Bremer SV: Realistisch ins "Jahrhundertspiel" gegen Bayern

Stand: 25.08.2021 10:04 Uhr

Die Fußballer des Bremer SV bestreiten heute das Spiel ihres Lebens. Der Fünftligist trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den FC Bayern München - und will den Favoriten ärgern.

Mit zweieinhalb Wochen Verspätung bekommt der Verein aus der Oberliga Bremen seine große Chance auf ein Pokal-Wunder (ab 20.15 im Livecenter bei NDR.de). Die Quarantäne ist nach zwei Coronafällen im Team überstanden, pünktlich für das Duell mit dem Rekordmeister ist fast die komplette Mannschaft vollständig geimpft. 

Dem "Jahrhundertspiel", wie es der Sportliche Leiter Ralf Voigt nannte, vor rund 10.000 erwarteten Zuschauern im Weserstadion steht nichts mehr im Weg. Weil das Clubgelände am Panzenberg lediglich 5.000 Zuschauern Platz bietet und es an einer vernünftigen Flutlichtanlage fehlt, zog der Oberligist kurzerhand um. "Wir hoffen, dass die Fans im Stadion uns pushen und wir alles abrufen können", sagte Bremens Trainer Benjamin Eta. "Eines der für mich wichtigsten Ziele ist, dass wir zeigen, dass wir Fußball spielen können."

"Wenn Julian Nagelsmann aufspringt..."

Die Unterstützung von den Rängen und der Glaube an die eigenen Stärken und Fähigkeiten soll die Spieler an ihre Leistungsgrenze bringen - und die Partie möglichst lange offen halten: "Wenn Julian Nagelsmann in der zweiten Halbzeit irgendwann aufspringt und unzufrieden ist, weil das Spiel vielleicht spannend ist, dann haben wir schon sehr, sehr, sehr viel erreicht", sagte Eta.

"Das ist ein Highlight. Das wollen wir in vollen Zügen genießen." Benjamin Eta

Der BSV-Coach freut sich ganz besonders auf das Aufeinandertreffen mit Bayerns neuem Trainer: "Er ist für mich der absolute Lieblingstrainer und hat schon in Hoffenheim und Leipzig super Arbeit geleistet", zeigte sich Eta beeindruckt. Natürlich sei es ein Spiel "David gegen Goliath. Aber wir werden definitiv nicht vorm Anpfiff sagen: 'Wir wollen das Spiel verlieren'."

Finanziell solide, sportlich "nicht verarschen lassen"

In dieselbe Kerbe schlägt auch der Sportliche Leiter Voigt: "Das Ergebnis ist zweitrangig. Wichtig ist, wie wir auftreten. Wir wollen schon zeigen, dass da auch noch eine zweite Mannschaft auf dem Platz steht. Wir wollen uns nicht verarschen lassen."

Nicht unerheblich ist für die Bremer auch der finanzielle Ertrag des Spiels. Einen neuen Trikotsponsor konnten die Verantwortlichen schon vor der Partie an Land ziehen. Hinzu kommen Fernsehgelder und Zuschauereinnahmen - auch, weil viele Bayern-Fans aus dem Norden ihre Lieblinge einmal live sehen wollen. "So oft bekommt man die Bayern hier ja nicht mehr zu sehen", sagte Voigt, auch mit Blick auf den Abstieg des großen Nachbarn Werder.

Tagesgeschäft hat Vorrang

Selbstvertrauen für die Partie am Mittwochabend holte sich der Fünftligist am vergangenen Sonnabend. Am ersten Spieltag der Bremen-Liga wurde der Blumenthaler SV mit 3:1 besiegt. "Wir haben uns wirklich erstmal auf den ersten Spieltag vorbereitet", fasste Trainer Eta die verganenen Tage zusammen. "Weil das wichtiger ist - nicht schön, aber wichtiger - weil das unser tägliches Brot ist. Wir wollen Meister werden und dürfen uns keine Niederlage erlauben." Der erste Schritt für dieses Vorhaben ist gemacht. Und vielleicht gelingt es den Norddeutschen auch, die Bayern etwas zu ärgern...

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.08.2021 | 23:05 Uhr

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