiedebach hatte zuvor für Gefahr gesorgt (7.). Nach dem Tor sah das jedoch anders aus: Die Gäste kamen kaum noch zu Abschlüssen, St. Pauli hingegen hatte durch Allagui noch zwei gute Gelegenheiten (43., 45.).

Meier erhöht per Kopf

Nach Wiederanpfiff waren es zunächst wieder die Gäste, die mehr Offensivdruck entfalteten. Mané (47.) und Marcel Hartel (50.) hatten gute Möglichkeiten und in der 55. Minute riskierte St. Paulis Torwart Himmelmann bei einem Heber von Christopher Lenz Kopf und Kragen, rammte dabei Avevor um. Der Innenverteidiger musste behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Und durfte sieben Minuten später den ersten Auftritt des "Fußballgottes" Alexander Meier erleben: Eine Stunde lang war der 36-Jährige praktisch nicht zu sehen, dann stieg er nach einem Eckball von Marvin Knoll am höchsten und traf per Kopf zum 2:0 (62.).

Berliner Doppelpack schockt St. Pauli

Union warf jetzt natürlich alles nach vorne, für St. Pauli ergaben sich nun Kontermöglichkeiten. Allagui stürmte allen davon, sein Querpass auf den mitgelaufenen Waldemar Sobota war dann aber zu ungenau (73.). Dennoch sah alles nach einem Sieg für die Gastgeber aus - doch mit einem Doppelschlag binnen 90 Sekunden kam Berlin zurück. Erst drückte Grischa Prömel eine Kopfballverlängerung über die Linie (85.), dann traf Suleiman Abdullahi per Abstauber - Himmelmann hatte zuvor bei einem Distanzschuss von Akaki Gogia nur eine zu kurze Fußabwehr zustande gebracht (86.). Also doch nur eine Punkteteilung? Nein, denn es gab ja noch den Foulelfmeter in der Nachspielzeit...

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Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 04.02.2019 | 20:00 Uhr