Stand: 23.11.2019 14:58 Uhr

6:3 - "Störche"-Spektakel in Wiesbaden

von Johannes Freytag, NDR.de
Kiels Janni Serra (M.) und Wiesbadens Niklas Dams (r.) © imago images / Jan Huebner
Janni Serra (M.) erzielte in Wiesbaden sein viertes Saisontor.

Die Zweitliga-Fußballer von Holstein Kiel haben ihre erste von vier Auswärtsaufgaben vor Weihnachten erfolgreich bewältigt. 6:3 (4:2) gewannen die "Störche am Sonnabend beim Tabellenschlusslicht SV Wehen Wiesbaden in einer vor allem im ersten Durchgang spektakulären und kuriosen Partie. Trotz frühen Rückstands drehten die Kieler das Spiel noch vor dem Pausenpfiff, durften sich dann im zweiten Durchgang trotz ihrer Führung des Sieges aber lange nicht sicher sein. In der Tabelle kletterte das Team von Trainer Ole Werner vorerst auf Rang sechs.

Holstein Kiel mit drei Toren binnen acht Minuten

Die knapp 4.000 Zuschauer im Wiesbadener Stadion bekamen von Beginn an eine höchst unterhaltsame Partie geboten.

14.Spieltag, 23.11.2019 13:00 Uhr

Wehen Wiesb.

3

Holstein Kiel

6

Tore:

  • 1:0 Schäffler (5., Foulelfmeter)
  • 1:1 Iyoha (8.)
  • 1:2 Mühling (21.)
  • 1:3 Mühling (27., Handelfmeter)
  • 1:4 Serra (29.)
  • 2:4 Kyereh (30.)
  • 2:5 S. Özcan (50.)
  • 3:5 Schäffler (52.)
  • 3:6 Meffert (90. +5)

Wehen Wiesb.: H. Lindner - Ajani, Mockenhaupt, Dams, Medic (37. Röcker), M. Niemeyer - Mrowca (82. Knöll), Lorch (60. Gül), Dittgen - Kyereh, Schäffler
Holstein Kiel: Gelios - Neumann, Wahl, Thesker, van den Bergh - Meffert - Mühling (74. Ignjovski), J. Lee (90.+1 Khelifi) - S. Özcan - Iyoha (53. M. Baku), Serra
Zuschauer: 4053

Weitere Daten zum Spiel

Nach bereits fünf Minuten lag der Ball erstmals im Tornetz. Kiels Hauke Wahl holte im Strafraum ungeschickt Gegenspieler Daniel Kofi Kyereh von den Beinen, der frühere Holstein-Profi Manuel Schäffler verwandelte den Elfmeter sicher zum 1:0 für die Gastgeber. Doch die Schleswig-Holsteiner zeigten sich davon unbeeindruckt und schlugen prompt zurück. Eine schöne Kombination am Strafraumrand vollendete Janni Serra mit einer Hackenablage auf Emmanuel Iyoha, der zum 1:1 einschoss (8.).

Auch in der Folgezeit ging es munter hin und her mit Torchancen auf beiden Seiten. Marvin Ajanis Schuss ging knapp über das Kieler Tor (10.), mit Alexander Mühlings Abschluss hatte SVWW-Keeper Heinz Lindner keine Mühe (12.). Acht Minuten später zielte der KSV-Mittelfeldspieler aber besser: Einen zu kurzen Klärungsversuch der Wiesbadener Abwehr drosch Mühling per Direktabnahme unter die Latte (21.).

Die Werner-Elf hatte zu dem Zeitpunkt längst die Spielkontrolle übernommen, kombinierte sich gefällig durchs Mittelfeld und profitierte kurz darauf vom Videobeweis: Jakov Medic bekam nach einem Flankenversuch von Jae-Sung Lee den Ball an die Hand, Mühling ließ sich - ebenso wie zu Spielbeginn Schäffler - nicht von der langen Wartezeit zwecks Überprüfung beeindrucken und traf vom Elfmeterpunkt zum 3:1 für die Gäste (27.).

Die wilde Fahrt in Wiesbaden ging weiter: Serra erhöhte mit einem schönen Drehschuss auf 4:1 für die Gäste (29.), nur eine Minute später traf Kyereh zum 2:4 (30.). Auch diesem Tor ging eine minutenlange Warte- und Diskussionszeit voraus, nach Studium der Videobilder entschied Schiedsrichter Thorben Siewer schließlich, dass Kyereh den Ball zuvor nicht mit der Hand gespielt hatte.

Holstein trotz Führung nicht souverän

Turbulent begann auch der zweite Durchgang. Nach einer Wiesbadener Ecke landete der Befreiungsschlag von Mühling am Mittelkreis, wo sich Salih Özcan im Zweikampf mit Sascha Mockenhaupt durchsetzte. Der Kieler rannte daraufhin alleine auf Lindner zu, behielt die Nerven und schob zum 5:2 für Kiel ein (50.).

Aber die Gastgeber steckten nicht auf. Nur zwei Minuten später war erneut Schäffler zur Stelle und erzielte das 3:5 (52.). Wiesbadens Kapitän hatte kurz darauf seinen dritten Treffer auf dem Fuß, Holsteins Torwart Ioannis Gelios packte aber zu (54.).

Anstatt die Zwei-Tore-Führung souverän nach Hause zu bringen, ließ sich Kiel von Wiesbaden mehr und mehr unter Druck setzen. Stefan Thesker klärte beinahe auf Kosten eines Eigentors (65.), Kyereh scheiterte mit einem spektakulären Seitfallzieher an Gelios (69.), Maximilian Dittgen wurde im letzten Moment am Schuss gehindert (71.). Erst eine knappe Viertelstunde vor dem Ende schien beim Tabellenletzten die Kondition nachzulassen. Die Kieler ließen Ball und Gegner laufen und verpassten durch Özcan (75.) und Makana Baku (89.) den sechsten Treffer. Das halbe Dutzend voll machte dann Jonas Meffert in der Nachspielzeit (90.+5).

Weitere Informationen
Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 24.11.2019 | 22:50 Uhr

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